Tarifkonflikt
Verdi ruft zu Warnstreiks an NRW-Unikliniken auf

Köln/Münster -

Verhärtete Fronten im Tarifkonflikt: Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu Warnstreiks an allen Unikliniken in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. In Münster geht das Universitätsklinikum aber davon aus, dass nicht gestreikt werde.

Freitag, 08.02.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 16:47 Uhr
Tarifkonflikt: Verdi ruft zu Warnstreiks an NRW-Unikliniken auf
Am Dienstag will Verdi die Unikliniken in NRW bestreiken. Foto: Wilfried Gerharz (Archiv)

Wegen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst der Länder hat die Gewerkschaft Verdi für Dienstag (12. Februar) zu Warnstreiks an allen Unikliniken in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Die Notfallversorgung von Patienten sei sichergestellt, bei der Regelarbeit wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen müsse man dagegen mit deutlichen Verzögerungen rechnen, sagte Verdi-Sprecher Jan von Hagen am Freitag in Köln.

An der Uniklinik in Münster ist man über diese Meldung überrascht. Man habe etwas anderes vereinbart, sagte eine Pressesprecherin am Freitag. „In Münster wird am Dienstag nicht gestreikt.” Die Belegschaft werde sich lediglich am Donnerstag für eine Stunde zu einer „aktiven Mittagspause” versammeln, in der die Forderungen besprochen werden sollen.

Länder finden Forderungen überzogen

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck in den Gesprächen für rund eine Million Beschäftigte erhöhen. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 28. Februar in Potsdam. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die Beschäftigten der Länder außer Hessen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Sie verweisen auf sprudelnde Steuereinnahmen. Die Länder weisen die Forderungen als überzogen zurück.

„Jetzt sind die Beschäftigten in den Betrieben gefordert, mit Arbeitsniederlegungen in den kommenden Wochen ein klares Signal an die Arbeitgeber zu geben,“ sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Freitag in Potsdam

Tarifkonflikt in Essen und Düsseldorf beigelegt

Im vergangenen September war ein Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen an den Unikliniken in Düsseldorf und Essen beigelegt worden. Verdi und die Klinikleitungen hatten sich in einem Schlichtungsverfahren auf die Einstellung von zusätzlichem Personal verständigt . Im Zuge dieser Auseinandersetzung war allein an der Uniklinik Düsseldorf an 52 Tagen gestreikt worden. Etwa 3000 Operationen mussten dort deshalb abgesagt oder verschoben werden.

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