Wechsel nach Ostwestfalen
Wulff Fleischwaren verlässt Telgte

Telgte -

Das Unternehmen Wulff Fleischwaren verlässt den Standort Telgte. Die Produktion wird an zwei bestehende Standorte in Ostwestfalen verlagert. 60 Mitarbeiter sind von der Entscheidung betroffen. Sie haben aber das Angebot erhalten, mit ins Ostwestfälische zu wechseln.

Mittwoch, 20.02.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 08:46 Uhr
Uwe Kilian und sein Traditionsunternehmen werden Telgte zum Jahresende verlassen.
Uwe Kilian und sein Traditionsunternehmen werden Telgte zum Jahresende verlassen. Foto: Flockert

Wulff Fleischwaren verlässt die Stadt Telgte. Und das schon zum 31. Dezember dieses Jahres. „Wir haben im Laufe der Woche mit allen Mitarbeitern gesprochen und ihnen mitgeteilt, dass wir den Standort Telgte zum Jahresende schließen werden“, berichtete Eigentümer und Geschäftsführer Uwe Kilian.

Sicherlich sei die Situation nicht sehr glücklich. Gerade auch mit Blick auf die 60 am Hermann-Löns-Weg tätigen Angestellten. Diesen hat Uwe Kilian das Angebot gemacht, mit nach Gütersloh oder an einen weiteren Standort im Ostwestfälischen, den er noch nicht verraten möchte, zu kommen und dort weiterbeschäftigt zu werden.

Lage mitten im Wohngebiet

Grund für das Unternehmen Wulff, die Emsstadt zu verlassen, war im Wesentlichen die Lage des Industriebetriebes inmitten eines Wohngebietes. „Das behindert uns in der Expansion“, so Kilian. „Langfristig hätte es hier nicht weitergehen können. Wir müssen investieren, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Aber hier können wir uns nicht weiterentwickeln. Auch Teile der Nachbarschaft haben uns immer wieder attackiert. Deshalb haben wir uns am Ende entschieden, wegzuziehen.“

Zunächst war intensiv geprüft wurden, in den neuen Teil des Gewerbegebietes Kiebitzpohl zu ziehen. „Das war aber wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Kosten für einen Neubau wären zu groß gewesen“, berichtet der 55-jährige Unternehmer, der die Firma gemeinsam mit seinen beiden Söhnen führt. Ein zweistelliger Millionenbetrag hätte dort investiert werden müssen. Und auch dort habe es schon wieder Proteste gegen eine Wulff-Ansiedlung gegeben.

Belegschaft "sehr gefasst"

Aus diesen Gründen habe man der Stadt Telgte, von der man in dem Prozess viel Unterstützung erfahren habe, mitteilen müssen, dass ein Umzug in den Kiebitzpohl nicht in Frage komme und man sich entschieden habe, an zwei bereits vorhandene Standorte umzuziehen.

Im März möchte Uwe Kilian noch einmal mit jedem Mitglied der Belegschaft, die die Entscheidung „sehr gefasst aufgenommen“ habe, das Gespräch suchen und über deren Zukunftspläne sprechen. Bereits im Laufe des Jahres wird die Produktion in Telgte eingestellt. Dann wird die Gebäudetechnik zurückgebaut. Zum Jahresende ist die Firma Wulff für Telgte Vergangenheit.

Positiv ist, dass dort Wohnraum entstehen wird.

Bürgermeister Wolfgang Pieper

Bürgermeister Wolfgang Pieper bedauert es sehr, „dass ein Traditionsunternehmen Telgte als Standort verlässt“. Traurig sei es auch, dass in Telgte dadurch Arbeitsplätze wegfielen. Zudem fehlten der Stadt nach dem Wegzug Gewerbesteuereinnahmen. Auf der anderen Seite hat er aber auch die Entwicklung des Standortes inmitten des Wohngebietes im Blick. „Positiv ist, dass dort Wohnraum entstehen wird.“

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