Hartes Training statt Zauberei
Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft trainiert in Schöppingen

Schöppingen -

In atemberaubendem Tempo prescht der Jäger auf seinem Besen über das Spielfeld, schnappt sich beim Quidditch-Duell den Schnatz und holt damit den Sieg für seine Mannschaft.

Montag, 14.01.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 14:49 Uhr
Quidditch: Die deutsche Nationalmannschaft trainierte am Wochenende trotz der widrigen Witterungsbedingungen in Schöppingen. Im Bild rechts: Nadine Cyrannek, Noel Moutin (Ansprechpartner für die Spieler), Steffen Wirsching.
Quidditch: Die deutsche Nationalmannschaft trainierte am Wochenende trotz der widrigen Witterungsbedingungen in Schöppingen. Im Bild rechts: Nadine Cyrannek, Noel Moutin (Ansprechpartner für die Spieler), Steffen Wirsching. Foto: Angelika Hoof

In atemberaubendem Tempo prescht der Jäger auf seinem Besen über das Spielfeld, schnappt sich beim Quidditch-Duell den Schnatz und holt damit den Sieg für seine Mannschaft. Solche Szenen kennen Harry Potter-Fans aus den Filmen des bekannten Zauberers nur zu genüge. Seit einigen Jahren hat Quidditch aber auch in der realen Welt seinen Platz gefunden. Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete.

Während sich seit 2008 bereits amerikanische und kanadische Mannschaften beim World Cup im Quidditch maßen, schwappte die neue Trendsportart erst vor vier Jahren nach Deutschland über. Und Quidditch boomt, was mittlerweile 40 Teams mit rund 800 Spielern belegen. Aus diesen Mannschaften haben sich Bundestrainer Steffen Wirsching (Darmstadt) und Assistenztrainerin Nadine Cyrannek im Rahmen von vier Sichtungen für die besten 40 Spieler entschieden.

Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft: Trainingslager in Schöppingen

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  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
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  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
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  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
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  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof
  • Auf die Suche nach dem Schnatz begab sich am Wochenende die Deutsche Quidditch-Nationalmannschaft, die zur Vorbereitung auf die Europaen Games (29./30. Juni) ihr fünftes Trainingslager auf dem Vereinsgelände des ASC Schöppingen veranstaltete. Foto: Angelika Hoof

„Wir veranstalten monatliche Trainingslager wie hier in Schöppingen, da die Aktiven von Hamburg bis Passau, Berlin bis Bonn aus mehr als 14 verschiedenen Vereinen kommen. Nur so ist es möglich, neue Spielzüge einzustudieren und die passenden Spielpartner zu finden. Bis zu den Europaen Games Ende Juni in Bamberg soll sich ein Turnierkader von 21 (plus vier) Frauen und Männern herauskristallisiert haben, die nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich gut zusammen passen“, so Wirsching.

Im Gegensatz zu Fußball, Handball, Volleyball & Co. ist Quidditch ein gemischt geschlechtlicher Ausdauersport, der Elemente aus Rugby, Handball und Völkerball vereint. „Charakteristisch sind zudem die Besen, 0,81 bis 1,06 Meter lange Stangen, die sich die Spieler zwischen die Oberschenkel klemmen müssen“, macht der Darmstädter die Verbindung zum Zauberwelt-Quidditch deutlich. Feuerblitz oder Nimbus 2000? „Das spielt bei uns keine Rolle“, meint Wirsching und grinst. „Es ist nicht unser Anliegen mit der Zauberwelt von Harry Potter verglichen zu werden. Für uns steht der Sport im Vordergrund“, betont der Bundestrainer.

Schnatz, Klatscher und Quaffel – die Quidditch-Regeln

Ziel des Spiels ist es, viele Punkte zu verbuchen. Zehn Punkte gibt es für jedes Tor. 30 Punkte erhält das Team, das den Schnatz fängt und damit das Spiel beendet. Jede Mannschaft verteidigt drei Tore, das sind Hulla-Hoop-Reifen, die auf einer Stange befestigt sind. Insgesamt befinden sich fünf Bälle im Spiel: ein Schnatz, drei Klatscher und ein Quaffel. Der Schnatz, ein Tennisball, der im Hosenbund eines neutralen gelb gekleideten Spielers platziert ist und der nach 18 Minuten Spielzeit freigegeben wird. Sobald er gefangen wurde, endet das Spiel und die den Schnatz fangende Mannschaft erhält zusätzliche 30 Punkte. Die drei Klatscher können dazu genutzt werden, den Spielfluss anderer Spieler zu stören. Vom Klatscher getroffene Spieler müssen zu ihren Torreifen zurücklaufen und können dann erst wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Der Quaffel ist ein Volleyball, mit dem Punkte erzielt werden können, indem er durch einen der je drei unterschiedlich hoch angebrachten Ringe der gegnerischen Mannschaft geworfen wird. Eine Mannschaft besteht aus sieben Spielern: drei Jägern (weißes Stirnband), einem Hüter (grün), zwei Treibern (schwarz) und einem Sucher. Die Jäger versuchen mit dem Quaffel Tore zu werfen, während der Hüter die Angriffe der gegnerischen Jäger abzuwehren hat. Aufgabe der Treiber ist es, den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu stören, indem sie gegnerische Spieler mit den Klatschern abwerfen. Der Sucher muss den Schnatz fangen. Das Spielfeld besteht aus einem Rechteck (22 Meter mal 33 Meter) mit an den langen Seiten anschließenden Halbkreisen.

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Nach dem Mentaltraining und dem Warm-Up gilt es an beiden Tagen neben dem Tackling neue Spielzüge für die „Beater“ und „Chaser“ zu trainieren. „Bei vier Grad und leichtem Nieselregen gibt es sicher schönere Orte, an denen man sich an diesem Morgen aufhalten könnte“, so Zaungast Hans Küper, der mit Regenschirm bewaffnet am Spielfeldrand steht und zuschaut. „Eine Nationalmannschaft in Schöppingen ist ja schon etwas besonderes. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, denn mir sagte dieser Sport bislang gar nichts.“ Schnell wird deutlich, dass Quidditch ein komplexes Spiel ist, bei dem die Aktiven keine Angst vor Körperkontakt haben dürfen.

Am Ende des ersten Trainingstages folgt nach dem gemeinsamen Abendessen ein Taping-Kurs mit Beate Otten sowie ein Workshop zum Thema „Gleichberechtigung – wofür brauchen wir beim Quidditch eigentlich Frauen?“ „Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist beim Quidditch etwas Besonderes, denn in keiner anderen Mannschaftssportart stehen die beiden Geschlechter zusammen auf dem Feld. Das kann mitunter zu Spannungen im Team führen, weshalb wir das Problem von vornherein ansprechen und thematisieren“, erläutert Steffen Wirsching, der mit seinem Team bei den Europaen Games eine Medaille anpeilt.

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