Polizisten sollten Telefondaten offenlegen
Informationsleck in Steinfurt?

Düsseldorf/Steinfurt -

Im Vorfeld des Untersuchungsausschusses zur Hacker-Affäre um Ex-Agrarministerin Christina Schulze Föcking gab es möglicherweise den Verdacht, dass es in der Steinfurter Polizei ein Informationsleck gebe. So schilderten es am Montag im Ausschuss als Zeugen die beiden Polizeibeamten, die als erste den vermeintlichen Hackerangriff auf das Netzwerk der Politikerin untersucht haben.

Dienstag, 11.12.2018, 09:20 Uhr
Christina Schulze Föcking
Christina Schulze Föcking Foto: dpa

Sie hätten eine „Generalvollmacht“ zum Auslesen aller Telefone und Diensthandys unterschreiben sollen. Dazu kam es nicht, weil die Anschlüsse von allen Kollegen genutzt würden. „Es muss mit dem Verdacht eines möglichen Informationslecks zu tun gehabt haben“, meinte eine 35-jährige Beamtin.

Angeblicher Verdacht wird geprüft

„Es ist ein außergewöhnlicher Vorgang“, kommentierte der frühere SPD-Innenminister Ralf Jäger, der Mitglied im Ausschuss ist. Dagegen erklärte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber dieser Zeitung, sobald eine parlamentarische Untersuchung im Raum stehe, würden alle Daten „eingefroren“, das könne auch für die Polizei Steinfurt gegolten haben. Den angeblichen Verdacht eines „Informationslecks“ prüfe man.

"Anfangsverdacht einer Straftat gesehen“

Beide Polizeibeamten berichteten, die ersten Erkenntnisse über das unvermittelt auf dem Smart-TV abgespielte Landtagsvideo mit der Ministerin habe für eine Attacke gesprochen. „Natürlich haben wir einen Anfangsverdacht einer Straftat gesehen“, sagte ein 46-jähriger Polizeihauptkommissar. Die Eheleute Schulze Föcking seien darum und wegen vieler Drohmails sehr aufgelöst gewesen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6250560?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker