Verkehr rollt trotz der Großbaustellen Lotter Kreuz und A-1-Dütebrücke
Vollsperrungen sind die Ausnahme

Lotte/Osnabrück -

Die nächtlichen Vollsperrungen der Autobahn 1 zwischen den Anschlussstellen Osnabrück-Hafen und Osnabrück-Nord in dieser Woche waren nur ein winziger Baustein in den Großprojekten zur Erneuerung der Dütebrücke und des Lotter Kreuzes, bei denen der Landesbetrieb Straßen.NRW federführend ist.

Freitag, 19.10.2018, 16:04 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 15:26 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 19.10.2018, 16:04 Uhr
Über ein Traggerüst, das auf 500 Pressen ruht, fließt derzeit der gesamte Verkehr im Baustellenbereich der A-1-Dütebrücke. Nächste Woche wird nach Abschluss der Rammarbeiten für die Pfahlgründung damit begonnen, den Ostteil der neuen Brücke in Stahlverbund-Bauweise hochzuziehen. Richtung Bremen staut sich des Öfteren der Verkehr auf der Autobahn (kleines Foto).
Über ein Traggerüst, das auf 500 Pressen ruht, fließt derzeit der gesamte Verkehr im Baustellenbereich der A-1-Dütebrücke. Nächste Woche wird nach Abschluss der Rammarbeiten für die Pfahlgründung damit begonnen, den Ostteil der neuen Brücke in Stahlverbund-Bauweise hochzuziehen. Richtung Bremen staut sich des Öfteren der Verkehr auf der Autobahn (kleines Foto). Foto: André Havergo

Der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hingegen ist zuständig für die kleineren Sanierungsarbeiten, die während der nächtlichen Vollsperrungen bis zum Freitag dieser Woche erledigt wurden.

Jeweils in der Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr wurden nach Auskunft von Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück bei der Landesbehörde, „Verdrückungen“ an den Nahtstellen zwischen Brücke und normaler Fahrbahn beseitigt. Das sind Straßenschäden, die vom über diese Nahtstellen rollenden Lkw-Verkehr verursacht wurden. Für deren Behebung reicht nach den Worten von Lüesse die einwöchige Nachtbaustelle aus; eine weitere temporäre Vollsperrung dafür sei nicht vorgesehen.

Noch bis Ende 2020 mit zeitweisen Behinderungen rechnen müssen die Autobahnnutzer im Zuge des Ersatzneubaus der A-1-Brücke über die Düte bei Osnabrück-Atter an der Grenze zur Gemeinde Lotte. Die vorhandene Brücke wurde vor 48 Jahren als einteiliges Bauwerk erstellt. Das macht ihren Ersatzneubau zu einer besonderen Herausforderung. In das gesamte Projekt investiert Straßen.NRW rund 50 Millionen Euro aus Bundesmitteln.

Nach den Vorarbeiten, wozu unter anderem die Verfestigung des Bodens mit Stabilisierungssäulen gehörte, dem Aufbau des kompletten Traggerüstes und dem Durchschneiden des Bauwerkes im Januar 2018 wurde zunächst die Osthälfte der alten Brücke abgebrochen und der gesamte Nord-Süd-Verkehr über die westliche Brückenseite geführt.

Inzwischen hat der Neubau für den Ostteil der Brücke in Fahrtrichtung Bremen begonnen. „Anfang der nächsten Woche werden die Rammarbeiten für die Pfahlgründung abgeschlossen sein. Es sind 171 Betonpfähle“, so Projektleiter Heinrich Kahlmeyer auf Nachfrage. Auch mit den ersten zwei Fundamentplatten habe man bereits begonnen. Derzeit fließe der gesamte Verkehr über ein Traggerüst, das auf 500 Pressen steht und ständig beobachtet wird.

Nach Fertigstellung der östlichen Bauwerkshälfte voraussichtlich im Spätsommer 2019 wird der Verkehr auf das neue Bauwerk umgelegt und das Traggerüst abgebaut. Dann beginnt der Abbruch der alten, westlichen Brückenhälfte mit anschließendem Neubau für die zukünftigen drei Spuren in Richtung Dortmund.

Errichtet wird die neue, sechsstreifige Dütebrücke in sogenannter Stahlverbundbauweise: Auf den neuen Stahlbetonstützen und Widerlagern wird ein Überbau aus Stahl montiert. Darauf wird die Brückenplatte aus Beton gelegt. Damit begonnen wird laut Kahmeyer voraussichtlich im Februar/März 2019. Die Gesamtlänge der neuen A-1-Brücke beträgt 301 Meter. „Nach den Abbruch und Rammarbeiten können wir jetzt normal nach oben bauen“, kündigt Kahmeyer das Hochziehen der Osthälfte ab nächster Woche an.

Rund 40 Millionen Euro kostet der Umbau des Lotter Kreuzes. Er ist nötig, weil das Autobahnkreuz in Kleeblattform aus dem Jahr 1968 bereits der heutigen und erst recht der für 2025 prognostizierten Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen ist. Oberste Priorität hat der Ersatzneubau der A-30-Brücke über die A 1, das Zentralbauwerk, weil die zweigeteilte Brücke nicht mehr den statischen Anforderungen entspricht und nur noch eine sogenannte Restnutzungsdauer bis Ende 2018 hat. Ende Juni 2017 haben die Arbeiten begonnen.

Vor zwei Wochen wurde nach Auskunft von Projektleiter Bernhard Heine der Südteil der alten Brücke abgebrochen. Dafür musste die A 1 ein Wochenende lang voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. „Der erste Brückenteil ist fertig, der Verkehr läuft jetzt darüber“, erklärt er. Das Tragwerk des Brückenoberbaus bestehe aus Betonfertigteilen. Die Fertigteile für den zweiten Teil würden derzeit im Werk produziert, das wiederum auf rechtzeitige Materiallieferung angewiesen sei: „Alle müssen mitziehen“, verdeutlicht er die gegenseitigen Anhängigkeiten.

Am Freitag wurde auf der Osnabrücker Seite damit begonnen, die Fundamente für die Widerlager vorzubereiten. Auf der Gegenseite laufen parallel die vorbereitenden Bodenarbeiten. Anfang Februar, so der Zeitplan, soll der zweite Brückenteil hochgezogen werden. „Wenn alles glattgeht, sind wir im Juli durch“, sagt Heine.

Die Arbeiten werden unter Aufrechterhaltung aller Hauptverkehrsbeziehungen durchgeführt –und das bei 150 000 Fahrzeugen pro Tag auf den beiden Autobahnen, wie der Projektleiter betont. Die Kreisfahrbahn Nord-Ost bleibt während der gesamten Bauzeit gesperrt. Autofahrer, die von der A 1, aus Richtung Süden kommend, auf die A 30 Richtung Amsterdam fahren wollen, werden zur Anschlussstelle Osnabrück-Hafen und von dort wieder über die A 1 nach Süden zur A-30-Auffahrt geleitet.

Einzelne Sperrzeiten, zum Beispiel zur Montage der neuen Brückenfertigteile, werden vorab bekannt gegeben. Entsprechende Umleitungsstrecken sind dann ausgeschildert.

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