Lengericher wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt
Das Opfer mit Schlagstock traktiert

Lengerich/Tecklenburg -

Was der Grund für die Auseinandersetzung war, die offenbar verbal begann, dann aber gewalttätig wurde, ließ sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tecklenburg nicht mehr klären. Fest stand am Ende jedoch, dass ein heute 41-Jähriger im September 2016 mit einem Teleskop-Schlagstock auf sein am Boden liegendes Opfer eingeschlagen hatte. Dafür wurde der Mann nun wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Mittwoch, 14.11.2018, 21:17 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 20:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14.11.2018, 21:17 Uhr
 
  Foto: dpa

Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und einfacher vorsätzlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Tecklenburg am Mittwoch einen Lengericher zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. „Sie sollten diese Chance nicht in den Wind schlagen“, wandte sich der Richter an den 41-Jährigen, dessen Vorstrafenregister seit 1996 und zum Teil einschlägig geführt wird. Das Verfahren gegen die 29-jährige Lebensgefährtin des Mannes trennte das Gericht ab und stellte es gegen eine Geldauflage von 300 Euro ein.

Ein 30-jähriger Mann aus Rieste, der das Opfer der gefährlichen Körperverletzung war, sagte aus, dass er im Laufe eines Streits, der sich im September 2016 in und im Umfeld einer Innenstadtgaststätte abspielte, von der Lebensgefährtin zu Fall gebracht worden sei. Sie habe dann auf ihm gekniet und der 41-Jährige auf ihn eingeschlagen. Wie es zu dem Streit und der anschließenden Schlägerei gekommen war, wusste der Geschädigte nicht mehr. Zu lange her, zu viel Alkohol.

31-Jähriger bezeugt Schlagstock-Einsatz

Untermauert wurden seine Aussagen aber von einem 31-jährigen Lengericher, der das Geschehen beobachtet hatte. Er erinnerte sich nicht nur an eine „denkwürdige Ohrfeige“, die die 29-Jährige einem dritten Mann in der Kneipe verpasst habe, sondern auch an den Teleskop-Schlagstock, den der Angeklagte aus der Hosentasche gezogen und gegen den am Boden Liegenden eingesetzt habe. Ob die Ohrfeige und die anschließende Stockattacke in einem Zusammenhang standen, konnten weder der 31-Jährige noch einer der anderen Zeugen sagen. Gericht, Staatsanwaltschaft und auch die Verteidigung hielten die Aussage des 31-Jährigen für glaubhaft und sahen die gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung somit als erwiesen an.

Zu der einfachen vorsätzlichen Körperverletzung war es im Februar 2017 während eines Beziehungsstreits zwischen dem Angeklagten und seiner Lebensgefährtin gekommen. Da das Paar nicht verlobt ist, konnte die Frau kein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch nehmen. Sie hatte bei der Polizei Strafanzeige gestellt, weil der Mann ihr unter anderem in den Bauch getreten haben soll. Davon war in der Verhandlung nicht mehr die Rede. Er habe sie Richtung Tür geschubst, davon habe sie blaue Flecken bekommen. Dieses Geschehen räumte der Angeklagte, der sich zu Beginn nicht hatte einlassen wollen, später ein. Die mit Fotos dokumentierten Schrammen an Arm, Nacken und Rippen der 29-Jährigen stammten daher, dass er sie „mal an die Tür gedrückt“ habe, erklärte sie.

Bewährung wegen guter Sozialprognose

Obwohl der 41-Jährige unter laufender Bewährung stand, als er die beiden Taten beging, setzte das Gericht die Freiheitsstrafe wegen der günstigen Sozialprognose mit Job, gemeinsamer Wohnung und geplanter Verlobung zur Bewährung aus. Der Angeklagte verzichtete auf die Einlegung von Rechtsmitteln, das Urteil ist somit rechtskräftig.

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