Prozess wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung
Angeklagter fällt durch sein Verhalten mehrfach auf

Lengerich/Tecklenburg -

Die Zeugen bestätigen mit ihren Aussagen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, der Angeklagte widerspricht den Beschuldigungen. Vor dem Amtsgericht Tecklenburg muss sich ein 31-Jähriger aus Lengerich verantworten. Zur Last gelegt wird ihm im Wesentlichen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung.

Samstag, 23.02.2019, 21:58 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 17:42 Uhr
 
  Foto: dpa

Hausfriedensbruch in einer Arztpraxis im Mai 2018, Beleidigung und üble Nachrede im Rewe-Markt, ebenfalls im Mai 2018, sowie Körperverletzung und Beleidigung in der Tedi-Filiale im vergangenen November, so steht es in der Anklage, die der Vertreter der Staatsanwaltschaft am Freitag am Amtsgericht Tecklenburg verliest. Verantworten muss sich ein 31-jähriger Lengericher, der die Tatvorwürfe abstreitet oder relativiert und sich offenbar missverstanden fühlt.

Neun Zeugen bestätigen im Wesentlichen die Vorwürfe. Die Ehefrau des Lengerichers ist geladen, erscheint aber nicht. Sie soll nun noch gehört werden, ebenso zwei Frauen, die in der Arztpraxis beziehungsweise bei Tedi dabei waren.

Der Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand, hat Erklärungen und lange Vorgeschichten für die Anklagevorwürfe parat. „Die Frau hätte mir die Überweisung geben und höflicher sein können“, macht er deutlich. Er könne nicht gut Deutsch sprechen, habe ihm die Arzthelferin vorgeworfen, als er eine Überweisung für ein MRT haben wollte. Alles habe sehr lange gedauert, ihre Ausreden und seine Schmerzen seien ihm über den Kopf gestiegen, führt er aus.

Er sei sehr laut gewesen und habe gedroht, alles zusammenzuschlagen, sagt die Zeugin zu dem Vorfall aus. Trotz eines Hausverbots, das ihr Chef ausgesprochen habe, sei der Mann wieder in die Praxis gekommen. So bestätigen es auch der Arzt und dessen Ehefrau. Den Vorwurf des Angeklagten, er habe ihn so fest am Arm gepackt, dass er blaue Flecken hatte, weist der Mediziner zurück. Er habe sich gar nicht getraut, den Mann anzufassen.

Zu den Vorwürfen der Beleidigung und üblen Nachrede im Rewe-Markt erklärt der 31-Jährige, er habe nur mit der Stieftochter seiner Tante reden wollen, als diese um Hilfe schrie. Die Zeugin sagt aus, der Lengericher habe sie bedrängt und beschuldigt, ihre Geschwister zu bestehlen. „Ich fand es unmöglich, dass er solche Sachen über mich erzählt“, erinnert sie sich an das Geschehen in aller Öffentlichkeit. Als „brenzlig“ für die junge Frau hat ein Ehepaar aus Tecklenburg die Situation empfunden. Die beiden begleiteten sie anschließend zur Polizei.

„Es könnte gut sein“, räumt der Angeklagte den Vorwurf der Beleidigung eines Mannes bei Tedi ab, der der Ehefrau des 31-Jährigen ein Bein gestellt haben soll. „Aber mit Schlagen war da nichts“, bestreitet er die Körperverletzung. Laut Anklage und der Aussagen des mutmaßlichen Opfers und dessen Freundes hat der 31-Jährige den Geschädigten in den Schwitzkasten genommen und gegen ein Regal gedrückt.

Die Verhandlung wird am 15. März fortgesetzt.

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