Reportage
Auf Wildschweinjagd im Naturschutzgebiet

Westerkappeln/Lotte -

Die Hunde können es kaum abwarten. Sie winseln, sie jaulen und sie bellen. Das Jagdfieber hat sie gepackt. Noch bevor sie von der Leine gelassen werden, ist aus der Ferne ein erster Schuss zu hören. Mitten im Naturschutzgebiet „Wersener Heide“. Dort werden Wildschweine gejagt.

Samstag, 15.12.2018, 10:00 Uhr
„Hopphopp, hopphoppophopp“ rufen die Treiber unentwegt in den Wald, um das Wild zu beunruhigen. Die Tier sollen aber nicht in Panik versetzt werden.„Schießen sie nicht zu weit und zu gewagt !“ Vor der Jagd weisen Revierförster Rainer Schmidt (links) und sein Chef Jürgen Rost die Jäger ein.Für die Treiber geht es durchs Unterholz und dorniges Gestrüpp – ein anstrengender Marsch. Geschossen werden darf ausschließlich mit bleifreier Munition. Geduldig wartet Ulrich Kröner, dass ihm ein Wildschwein vor die Büchse läuft. Er bekommt aber nicht einmal eine Sau zu sehen.Zur Strecke gebracht: Neun Wildschweine und 14 Rege wurden bei der Drückjagd erlegt, darunter sogar ein seltenes schwarzes Reh.Folklore: Zum Abschluss der Jagd wird das Halali geblasen.Einer muss es machen: Zum Abschluss werden die Schweine aufgebrochen, wie der Jäger sagt. Diese können das Fleisch entweder selbst kaufen oder es wird an die Gastronomie verkauft. Wie ihre Herrchen müssen auch die Hunde Schutzwesten tragen.
Wie ihre Herrchen müssen auch die Hunde bei der Jagd Schutzwesten tragen. Foto: Astrid Springer

Iwo, Kiara, Ali und Anna können es kaum abwarten. Sie winseln, sie jaulen und sie bellen. Das Jagdfieber hat die beiden Drahthaar-Foxterrier, den Kleinen Münsterländer und die Deutsch Drahthaar-Hündin gepackt. Gleich geht es los. Noch bevor ihre Herrchen sie von der Leine lassen, ist aus der Ferne ein erster Schuss zu hören. Mitten im Naturschutzgebiet „Wersener Heide“. Die DBU Naturerbe GmbH, eine Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, hat zur Drückjagd geladen. Vor allem haben die Jäger Wildschweine im Visier.

Die Jäger sind die Ruhe selbst. Kurz nach Sonnenaufgang versammeln sich ihrer 45 an der Zahl vor der Forsthütte im Seester Revier. Der Großteil der Waidmänner kommt aus diesem und angrenzenden Jagdbezirken. Dazu gesellen sich einige geladene Jäger aus anderen Regionen.

„Partner für den Naturerbe-Auftrag”

So wie Thomas Scheele, der in aller Herrgottsfrühe aus dem Sauerland angereist ist. Eine gute nachbarschaftliche Jagdgemeinschaft sei wichtig auch für das Naturschutzgebiet, erklärt Bundesförster Rainer Schmidt, der die „Wersener Heide“ betreut. Die Jäger, das seien die Partner für den Naturerbe-Auftrag, ergänzt Michael Diekamp, Förster und Betriebsmanager bei der DBU.

Das rund 1000 Hektar große Naturschutzgebiet „Wersener Heide“ liegt größtenteils auf dem Gebiet der Gemeinden Westerkappeln und Lotte, ein kleinerer Teil gehört zum angrenzenden Niedersachsen. Bis 2012 wurde die Fläche von der britischen Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Jetzt wachsen auf den Pfeifengraswiesen Lungenenzian, Wollgras und Moorlilie. In den Feuchtwiesen brüten der Große Brachvogel und der Wiesenpieper. 

