Zugverkehr
Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland

Münsterland -

Genau wie der Adventskalender gehört auch der Fahrplanwechsel jährlich zum Dezember. In diesem Jahr ist Sonntag (9. Dezember) Stichtag für den europaweiten Fahrplanwechsel. Das betrifft auch den Nah- und Fernverkehr in der Region.

Freitag, 07.12.2018, 12:15 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 12:19 Uhr
Zugverkehr: Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Der Fahrplanwechsel betrifft auch den Regionalverkehr im Münsterland. (Symbolfoto) Foto: Anna Spliethoff

Wenn am Sonntag (9. Dezember) in Deutschland der neue Fahrplan (inklusive Preiserhöhung) in Kraft tritt, sorgt das auch im Münsterland für Veränderungen. Einige Linien in der Region werden häufiger oder mit neuen Triebwagen befahren, die mehr Sitzplätze bieten sollen. Auch im Fernverkehr gibt es Neuigkeiten. Hier die wichtigsten Änderungen in der Übersicht:

RE 15 (Münster - Emden): Der Zug um 23.56 Uhr ab Rheine verkehrt nun täglich und nicht mehr nur noch freitags und samstags. Der Zug fährt wie gewohnt von Rheine bis Meppen (Ankunft 0.30 Uhr). Der Zug um 22.14 Uhr ab Emden fährt künftig täglich bis Rheine (Ankunft 23:49 Uhr).

RB 50 (Münster - Dortmund): Auf der von Verspätungen geplagten Strecke werden mit dem Fahrplanwechsel neue Fahrzeuge vom Typ "Flirt 3" eingesetzt. Diese bieten laut Eurobahn-Mutter Keolis ein erhöhtes Sitzplatzangebot. Wurden bisher 434 Plätze angeboten, sind ab dem Einsatz der neuen türkisfarbenen Fahrzeuge 540 Sitzplätze verfügbar. Die Eurobahn weist darauf hin, dass es auf der Strecke aufgrund von Mängeln in der Infrastruktur zu einer Herabsetzung der Geschwindigkeit komme. Das wird auch weiter zu Verspätungen führen.

RB 63 (Münster Zentrum Nord - Coesfeld): Auf der Baumbergebahn wird ein zusätzliches Zugpaar um 14.40 Uhr ab Münster und um 14.35 Uhr ab Coesfeld jeweils montags bis freitags eingeführt. Außerdem wird mit dem Fahrplanwechsel der neue Haltepunkt in Münster-Mecklenbeck in Betrieb genommen. Der Haltepunkt Münster-Roxel wird künftig mit allen bedient (bisher nur stündlich).

RB 67 (Münster - Warendorf - Bielefeld): Zu bestimmten Fahrtzeiten werden auf der Strecke künftig mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen.

RB 69 (Münster - Hamm - Bielefeld): Der Zug um 21.10 Uhr ab Münster fährt ab sofort nicht nur bis Hamm, sondern täglich weiter bis Bielefeld (Ankunft 22.32 Uhr). Der Zug um 21.27 Uhr ab Bielefeld fährt künftig ebenfalls bis Münster (Ankunft 22.47 Uhr).

RB 89 (Paderborn - Hamm - Münster): Aufgrund der hohen Nachfrage im Zulauf auf Münster morgens in der Hauptverkehrszeit soll der "Schülerzug" ab Hamm (6.39 Uhr) nach Münster (7.12 Uhr) wieder eingeführt werden. Außerdem fährt die Eurobahn samstags sowie sonn- und feiertags  ab Hamm zwei mal stündlich um jeweils 17 und 46 Minuten nach der vollen Stunde ab und damit zu etwas geänderten Zeiten. Das gilt auch für die Gegenrichtung ab Paderborn, ebenfalls samstags sowie sonn- und feiertags. Die Abfahrtzeiten für die anderen Stationen bleiben unverändert.

Auch Freitags direkt von Berlin nach Münster

Nicht nur im Regionalverkehr, auch im Fernverkehr bringt der Fahrplanwechsel Veränderungen für das Münsterland mit. Zwischen Münster und Berlin wurden in den letzten Jahren einzelne umsteigefreie IC-Verbindungen eingerichtet. Laut einer Mitteilung der Deutschen Bahn wird aufgrund der guten Fahrgastentwicklung die bereits montags bis donnerstags verkehrende morgendliche IC-Direktverbindung aus Berlin nach Münster ab dem neuen Fahrplan auch freitags angeboten.

Für viele Reisende ist das nur ein schwacher Trost. Denn in der Gegenrichtung müssen Bahnreisende auf dem Weg nach Berlin meistens weiterhin in Hamm umsteigen. Derzeit gibt es lediglich zwei Ausnahmen: Morgens um 5.38 und nachmittags um 16.30 Uhr können Reisende von Münster ohne Umstieg an die Spree gelangen.

Direktzüge bleiben die Ausnahme

Henning Rehbaum aus Sendenhorst, Sprecher der münsterländischen CDU-Abgeordneten, hatte kritisiert, dass nur zwei Direktverbindungen aus Münster in die Hauptstadt den Bedürfnissen „der am schnellsten wachsenden Stadt Nordrhein-Westfalens“ nicht gerecht werde. Der Umsteigezwang in Hamm habe immer Nachteile – „alleine schon aufgrund des Risikos, infolge einer Verspätung den Anschluss zu verpassen“. Deshalb seien mehr durchgehende Züge anzustreben.

Das sei fahrplantechnisch sehr schwierig umzusetzen, erklärte Philipp Nagel, neuer Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, jetzt im Verkehrsausschuss des Landtags. Münster liege abseits der klassischen Ost-West-Achsen, die zum einen von Köln über Bielefeld und zum anderen von Amsterdam über Osnabrück nach Berlin laufen. Für weitere Direktverbindungen müssten eigens zu diesem Zweck zusätzliche Züge fahren. Und dafür fehle es an Wagen.

So entsteht ein Fahrplan

Die Erstellung eines eines neuen Fahrplans erfordert laut Deutscher Bahn viel Vorarbeit und ist ein komplexes Unterfangen. Damit der Bahnverkehr bundesweit konfliktfrei, in hoher Qualität und möglichst nahtlos ineinander greifend funktioniert, arbeiten hinter den Kulissen etwa 140 Konstrukteure im Netzfahrplan der DB Netz AG daran, dass auf dem rund 33.000 Kilometer langen Schienennetz für jeden der täglich 40.000 Personen- und Güterzüge ein passender, freier Abschnitt gefunden werden kann.

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