NS-Kriegsverbrechen
Stutthof-Prozess: Gericht entscheidet über das Aus

Münster -

Spätestens in der kommenden Woche wird sich entscheiden, ob der NS-Kriegsverbrecherprozess gegen Johann R. aus dem Kreis Borken vor dem Landgericht in Münster endgültig eingestellt wird. Dieser war zuvor aufgrund einer möglichen Verfahrensunfähigkeit des Angeklagten ausgesetzt worden.

Freitag, 22.02.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 14:19 Uhr
Mit dem Rollstuhl wurde der Angeklagte in den Gerichtssaal gefahren.
Mit dem Rollstuhl wurde der Angeklagte in den Gerichtssaal gefahren. Foto: Gunnar A. Pier

Im Dezember hatte der Vorsitzende Richter Rainer Brackhane das Verfahren ausgesetzt, weil sich der Gesundheitszustand des 95-Jährigen rapide verschlechtert hatte. Brackhane ordnete darüber hinaus für Mitte Januar eine neue medizinische Untersuchung des Angeklagten an.

Deren Ergebnisse liegen nun vor, teilte Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus am Donnerstag auf Nachfrage mit.

Der Stutthof-Prozess vor dem Landgericht Münster

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  • Der 94-jährige Johann R. aus dem Kreis Borken muss sich seit dem 6. November 2018 wegen Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen verantworten.

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  • R. war seinerzeit Wachmann im Konzentrationslager Stutthof.

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  • Der Prozess findet im Landgericht in Münster statt.

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  • Das öffentliche Interesse ist groß. An den Verhandlungstagen bilden sich regelmäßig lange Schlangen vor der Einlasskontrolle des Landgerichts.

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  • Vertreten wird Johann R. durch seine Verteidiger Jürgen Föcking (links) und Andreas Tinkl.

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  • Anklage erhoben habem die Staatsanwälte Carsten Dombert (links) und Andreas Brendel.

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  • Das Gesicht des Angeklagten muss auf Anordnung des Gerichts unkenntlich gemacht werden.

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  • An den Verhandlungstagen wird der Angeklagte im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben. Die akten zum Prozess füllen ein ganzen Regal.

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  • Am 13. Dezember 2018 bleibt der Platz des Angeklagten frei, er wird vertreten durch seine Verteidiger.

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  • Gutachter Dr. Tilman Fey (Chefarzt der Abteilung für Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik Münster) berichtet über den Gesundheitszustand des Angeklagten. Der Prozess wird daraufhin ausgesetzt.

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Zu den Inhalten wollte er sich indes nicht äußern. Beobachter gehen nicht davon aus, dass weiterverhandelt wird. Im Dezember hatte der medizinische Gutachter Dr. Tilmann Fey erklärt, er halte es für unwahrscheinlich, dass sich der klinische Zustand des alten Mannes verbessern werde.

R. muss sich wegen Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen verantworten. Er war von 1942 bis 1944 als SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig eingesetzt worden.

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