DBU Naturerbe GmbH

Die DBU Naturerbe GmbH ist eine 2009 gegründete Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie will 71 großräumige Liegenschaften – rund 70 000 Hektar in zehn Bundesländern – langfristig für den Naturschutz sichern. Diese Naturerbeflächen, bei denen es sich überwiegend um ehemalige Militärübungsplätze handelt, werden – soweit noch nicht geschehen – der DBU Naturerbe GmbH dazu in den nächsten Jahren nach und nach übergeben. Seit 2016 ist sie bereits Eigentümerin der rund 1000 Hektar großen „Wersener Heide“. Gemeinsam mit dem Bundesforst als Dienstleister ist es Ziel, die Strukturvielfalt und den Reichtum an heimischen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu fördern. Ohne Bejagung ist dies aber nicht immer möglich. Die DBU Naturerbe hat deshalb für ihre Flächen Grundsätze für das Wildmanagement entwickelt. Mehr dazu unter https://www.dbu.de.

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Rehe als Feinde junger Triebe

Und die auf dem früheren Manövergelände dominierenden Kiefernbestände sollen langsam aber sicher zu heimischen Laub- und Mischwäldern „umgebaut“ werden, wobei die Natur dabei weitgehend sich selbst überlassen bleibt – ohne Schutzzäune.

Rehe stehen dieser Verjüngung allerdings allzu oft im Weg, weil sie sich an den überall aus dem Boden sprießenden jungen Trieben laben. Deshalb ist heute auch das Schalenwild zum Abschuss freigegeben. Im Vordergrund steht jedoch die Jagd auf Wildschweine. „Die wollen wir hier nicht haben“, erklärt Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, welcher die Drückjagd im Auftrag der DBU Naturerbe organisiert hat.

„Die Bestände explodieren“

Die Schwarzkittel sind – wie der Wolf – sogenannte Wiederkehrer. Bis vor ein paar Jahren gab es in der Region nicht ein einziges Wildschwein. Vermutlich schwimmend durch den Mittellandkanal sind die ersten Exemplare ins nördliche Münsterland vorgedrungen und drohen in nur kurzer Zeit zur Plage zu werden. „Die Bestände explodieren. Wir haben Reproduktionsraten von 300 Prozent“, sagt Michael Diekamp,

Ziel ist, die Population klein zu halten. Aus dreierlei Gründen: Erstens zur Wildschadenabwehr, weil die Sauen in den Sommermonaten auch auf den angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen immense Zerstörung anrichten können. Zweitens zur Seuchenabwehr; „derzeit das große Thema“, wie Diekamp mit Hinweis auf die Afrikanische Schweinepest betont, die nicht nur in osteuropäischen Ländern grassiert, sondern mittlerweile auch in Belgien aufgetreten ist.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

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  • Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinpest (ASP) nach Deutschland ist angesichts neuer Fälle in Polen und Tschechien weiterhin hoch.

    Foto: Carsten Rehder, dpa
  • Die Seuche ist über Georgien und Russland in die EU eingeschleppt worden, inzwischen wurde sie in sechs Mitgliedstaaten nachgewiesen. 

    Foto: dpa
  • Das Risiko der Einschleppung durch den direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen schätzen Fachleute als mäßig ein. Besondere Gefahr geht hingegen vom Menschen aus. So könnte die Seuche sehr schnell durch kontaminierte Essensreste, die an Raststellen entsorgt werden, nach Deutschland eingetragen werden. 

    Foto: dpa
  • Da reicht beispielsweise schon ein achtlos weggeworfener Rest von Wildschweinsalami aus betroffenen osteuropäischen Beständen, der dann von einem hiesigen Wildschwein gefressen wird. 

    Foto: dpa
  • Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich. Laut Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommer birgt selbst der Verzehr von infiziertem Schweinefleisch kein gesundheitliches Risiko.

    Foto: dpa
  •  Bei Schweinen verläuft die Erkrankung hingegen in fast allen Fällen tödlich.

