Prozess gegen Hengeloer
Schwere Waffen im Schlafzimmer

Almelo -

Im Schlafzimmer des Hengeloers M. entdeckte die Polizei im November schwere Waffen – darunter eine Art Panzerfaust und Granaten. Die soll er für eine kriminelle Bande aufbewahrt haben.

Mittwoch, 13.03.2019, 20:31 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 20:50 Uhr

Im Schlafzimmer des Hengeloers M. entdeckte die Polizei im November schwere Waffen – darunter eine Art Panzerfaust und Granaten. Die soll er für eine kriminelle Bande aufbewahrt haben. Deren Mitglieder setzten den 29-jährigen derart unter Druck, dass er nicht zur Polizei zu gehen wagte. Chef der Bande soll der Drogenkriminelle T. sein, der derzeit in Deutschland eine Strafe aussitzt. Die Bande soll auch hinter einem Anschlag auf einen damals 47-Jährigen im Mai 2017 in Gronau stecken.

M. muss sich jetzt vorm Gericht in Almelo verantworten. Die Staatsanwaltschaft beantragte drei Jahre Haft, von denen eines zur Bewährung ausgesetzt werden soll, berichtet der Twentsche Courant Tubantia. Das Urteil wird Ende. März gesprochen.

M. sagte im Prozess aus, dass er T. an seinem Arbeitsplatz, einer Sportschule, kennengelernt hatte. Offenbar verschuldete sich M. Da er die geforderten 10 000 Euro nicht zahlen konnte, wurde auf ihn Druck ausgeübt. T. ließ durchblicken, er wisse, wer hinter der Forderung stecke, und dass dieser jemand in der Lage sei zu töten. So unter Druck gesetzt, verrichtete M. Handlangerdienste für T. Dazu gehörte, die Kiste mit den Waffen aufzubewahren.

Im Prozess wurde deutlich, dass es offenbar Masche der Bande war, junge Leute ohne Vorstrafenregister bei ihren Taten einzusetzen, um sich selbst nicht die Hände schmutzig zu machen und juristisch nicht behelligt werden zu können.

Eine der sichergestellten Waffen wurde im September 2017 beim Beschuss von zwei Gebäuden in Enschede benutzt. Beide Wohnungen wurden von Kugeln durchsiebt. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

M. sagte im Prozess aus, er habe zunächst nicht gewusst, dass sich in den Behältern, die er aufbewahrte, schwere Waffen befanden. Der Staatsanwalt erkannte an, dass M. unter Druck gestanden habe. Dennoch: Dass in einem Wohngebiet derartige Waffen gelagert worden seien, gehe überhaupt nicht. Die Gesellschaft erwartet von der Justiz, dass dagegen streng vorgegangen wird.“

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