Tropenviren breiten sich aus
Experten warnen vor Denguefieber und Zika-Virus in Deutschland

Münsterland -

Schwere Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Zika- und Chikungunya-Virus sind bislang vor allem in den Tropen ver­breitet. Aufgrund des Klimawandels und des damit ­einhergehenden Temperaturanstiegs warnen Experten nun allerdings davor, dass Mücken diese Krankheiten bald auch in Deutschland übertragen könnten.

Mittwoch, 12.12.2018, 09:45 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 10:00 Uhr
Tropenviren breiten sich aus: Experten warnen vor Denguefieber und Zika-Virus in Deutschland
Eine asiatische Tigermücke (aedes albopicts) Foto: James Gathany/CDC/Centers for Disease Control and Prevention/dpa

„In Frankreich gab es bereits erste Dengue-Patienten, die sich nicht im Ausland infiziert haben“, sagt Professor Frieder Schaumburg vom Institut für medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum in Münster. Überträger ist die asiatische Tigermücke, die lange Zeit nur in den Tropen zu finden war, seit einigen Jahren aber auch in weiten Teilen Südeuropas heimisch ist. Man könne fast zusehen, wie sich ihr Verbreitungsgebiet nach Norden ausdehne, so Schaumburg.

Auch heimische Mücken werden gefährlicher

Der Mediziner prognostiziert: „Es dauert vielleicht noch zehn, 15 Jahre, dann wird sie wahrscheinlich auch im Münsterland be­heimatet sein. Vielleicht geht es sogar schneller.“ Doch auch einige heimische Mücken­arten können potenziell gefährliche Krankheiten wie die Malaria übertragen. „Mit steigender Außentemperatur verkürzt sich die Parasitenentwicklung in den Mücken. Bisher leben diese nicht lange genug, um die Parasiten weiterzugeben – das könnte sich ändern.“

Um die Ausbreitung ­engmaschig zu überwachen, müssen Krankheitsfälle, die auf sogenannte – von Mücken und Zecken übertragene – Arboviren zurückgehen, dem Robert-Koch-Institut gemeldet werden. Durch ein Warnsystem will die Einrichtung eine Ausbreitung in der Bevölkerung verhindern.

Eine globale Lösung muss her

Ein Anstieg der Tempe­raturen ist nach Angaben Schaumburgs auch aus einem weiteren Grund pro­blematisch: Die Zeckensaison hält länger an, sodass für Menschen ein erhöhtes Risiko bestehe, mit FSME- oder Borreliose-Erregern infiziert zu werden. „Stoppen kann man diese Entwicklung nur, indem man den Klima­wandel aufhält“, sagt der Mikrobiologe.

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