Positives Gutachten liegt vor
Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn in Sicht

Münster -

Der Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE), der Bahnstrecke zwischen Münster und Sendenhorst, steht nichts mehr im Wege. Das Projekt wurde als förderfähig bewertet.

Donnerstag, 06.12.2018, 18:15 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 19:31 Uhr
Positives Gutachten liegt vor: Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn in Sicht
Foto: Jürgen Brockamp

Die Verbandsversammlung des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe (NWL) hat beschlossen, die Reaktivierungsmaßnahme der WLE über den Regionalrat Münster beim Land NRW zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan anzumelden.

In der Verbandsversammlung des NWL am Donnerstag stellten die damit beauftragten Gutachter die Ergebnisse der „Standardisierten Bewertungen“ für das Reaktivierungsprojekt „Münster – Sendenhorst“ (Westfälische Landes-Eisenbahn – WLE) vor. Die Strecke weist danach positive volkswirtschaftliche Ergebnisse auf, berichtet der Nahverkehrsverband in einer Pressemitteilung. „Neben den für die Strecke vorliegenden, vertiefenden Planungen ist der nun erstellte positive Nachweis zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen der wesentliche Baustein für das weitere Vorgehen“, so Joachim Künzel, Geschäftsführer des NWL.

„Das ist sehr erfreulich, die Reaktivierungspläne nehmen jetzt richtig Fahrt auf. Jetzt liegt der Ball beim Land“, erklärten Oberbürgermeister Markus Lewe (Münster) und Landrat Dr. Olaf Gericke. „Das Land NRW wird aufgefordert, das Reaktivierungsprojekt nach Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan über den Verkehrsausschuss des Landtages auch für die Aufnahme in den Infrastrukturfinanzierungsplan vorzuschlagen.“

Im 20-Minuten-Takt

Dies sei neben der Förderung der Investitionen Grundlage für die Finanzierung der künftigen Betriebskosten. Nach Prüfung des Abschlussberichtes wird das Projekt im nächsten Schritt über die Regionalräte bei der Bezirksregierung Münster zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW angemeldet.

Die WLE-Strecke erschließt den südlichen Stadtbereich von Münster mit dem Bereich Halle Münsterland (Stadthafen), dem Gewerbegebiet Loddenheide und den Stadtteilen Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck und bindet die Stadt Sendenhorst einschließlich des Ortsteils Albersloh an das wachsende Oberzentrum und den Bahnknoten Münster an. Im Stadtbereich Münster soll die WLE bis Wolbeck im 20-Minuten-Takt verkehren, heißt es in der Mitteilung weiter. Nach Sendenhorst sind zwei stündliche Verbindungen mit direkten Bus-Anschlüssen nach Beckum und Ennigerloh geplant.

Nachhaltiges Antriebstechnologien

Die Planungen auf der Strecke umfassen die Erneuerung der Gleise, Weichen und Signalanlagen. Alle Stationen werden barrierefrei eingerichtet. Der NWL setzt sich zum Ziel, hier nachhaltige Antriebstechnologien einzusetzen.

Der Durchbruch für die Reaktivierung der WLE-Eisenbahnstrecke ist nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Stefan Weber damit geschafft. „Die Förderfähigkeit des Projektes steht mit den Ergebnissen der Gutachten fest“, sagte Weber.

Basis sei die Zahl von 85 000 Bewohnern, die von der Streckennutzung ebenso profitierten wie 43 000 Arbeitsplätze, heißt es in einer Mitteilung der CDU-Ratsfraktion. Im Jahr 2023 sollen die ersten regulären Züge auf der alten WLE-Strecke wieder fahren. Es wird mit 10 000 Fahrgästen werktäglich gerechnet, was umgerechnet 6,5 Millionen Autokilometer einspare. Von Wolbeck bis zum Hauptbahnhof dauert der Bahnweg 15 Minuten.

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