    Foto: di
  • Es gibt keinen Impfstoff gegen die Seuche. Eine Einschleppung in Zuchtbetriebe könnte deshalb zu großen wirtschaftlichen Schäden führen.

    Foto: dpa
  • Seit mehreren Monaten bereiten sich Bund und Länder auf den „worst case“ eines möglichen Ausbruchs der Seuche in Deutschland vor.

    Foto: dpa
  • Die Jagd auf Schwarzkittel wurde intensiviert, so auch entlang der A2 bei Bielefeld. Die Autobahn gilt als Hauptverkehrsachse von Osteuropa über Berlin nach Nordrhein-Westfalen.

    Foto: dpa
  • Ist ein Tier nachweislich an der ASP erkrankt oder gestorben, greifen mehrere Maßnahmen (hier das Bild einer Übung). Um den Standort des Betriebes, dessen Bestand komplett getötet werden muss, wird ein Sperrbezirk eingerichtet, in dem ein Verbot der Freilandhaltung von Hausschweinen gilt.

    Foto: dpa
  • Außerdem dürfen Gras, Heu und Stroh aus dem gefährdeten Gebiet nicht in Hausschweinbestände geliefert werden – und das alles für sechs Monate. Zudem gelten für das erweiterte Umfeld des Sperrbezirks strenge Handels- und Transportverbote.

    Foto: dpa
  • Während in der Kernzone unmittelbar um den Fundort der Schwerpunkt der Bekämpfung auf dem Absammeln von Kadavern liege, würden vor allem in der äußeren Pufferzone Wildschweine intensiv bejagt.

    Foto: dpa
  • Die Forscher gehen davon aus, dass eine massive Reduktion der Wildschweinpopulation um mehr als 70 Prozent erforderlich ist, um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. 

    Foto: dpa
  • Dennoch ist es bislang keinem von ASP betroffenen Land gelungen, die Seuche auszumerzen.

    Foto: dpa

Drittens bedroht das Borstenvieh das erfolgreiche Bodenbrüterprogramm in der „Wersener Heide“, weil die Allesfresser Nester ausrauben.

Schießen sie nicht zu weit und zu gewagt.

Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser

Drückjagden sind wichtiger Teil der Wildmanagement-Grundsätze, die die DBU eigens für ihre Naturerbeflächen entwickelt hat. Mit guten Hunden sowie zuverlässigen und leistungsfähigen Schützen würden erwiesenermaßen die größten Erfolge erzielt, sagt Diekamp.

Zu diesen erfahrenen Jägern zählen Ulrich Kröner und Wolfgang Teepe, die nun wie 27 weitere Schützen ihre zugewiesenen Hochsitze erklimmen und geduldig darauf warten, dass ihnen Schwarz- und Schalenwild vor die Büchse läuft. „Schießen sie nicht zu weit und zu gewagt“, mahnt Rost bei der Einweisung. Schließlich laufen Leute durch die Gegend.

Marsch der Treiber: „Je lauter wir sind, desto besser“

Diesen Job haben Aloys Puke und Sohn Michael, Andreas Lasar und Hendrik Terveer. Sie gehören mit ihren Hunden Kiara, Iwo, Ali und Anna zu den 17 Treibern, die – in vier Gruppen aufgeteilt – das Wild aufscheuchen sollen. „Hopphopp, hopphoppophopp“ rufen sie gebetsmühlenartig in den Wald, den sie auf einer Linie durchstreifen, während ihre Hunde von links nach rechts, vor und zurück hetzen, stöbern, schnüffeln.

