Sicherheitskonzept
Glühwein ohne Poller - so sind die Weihnachtsmärkte im Münsterland geschützt

Münsterland -

Tonnen­schwere Wassersäcke, dicke Betonklötze oder Lkw als Prellböcke: Auch im Münsterland finden in diesem Winter zahlreiche Weihnachtsmärkte unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Die künstlichen Barrieren sollen helfen, Terroranschläge mit Fahrzeugen abzuwehren. ­Allerdings schützen längst nicht alle Gemeinden ihre Märkte auf diese Weise.

Freitag, 23.11.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 13:04 Uhr
Sicherheitskonzept: Glühwein ohne Poller - so sind die Weihnachtsmärkte im Münsterland geschützt
Sicherheit geht vor: Die Polizei wird auch in diesem Jahr auf den Weihnachtsmärkten in NRW sehr präsent sein. Foto: dpa

In Münster stellten am Donnerstag Stadt, Polizei und Feuerwehr ihr Sicherheitskonzept vor. Mit Eröffnung der Weihnachtsmärkte am Montag werden Lkw und Wassercontainer an zehn Stellen die Zufahrten versperren. Fahrzeuge werden lediglich an einer Straße durchgelassen – nach Kon­trolle der Insassen. Generell gilt, dass die Polizei ihre ­Präsenz deutlich verstärkt.

Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sind technische Sicherheitsmaßnahmen nur folgerichtig. „Dabei ist die Größe eines Marktes ebenso wenig ausschlaggebend wie die Größe der Gemeinde“, sagte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens am Donnerstag auf Nachfrage. Aus der kruden Sicht von Terroristen seien Weihnachtsmärkte lohnende Ziele, da sei es nur vernünftig, „wenn die Verantwort­lichen in den Kommunen sensibel unterwegs sind“, so Mertens.

Mit Beton und Bussen gegen Terror

In Dülmen sichert die Stadt ihren Markt mit Betonhütchen, sogenannten „Freiburger Kegeln“, die Stadt Coesfeld stellt Container und Betonblöcke auf, in Gronau sind es Großcontainer, in Borken Lastwagen. In Drensteinfurt werden die Zu­fahrten zum Marktplatz mit Pollern auf eine Spur reduziert. In Bocholt gibt es keinen speziellen Terrorschutz, jedoch werden Einfahrmöglichkeiten in die Innenstadt durch große Beton-Blumenkübel verengt.

Auf einen speziellen Schutz verzichten beispielsweise Warendorf, Ahlen, Telgte, Westerkappeln, Rheine, Lotte, Lengerich, Telgte und Westbevern. Teils, weil die Veranstaltungsorte mit Fahrzeugen nicht erreichbar sind, oder aber, weil „es keinerlei Anhaltspunkt für ei­ne Gefährdungslage gibt“, wie Esther Kleina-Metelerkamp, Ordnungsamtsleiterin in Lotte, erklärte.

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