Franziska und Christoph Schütte züchten Tschechoslowakische Wolfhunde
Ein Partner mit eigenem Kopf

Nordwalde -

Ein Wolfhund ist von einem echten Wolf nur sehr schwer zu unterscheiden. Familie Schütte aus Nordwalde züchtet Tschechoslowakische Wolfhunde und weiß die Eigenarten dieser sehr ursprünglichen Hunderasse zu schätzen.

Freitag, 18.01.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 20.01.2019, 10:30 Uhr
Franziska Schütte mit ihrer jungen Tschechoslowakischen Wolfhündin mit dem edlen Namen „Beauty Beast Wolfdog Bohemia“, die aber zuhause von ihren Besitzern einfach nur Rebella genannt wird.
Franziska Schütte mit ihrer jungen Tschechoslowakischen Wolfhündin mit dem edlen Namen „Beauty Beast Wolfdog Bohemia“, die aber zuhause von ihren Besitzern einfach nur Rebella genannt wird. Foto: Marion Fenner

Von einem großen Irischen Wolfshund hat Franziska Schütte ursprünglich geträumt. Bei der Suche nach Informationen im Internet stieß sie dann zufällig auf den Wolfhund – ohne s – und war sofort fasziniert von den Tieren, die äußerlich von einem echten Wolf selbst von Experten kaum zu unterscheiden sind. Statur, Fellfarbe und sogar der Gang sind sehr ähnlich.

Im Jahr 2005 zog mit Hündin Drage der erste Tschechoslowakische Wolfhund bei der Familie in Nordwalde ein. Rüde Exor folgte etwas später – die beiden legten die Grundlage für die Zucht im Zwinger mit dem Namen von Weste­rode. Für Fremde wirkt es so, als bewache ein Rudel Wölfe das Haus in der Bauerschaft.

26 Prozent echtes Wolfsblut

Ein Leben ohne ihre Hunde können sich Franziska und Christoph Schütte nicht mehr vorstellen. „Diese Hunde haben noch etwas so Ursprüngliches“, erklärt Franziska Schütte. 26 bis 34 Prozent echtes Wolfsblut fließt in ihren Adern. Wolfhunde seien im Wesen anders als viele andere bekannte Hunderassen, sagt die Züchterin. „Sie haben eine sehr vielfältige Mimik und Körpersprache, mit der sie gegenüber anderen Hunden und auch mit Menschen kommunizieren.“

Wolfhunde seien zudem sehr sozial und bauen eine sehr enge Partnerschaft zu ihrem Menschen auf. Das bedeute aber nicht, dass diese Hunde leicht zu erziehen seien. Die perfekte Unterordnung sei nicht so ihr Ding, dafür seien es treue Freunde, die alle Familienmitglieder in ihr Herz schließen.

Der Wolfhund trägt in der Regel ein Halsband, der Wolf nicht.

Franziska Schütte

„Mit Konsequenz können die Besitzer etwas erreichen, aber wenn der Hund keine Lust habe, sei er schwer zur Mitarbeit zu überreden. Wenn sie allerdings Spaß an einer Sache haben, seien die Tiere mit Feuereifer dabei, versichert die Züchterin. So haben einige ihre Hunde die Prüfung zum Wasserrettungshund bestanden. Andere seien in einem Schlittenhundeteam mitgelaufen. „Sie machen erst einmal alles mit, zeigen einem aber Grenzen auf.“ Sollte ein Problem im Hundeleben auftauchen, sei der Wolfhund ein Tier, das selbst eine Lösung suche, erklärt Franziska Schütte mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Das ist nicht immer die Lösung, die der Mensch gewählt hätte.“ Die Hunde schafften es immer wieder, sie zu verblüffen. Einige haben sogar lustige Angewohnheiten. Einer ihrer Rüden liebt es, abends stundenlang auf den Fernsehbildschirm zu schauen. Vor allem der Film „Das Dschungelbuch“ habe es ihm angetan. „Wenn dann die Affenbande tanzt, hüpft er mit.“

Aufwachsen im Rudel

Bei der Zucht legt Familie Schütte Wert darauf, dass die Welpen im hundeeigenen Familienverband aufwachsen. Vater, Onkel und Tanten gehörten dazu, die sich Betreuung und Erziehung des Nachwuchses im Rudel teilen. Die jungen Tiere müssten zwar an den Menschen gewöhnt werden, sollen aber auch Hund sein dürfen. Ein wenig Toleranz sei bei Wolfhunden eben wichtig.

Toleranz, die sich Franziska Schütte auch von Menschen gegenüber dem Wolf wünscht. „Ich kann die Sorgen vieler vor der Rückkehr des Wolfes nicht teilen, für mich hat er auch ein Recht, wieder in seiner ehemaligen Heimat einen Platz zum Leben zu finden.“

Wolfhunde werden immer wieder einmal mit echten Wölfen verwechselt. Franziska Schütte hat einen einfachen Tipp parat, wie sie unterschieden werden können: „Der Wolfhund trägt in der Regel ein Halsband, der Wolf nicht.“

Mischung aus Wolf und Schäferhund

„Der Tschechoslowakische Wolfhund ist eine junge Rasse und entstammt einem Zuchtversuch aus einer Anpaarung zwischen Wölfen und Deutschen Schäferhunden“, erzählt Franziska Schütte. In den 1950er Jahren habe es die Idee gegeben, die Grenze der ehemaligen Tschechoslowakei von diesen Hunden bewachen zu lassen. Funktioniert habe das nicht, weil die eigenständigen Hunde diese Aufgabe nicht so wie geplant übernommen haben. Sie haben gegenüber fremden Menschen ein wolfstypisches, scheues Verhalten an den Tag gelegt. Es hätten sich aber Liebhaber gefunden, die die Zucht trotzdem fortgeführt haben. Seit 1998 ist der Tschechoslowakische Wolfhund beim internationalen Zuchtverband anerkannt.

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