Heute vor 50 Jahren gab es ein Schneechaos in der Region
Notstand in Weiß...

Westerkappeln/Lotte -

Das Wetter ist ein wankelmütiger Geselle. Während vor einem Jahr die Region um diese Zeit auf ein sibirische Kältewelle zusteuerte, lacht an diesem Wochenende die Sonne von einem nahezu wolkenlosen Himmel auf die Erde herab. Bei Temperaturen von bis zu 18 Grad scheint der Frühling da zu sein. Vor 50 Jahren versank das Tecklenburger Land dagegen im Schneechaos.

Samstag, 16.02.2019, 07:00 Uhr
Das „Tecklenburger Kreisblatt“ berichtete vor 50 Jahren in Wort und Bild über den heftigen Wintereinbruch in Westerkappeln und Umgebung.
Das „Tecklenburger Kreisblatt“ berichtete vor 50 Jahren in Wort und Bild über den heftigen Wintereinbruch in Westerkappeln und Umgebung. Foto: Frank Klausmeyer

„Alles ertrinkt im Schnee“ meldete das „Tecklenburger Kreisblatt“. „Notstand in Weiß“ – so habe sich die Lage am Morgen des 16. Februar in Westerkappeln überschreiben lassen, hieß es zwei Tage später im Zeitungsbericht. Heftiger Schneefall und starker Wind sorgten für meterhohe Verwehungen. Viele Straßen blieben zunächst unpassierbar. In den Bauerschaften waren einzelne Gehöfte abgeschnitten von der Außenwelt. Bauern konnten ihre Milch nur mit dem Traktor zur Molkerei bringen. Für den Tankwagen war kein Durchkommen.

Auch das Jahreskonzert des MGV Seeste fiel dem Wetter zum Opfer. „Theater und Musik erstarben im Schnee“, heißt es im Zeitungsbericht. Der Rosenmontag fiel 1969 auf den 17. Februar. „Es war nicht nur der weißeste Rosenmontag seit Menschengedenken, sondern wohl das weißeste Westerkappeln, das es je gab“, schrieb der Chronist.

Die Gemeinde ordnete an, die Schneeberge am Straßenrand, die durch Raumfahrzeuge aufgehäuft worden waren, durch ein Fuhrunternehmen abfahren zu lassen. Mit Radladern wurde die weiße Pracht auf Lastwagen verfrachtet und abtransportiert.

In Lotte war die Lage offenbar nicht besser. Schneeschieber seien in den Geschäften ausverkauft gewesen, ebenso wie die Winterreifen an den Tankstellen, hieß es im „Wochenspiegel aus Lotte“, den der „Tecklenburger“ am darauffolgenden Wochenende veröffentlichte. Heimatvertriebene hätten den Wintereinbruch allerdings als gar nicht so schlimm empfunden.

Noch eine Notiz aus jenen Tagen. Nachdem es wochenlang sehr milde gewesen sei, habe im Februar dann plötzlich der „Run“ auf Kohlen und Heizöl eingesetzt. Händler seien den Bestellungen kaum noch nachgekommen.

Wer weiß, vielleicht wird es dieses Jahr auch noch bitterkalt. Vergangenes Jahr lag sogar Ostersonntag, das war der 1. April, noch Schnee. Bis Ende Februar ist nach den meteorologischen Prognosen allerdings kein Winter in Sicht.

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