Zentrum für Baukultur am Sandstein-Museum
Vorreiterrolle im Münsterland übernehmen

Havixbeck -

Eine Vorreiterrolle in Sachen „Baukultur“ im westlichen Münsterland soll das „Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur“ einnehmen, zu dem das Baumberger-Sandstein-Museum erweitert werden soll.

Mittwoch, 31.10.2018, 06:00 Uhr
Ein Beispiel für Baukultur im Münsterland: Drei Neubau-Fassaden in Lüdinghausens Hermannstraße wurden im Jahr 2017 mit Baumberger Sandstein nach historischen Vorbildern gestaltet.
Ein Beispiel für Baukultur im Münsterland: Drei Neubau-Fassaden in Lüdinghausens Hermannstraße wurden im Jahr 2017 mit Baumberger Sandstein nach historischen Vorbildern gestaltet. Foto: Sandstein-Museum

Das Baumberger-Sandstein-Museum soll als Regionale-2016-Projekt zu einem „Kompetenzzentrum für Naturstein- und Baukultur“ erweitert werden. In einer Stellungnahme der Gemeindeverwaltung geht Museumsleiter Dr. Joachim Eichler auf die Inhalte und Aufgaben im neu entstehenden Bereich Baukultur ein.

Was ist das geplante Kompetenzzentrum und was hat die Gemeinde davon?

Dr. Joachim Eichler: Das Sandstein-Museum ist seit vielen Jahren Mitglied im „Netzwerk Steine in der Stadt“ und hat 2010 auch die Jahrestagung des Netzwerks in Münster mit organisiert. Dadurch besteht Kontakt zu Stein-Experten in ganz Deutschland. Dieses Netzwerk kann genutzt werden, um Weiterbildung für Architekten und Ausbildung für Studierende anzubieten, denn es fehlt an Wissen über die korrekte Verarbeitung von Natursteinen. Allein in Münster kann man dafür etliche Beispiele aus jüngster Zeit anführen. Auch die Angebote des Museums für Schüler in den Fächern Kunst und Geschichte gehören zum Kompetenzzentrum.

Mit der Baukultur übernimmt das Zentrum ein Thema, das in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Österreich hat längst vorgemacht, wie Baukultur und Tourismus zusammengeführt werden können. In Verbindung mit der LWL-Baukultur und der „StadtBauKultur NRW“ können Angebote entwickelt werden, die die Bevölkerung einbeziehen, also nicht nur Fachleute aus Architektur, Planung und Wohnungswirtschaft, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger, die sich bereits für die Baukultur engagieren – oder die es vielleicht noch tun könnten. Diese Menschen anzuregen und zu unterstützen, ist die Aufgabe. Es ist eine Spezialität der Baukultur-Akteure, ungewöhnliche Vermittlungsformate anzubieten, die über Tagungen und Workshops hinausgehen. Ein Baukultur-Spaziergang, nach dem aus dem Entdeckten eine Ausstellung entwickelt wird, ist nur ein Beispiel.

Havixbeck kann im westlichen Münsterland eine Vorreiterrolle im Thema Baukultur übernehmen und dadurch eine Strahlkraft in der Region entwickeln, die sich aus der Verbindung aus Museum, Baukultur und Kulturzentrum ergibt. Im Wettbewerb der kleinen Kommunen kommt Havixbeck weit nach vorn. Mehr Menschen werden ein Interesse haben, in unseren Ort zu kommen und aus der erhöhten Nachfrage kann sich eine Weiterentwicklung von Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel ergeben.

Welche Aufgaben übernimmt die zusätzliche Stelle am Museum?

Eichler: Die zusätzliche Stelle am Museum wird sich um das Thema Baukultur kümmern. Nach Absprache mit dem LWL, der diese Stelle finanziert, gibt es eine halbe Stelle für eine Kraft mit wissenschaftlicher Vorbildung und eine halbe Stelle für Organisationsaufgaben. Hier ist der Kontakt zu den Baukultur-Akteuren des LWL, des regionalen Bündnisses für Baukultur und der „StadtBauKultur NRW“ zu halten und auszuweiten. Es gilt aber auch, das schon bestehende Netzwerk zu festigen und auszuweiten. Über die Baukultur-Aktiven in Billerbeck und Hamminkeln hinaus gibt es Initiativen in Nordkirchen und Lüdinghausen sowie einige engagierte Architekten in der Region. Der LWL hat in Sachen Baukultur Kontakt über die Grenze ins niederländische Achterhoek geknüpft. Alle diese Kontakte wollen wir nutzen, um mit verschiedensten Veranstaltungsformaten das Thema Baukultur in Havixbeck und der Region zu beleuchten und der Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Parallel dazu werden die beiden Halbtagsstellen in Zusammenarbeit mit der Museumsleitung sich um die Vermietung der Sandsteinscheune für Tagungen und Firmenveranstaltungen kümmern. Die kulturelle Nutzung des Gebäudes steht aber im Vordergrund, diese wird von einem Team von Ehrenamtlichen zusammen mit der Museumsleitung langfristig geplant.

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