Hendrik Terveer, der ebenfalls Bundesförster ist, gibt mit GPS-Unterstützung die Richtung vor. Es geht für die Gruppe von Süden nach Norden – ein rund 7,5 Kilometer langer, anstrengender Marsch über Stock und Totholzstämme, durchs Unterholz und dorniges Gestrüpp. „Hopphopp, Hopphopp !“ – „Je lauter wir sind, desto besser“, erläutert Michael Puke. Das Wild soll beunruhigt, aber nicht in Panik versetzt werden. Und schon gar nicht wollen die Jäger über eine schlafende Sau stolpern. „Die kann dann schon mal richtig sauer werden“, weiß Diekamp, der wie die anderen Treiber zum Selbstschutz seine Büchse mit sich trägt.

Wildschweinjagd im Naturschutzgebiet

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  • Die Förster Rainer Schmidt, Jürgen Rost und Michael Diekamp (von links) haben bei der Drückjagd „den Hut auf“.

    Foto: Astrid Springer
  • „Schießen sie nicht zu weit und zu gewagt !“ Vor der Jagd weisen Revierförster Rainer Schmidt (links) und sein Chef Jürgen Rost die Jäger ein.

    Foto: Astrid Springer
  • Wie ihre Herrchen müssen auch die Hunde Schutzwesten tragen.

    Foto: Astrid Springer
  • Wie ihre Herrchen müssen auch die Hunde Schutzwesten tragen.

    Foto: Astrid Springer
  • Die „Wersener Heide“ war einmal ein Truppenübungsplatz. Einige Relikte aus dieser Zeit sind noch zu erkennen.

    Foto: Astrid Springer
  • Über Funk stehen die Jäger in Verbindung.

    Foto: Astrid Springer
  • Die Treiber müssen auch durchs Unterholz.

    Foto: Astrid Springer
  • Kilometerlang geht es für die Treiber durchs Gelände.

    Foto: Astrid Springer
  • Kilometerlang geht es für die Treiber durchs Gelände.

    Foto: Astrid Springer
  • Die Hunde waren im Jagdfieber. Sie scheuchen das Wild aber nur auf.

    Foto: Astrid Springer
  • Kilometerlang geht es für die Treiber durchs Gelände.

    Foto: Astrid Springer
  • Die Treiber müssen auch durchs Unterholz.

    Foto: Astrid Springer
  • Ein aufgescheuchtes Reh

    Foto: Astrid Springer
  • Kilometerlang geht es für die Treiber durchs Gelände.

     

    Foto: Astrid Springer
  • Wildschweine sind schlau, sagt Michael Diekamp, Förster bei der DBU.

    Foto: Astrid Springer
  • Einer muss es machen: Zum Abschluss werden die Schweine gewogen und aufgebrochen, wie der Jäger sagt. Diese können das Fleisch entweder selbst kaufen oder es wird an die Gastronomie verkauft.

    Foto: Astrid Springer
  • Zur Strecke gebracht: Neun Wildschweine und 14 Rege wurden bei der Drückjagd erlegt, darunter sogar ein seltenes schwarzes Reh.

    Foto: Astrid Springer
  • Die Strecke wird gelegt.

    Foto: Astrid Springer
  • Folklore: Zum Abschluss der Jagd wird das Halali geblasen.

    Foto: Astrid Springer
  • Nach und nach wird das erlegte Wild zum Forsthaus gebracht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Nach und nach wird das erlegte Wild zum Forsthaus gebracht.

     

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Einer muss es machen: Zum Abschluss werden die Schweine gewogen und aufgebrochen, wie der Jäger sagt. Diese können das Fleisch entweder selbst kaufen oder es wird an die Gastronomie verkauft.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Nach und nach wird das erlegte Wild zum Forsthaus gebracht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Neun Wildschweine wurden erlegt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Einer muss es machen: Zum Abschluss werden die Schweine gewogen und aufgebrochen, wie der Jäger sagt. Diese können das Fleisch entweder selbst kaufen oder es wird an die Gastronomie verkauft.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Nach und nach wird das erlegte Wild zum Forsthaus gebracht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Mit Funkgeräten verständigen sich die Jäger im Gelände.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Geschossen wird ausschließlich mit bleifreier Munition.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Einer muss es machen: Zum Abschluss werden die Schweine gewogen und aufgebrochen, wie der Jäger sagt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Geduldig wartet Ulrich Kröner, dass ihm ein Wildschwein vor die Büchse läuft. Er bekommt aber nicht einmal eine Sau zu sehen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Hunde waren im Jagdfieber. Sie scheuchen das Wild aber nur auf.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Neun Wildschweine wurden erlegt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Natur pur!

