Bürgersolarkraftwerk Ascheberg zieht Bilanz
Eine Rekordernte im Dürre-Jahr

Ascheberg -

Im Dürre-Jahr eine gute Ernte einfahren. Was bei Gerste, Weizen und Mais nicht der Fall war, hat bei der Sonne prächtig geklappt.

Mittwoch, 13.03.2019, 20:00 Uhr
2018 bescherte dem Bürgersolarkraftwerk Ascheberg eine Rekordernte: Fast alle Monatserträge liegen über dem Durchschnitt. Der Mai 2018 ist für den bisher größten Monatserfolg verantwortlich. Die Runde bei der Präsentation der Zahlen zum Bürgersolarkraftwerk Ascheberg war überschaubar.
2018 bescherte dem Bürgersolarkraftwerk Ascheberg eine Rekordernte: Fast alle Monatserträge liegen über dem Durchschnitt. Der Mai 2018 ist für den bisher größten Monatserfolg verantwortlich. Die Runde bei der Präsentation der Zahlen zum Bürgersolarkraftwerk Ascheberg war überschaubar. Foto: Ann-Kathrin Schriever

„Unfassbar!“ Auf diesen Nenner bringt Rainer Bultmann die Ernte 2018. Es geht allerdings nicht um ein Negativ-Ergebnis im Dürre-Jahr, sondern um einen neuen Rekord bei der Sonnenernte. Das Bürgersolarkraftwerk Ascheberg 1 auf dem Dach der Lambertusschule hat im vergangenen Jahr den bisher höchsten Ertrag ins Westnetz eingespeist. 33739 Kilowattstunden lieferte die störungsfrei laufende Anlage, die gleich vier neue Monatsrekorde aufstellte.

„Hitze ist nicht unbedingt das, was wir benötigen“, startete Bultmann in die Gesellschafterversammlung. Für die Anlage ist hell wichtiger als heiß. Und 2018 war es offensichtlich hell, wie der Geschäftsführer ausführte: „Wer eine private Anlage betreibt, weiß das schon.“ Besonders sonnig war es im Februar, Mai, Juli und Oktober in denen die bisherigen Monatsrekorde überboten wurden. Mit 4788 Kilowattstunden ist der Mai 2018 zudem zum klaren Rekordmonat seit dem Einspeisebeginn im Herbst 2008 aufgestiegen.

Das Bürgersolarkraftwerk Ascheberg ist als Vorzeigeanlage von der Politik auf den Weg gebracht worden. Vor elf Jahren wurde noch intensiv für Photovoltaikanlagen geworben. Mit dem Dach der Lambertusschule verfügt das Bürgersolarkraftwerk über eine ideale Ausgangslage für einen Werbezug. Denn die Lage nach Süden und der vergleichsweise flache Dachwinkel sind ideal für die Sonnenernte. Beteiligt haben sich die Bürger damals, weil für jede eingespeiste Kilowattstunde 46,75 Cent vergütet werden. Für 20 Jahre. Also war im vergangenen Jahr Halbzeit. Und die Halbzeitbilanz fällt so aus: 248 Anteile zu 476,73 Euro erlaubten eine Netto-Investition von 118 203,75 Euro. Die Anlage hat eine Nennleistung von 29 925 Kilowattstunden im Jahr. Kalkuliert wurde damals, dass dieser Wert zu 81,5 Prozent ausgeschöpft wird. Tatsächlich fiel das Ergebnis immer besser aus. Sieben Mal lieferte die Anlage mehr als 100 Prozent. Das schwächste Ergebnis waren 27 906 Kilowattstunden im Jahr 2010.

Die Anlage hat bisher 317 343 Kilowattstunden Strom produziert. Dafür wurden 148 357,85 Euro auf das Gesellschaftskonto überwiesen. Die Gemeinde Ascheberg hat das Projekt mit einer moderaten Dachmiete von zwei Prozent von der Einspeisevergütung gefördert. 315,46 Euro aus dem Rekordjahr 2018 schrauben die Mieteinnahmen auf 2967,16 Euro.

Nach Abzug der Kosten für Versicherungen, das automatische Übertragen der Anlagendaten zu den Geschäftsführern und den Kosten für Steuerberater und Geschäftsführer, verbleibt ein Betrag von 14 113,81 Euro. Pro Geschäftsanteil werden 56,91 Euro ausgeschüttet. Damit stehen sich nach zehn Jahren die eingezahlten 476,73 Euro und Einnahmen von 541,23 Euro pro Geschäftsanteil gegenüber. Das Plus wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, auch wenn einmal Wechselrichter ausgetauscht werden müssen oder andere Dinge notwendig sind.

Zur Halbzeit gab es auch erste Gedanken zum Ende: Was passiert, wenn nach 20 Jahren die üppige Einspeisevergütung entfällt. Zu den Optionen, die andiskutiert wurden, zählten der Verkauf der Anlage an die Gemeinde, der Verkauf von Strom an die Gemeinde. „Wir werden eine Lösung finden, die für alle Beteiligten gut ist“, zeigte sich Bultmann überzeugt. Der Geschäftsführer wurde entlastet. Karlheinz Röcher und Michael Franzke hatten die Kasse geprüft. Für Franzke wird das im nächsten Jahr Petra Haverkamp übernehmen.

Die Idee, den Erfolg des Bürgersolarkraftwerkes mit einem Grillfest an der Schule zu feiern, wurde skeptisch aufgenommen. Schließlich schrumpft die Teilnehmerzahl bei den Gesellschafterversammlungen. Bei der elften Auflage gab es viele Vollmachten, die Anwesenheit ersetzten.

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