SOS-Notfalldose
Erste-Hilfe-Infos lagern im Kühlschrank

Ochtrup -

Im Notfall zählt jede Sekunde – und mitunter auch jede Information über den Patienten. Wichtige Dokumente wie ein Medikamentenplan, Impfpass, ärztliche Verordnungen oder die Kontaktadresse des Hausarztes sind für die Ersthelfer nicht immer greifbar. Einige Landkreise und Städte in NRW unterstützen deshalb inzwischen die Idee der „Notfalldose“.

Freitag, 16.11.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.11.2018, 09:00 Uhr
Die Notfalldose könnte Leben retten.
Die Notfalldose könnte Leben retten. Foto: Axel Roll

Dahinter verbirgt sich – wie der Name schon sagt – eine Dose, in der die wesentlichen Papiere verstaut werden können. Deponiert werden sollte der Behälter an einem zentralen – und vor allem leicht auffindbaren – Ort. Dafür haben sich die Initiatoren den Kühlschrank ausgesucht. Denn: die Küche in Wohnung oder Haus ist stets am einfachsten zu finden. Entsprechende Aufkleber für die Haustür und/oder den Kühlschrank werden vom Hersteller gleich mitgeliefert.

„Eine Idee, die wir im Kreis Steinfurt bereits im März des Jahres entsprechend aufgegriffen haben“, erklärt der Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Steinfurt, Karl-Heinz Fuchs, auf Anfrage unserer Zeitung. „Die Notfalldose wird privatwirtschaftlich vertrieben. Wir haben also zunächst einmal keinen Einfluss darauf, ob sie sich jemand anschafft oder nicht. Aber ich habe die Wachen entsprechend darauf hingewiesen, die Ersthelfer zu sensibilisieren, nach Hinweisen darauf zu achten.“

Schon jetzt, so Fuchs, würden sich die Rettungsdienste bei ihren Notfalleinsätzen vor Ort nach entsprechenden Informationen umschauen, die für den Patienten wichtig seien, wie etwa ein Medikamentenplan. Karl-Heinz Fuchs: „In den meisten Notfällen treffen wir aber auf Angehörige, die uns mit wichtigen Auskünften weiterhelfen können.“ Grundsätzlich finde er jedoch die Notfalldosen nicht schlecht, so der Leiter der Rettungswache.

Allerdings könnten die Behältnisse bald überholt sein, so der ergänzende Hinweis des Fachmannes: „Die Infos über den Patienten, über Behandlungen bei Haus- und/oder Fachärzten, die Medikamentierung oder die Auflistung bestehender Krankheiten sollen demnächst auf der standardisierten Gesundheitskarte zusammengefasst werden, an deren Entwicklung auch wir im Kreis Steinfurt mitgearbeitet haben. Wenn diese Karte realisiert ist, liegen alle wesentlichen Daten, die im Notfall relevant sein könnten, auf einen Blick bereit.“

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