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Treiber sollen das Wild beunruhigen.

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  • Ulrich Kröner hatte kein Jagdglück.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Zwei aufgescheuchte Rehe.

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  • Ulrich Kröner ist ein erfahrener Jäger

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Treiber sollen das Wild beunruhigen.

    Foto: Wilfried Gerharz

Wildschweine sind aber keine zu sehen. „Schnepfe“, ruft stattdessen Diekamp. Der große Vogel mit seinen langen Beinen und dem geraden Schnabel wird links liegen gelassen. Immer wieder sind von weither Schüsse zu hören. Schwarzkittel scheinen also unterwegs zu sein. Dafür sprechen auch die Spuren im Gelände. Zuhauf passieren die Treiber Stellen, an denen der Boden frisch aufgebrochen ist – ein Beleg, dass Wildschweine hier auf Nahrungssuche waren.

„Das Tier ist tot, bevor es am Boden ist“

„Hopphopp, hopphoppophopp“ geht es weiter. Zwischenstopp am Hochsitz von Thomas Scheele. Hendrik Terveer schleift für ihn ein Rehkitz und eine Ricke heran, die der Sauerländer gleich zu Beginn der Jagd erlegt hat. Zweimal sauberer Blattschuss. „Das Tier ist tot, bevor es am Boden ist“, versichert Diekamp. Wenig später schießt Scheele noch einen Überläufer, wie die Jäger ein Wildschwein im zweiten Lebensjahr nennen. „Es knackte auf einmal. Sonst hätte ich die Sau gar nicht gesehen.“

Für Ulrich Kröner bleibt das Jagdglück aus. Er bekam nicht einmal ein Schwarzkittel zu Gesicht. Wolfgang Teepe hatte wenigstens ein „schönes Jagdbild“, wie der Westerkappelner Hegeringsleiter erzählt. Zehn Sauen hat er gesehen, bei einer aber zu früh geschossen. Zwei Rotten wurden dabei beobachtet, wie sie durch den Mittellandkanal nach Niedersachsen geflüchtet sind. „Die Schweine werden immer schlauer, die drücken sich weg“, weiß Diekamp.

Neun Sauen bleiben auf der Strecke

Um 13 Uhr gilt „Hahn in Ruh“ – Ende der Jagd. An der Forsthütte werden nach und nach neun Wildschweine und 14 Rehe zur Strecke gelegt. „Es hätten ein paar mehr Sauen sein dürfen“, meint Revierförster Schmidt. Andererseits: „Wenn man mit so vielen guten Leuten und Hunden unterwegs ist, ist das ein Zeichen dafür, dass es hier nicht Schwarzwild in rauen Mengen gibt.“

Auch Jürgen Rost bewertet die Jagdstrecke positiv. 2017 seien übers Jahr gesehen fast doppelt so viele Wildschweine in der „Wersener Heide“ geschossen worden. „Das zeigt, dass wir mit unserer Strategie ganz erfolgreich sind. Wir müssen aber dran bleiben.“ Die verhältnismäßig große Zahl erlegter Rehe führt der Betriebsleiter des Bundesforstbetriebes auch aufs trockene Wetter zurück. „Die sind dann leichter auf die Läufe zu bringen.“

Als das „Halali“ geblasen wird, sind Vater und Sohn Puke schon wieder im Wald. Sie suchen Kiara. Die Drahthaar-Foxterrier-Dame hat offensichtlich die Fährte eines Rehs verfolgt und den Anschluss an die Treiber verpasst. Das Jagdfieber kann ganz schön heftig sein.

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