Martin Münster aus Rosendahl möchte Weltmeister werden
Elf, keck, Modellflieger

Rosendahl -

Martin Münster hat nicht nur einen interessanten Namen. Er ist auch ein interessanter Typ. Elf Jahre alt, keck, Modellflieger. Und was für einer. 

Donnerstag, 17.01.2019, 19:12 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 20:51 Uhr
Das Flugzeug einfach mal in der Luft stehen lassen: Martin Münster hat so manchen Trick auf Lager. Kein Wunder: Der Elfjährige ist deutscher Vize-Meister im Modellfliegen.
Das Flugzeug einfach mal in der Luft stehen lassen: Martin Münster hat so manchen Trick auf Lager. Kein Wunder: Der Elfjährige ist deutscher Vize-Meister im Modellfliegen. Foto: privat

Der kleine Kerl hat’s einfach drauf. Wie er die Maschine über das Flugfeld hetzt, sie Pirouetten drehen, sie trudeln, taumeln und tanzen lässt, macht den Laien nur staunen. Vater Siegfried, ein alter Hase in der Modellfliegerei, gibt unumwunden zu: „Das könnte ich nicht.“

Woher’s der Filius hat? Der zuckt nur die Schultern. „Ist halt so“, sagt er knapp. Faustdick hat er es jedenfalls hinter den Ohren: Nicht nur, dass der Elfjährige deutscher Vizemeister im Indoor-Kunstflug ist – im März fliegt er auch zur Weltmeisterschaft nach Kreta.

Positiv verrückt. So kann man Vater und Sohn Münster aus Holtwick bei Rosendahl wohl nennen. Beide haben die Liebe zur Modellfliegerei im Blut. Der 50-Jährige erbte sie von seinem Vater, Sohn Martin von ihm.

Früher, sagt Siegfried Münster, sei die Modellfliegerei noch außergewöhnlicher gewesen als heute. Die alten Methanolmotoren, die mit Rizinusöl geschmiert wurden, „das war vielleicht eine Sauerei“. Aber eine mit Reiz. Die Flugzeuge wurden natürlich selbst gebaut. Und wenn sie dann tatsächlich flogen: „Das war einfach nur großartig.“

Martin Münster ist Kunstflug-Showpilot

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  • Martin Münster und seine Top-Flugzeuge

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  • Modellflieger Martin Münster in seine Element.

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  • Kleiner Mann ganz groß. Martin Münster war bei Stefan Raab eingeladen.

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  • Steilflug: Der Elfjährige beherrscht seine Flugzeuge.

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  • Kai Pflaume kann von dem jungen Modellflugzeug-Piloten noch etwas lernen.

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  • Wenn einer ein Könnerkind ist, dann Martin Münster.

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  • Das steht der Flieger tatsächlich in der Luft. Martin bei einem Indoor-Wettbewerb.

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  • Draußen funktioniert das natürlich auch prima.

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  • Rasanter Kurvenflug: In einem echten Flugzeug würde den Insassen vermutlich speiübel.

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  • „Fliegen aus Leidenschaft“ - stimmt!

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  • Normal steuern kann ja jeder. Das Flugzeug steht senkrecht, Martin Münster steuert es mit der Fernbedienung hinter dem Rücken.

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  • Fliegen macht Spaß - sieht man.

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  • Der Kleine und sein Flitzer

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  • So sehen die Kunststücke, die auf einem Wettbewerb geflogen werden müssen, auf Papier aus.

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Sohn Martin hat die Leidenschaft vom Vater geerbt. Nur spricht er nicht so gerne darüber. Fünf war er, als ihm der Opa ein Flugzeug zum Üben überließ. Am 1. Mai 2012. „Mach mal“, sagt er. Und Martin machte. Was Vater Siegfried nie für möglich hielt: Der Flieger flog – und schmierte nicht ab. Das war die Geburtsstunde einer gelebten Begeisterung. Spaß, Können, Ehrgeiz? Ich habe einfach immer Bock zu fliegen“, sagt Martin.

Um die 30 Mal pro Jahr sind Vater und Sohn inzwischen zu Flug-Events unterwegs. Ein Turnier hier, eine kleine Meisterschaft dort. Immer gibt es für gute Leistungen Punkte. Dabei hat es den beiden vor allem die In door-Variante angetan. Heißt: Fliegen in einer Sporthalle, bedeutet vor allem: Manövrieren auf engerem Raum. Mal als reiner Kunstflug – das ist dann die Pflicht, dann als Aeromusical mit Musik – das ist die Kür.

Im November veranstaltete der Deutsche Modellflieger Verband die deutsche Meisterschaft in Nordhorn. Knapp 40 Piloten nahmen teil. Martin Münster landete auf dem zweiten Platz. Chapeau!

Im März will es der Gymnasiast nun wissen. Als Jugendmitglied einer vierköpfigen Nationalmannschaft geht’s dann zur Weltmeisterschaft nach Heraklion auf Kreta. Da trifft der kleine Könner dann auf die Besten der Szene. Und sicherlich auch auf manchen alten Hasen.

„Ich glaube, wir haben eine Chance“

Und? Eine Chance auf den Titel? Schweigen, Pause, ähm ja. Beim der letzten WM sei das deutsche Team früh ausgeschieden, sagt Siegfried Münster dann. Damals war aber auch der Junior noch nicht dabei. „Ich glaube, wir haben eine Chance“, sagt der selbstbewusst. Wenn nicht als Team, dann vielleicht er alleine. Weil: Alle jugendlichen Mitglieder der rund 50 internationalen Mannschaften fliegen ge­geneinander den Jugendweltmeister aus. Also: Daumen drücken!

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