Problemstandort Rottmannstraße
Erste Laubbox wird einkassiert

Ahlen -

Receiver, Mikrowellen und säckeweise Restmüll in der Straßenlaubsammelbox: An der Rottmannstraße reicht‘s. Die Stadt Ahlen löst ihren Problemstandort auf. Von den 170 Behältern stehen aktuell zehn unter besonderer Beobachtung. Ansonsten läuft‘s – vorbildlich.

Dienstag, 16.10.2018, 22:30 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.2018, 22:30 Uhr
Blick unter den Deckel: Das Laub dient augenscheinlich mehr der Dekoration.
Blick unter den Deckel: Das Laub dient augenscheinlich mehr der Dekoration. Foto: Ulrich Gösmann

Selbst schuld! Die Ahlener Umweltbetriebe ziehen ihre erste Straßenlaubbox ab. Sechsmal angefahren – sechsmal fehlbefüllt. Das war‘s an der Rottmann­straße in Höhe der Zufahrt zum Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz. Und der Standort 20 Meter weiter folgt gleich hinterher, wenn nicht noch kurzfristig Besserung eintritt. Vermissen dürfte sie keiner, oder? „Doch“, reagiert Umweltberaterin Marianne Dams. „Zum normalen Müll entsorgen.“

Vor sechs Wochen positionierte die Stadt 170 Behälter erstmals flächendeckend an Straßen, die in diesen Herbstwochen mit Laubfall reich gesegnet sind. Neu ist auch die Box selbst: aus grünem Kunststoff und kippkompatibel. Jetzt liegen erste Erfahrungswerte vor. „Fünf bis zehn Behälter sind pro Tour fehlbefüllt“, bilanziert Entsorger Kevin Bris­bois. Und: „Die dann richtig.“ Laubinhalt – gleich Null. „Da ist fast nur Müll drin.“ Den Vogel schießen die beiden Behälter an der Rottmann­straße ausnahmslos ab. Alte Receiver, Mikro­wellen, Hausmüll – und an diesem Dienstag Malermüll, sauber in Säcke verpackt, darüber eine hauchdünne Schicht Laub. Der schöne Schein.

Ahlener Straßenlaubboxen

1/11
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann
  • Nicht überall funktioniert‘s. An der Rottmannstraße wird mindestens eine Box abgezogen. Anderswo läuft‘s vorbildlich. Foto: Ulrich Gösmann

Doch davon lassen sich die Ahlener Umweltbetriebe nicht blenden. „Wir kennen die Problemstandorte“, sagt Kevin Brisbois. Entsprechend zielgerichtet seien auch die Stichproben. Fehlbefüllungen würden fotografiert und an die Zentrale geschickt. Dort ausgedruckt und eine Nachtour gestrickt, wie der 26-Jährige erklärt. Für ihn heißt es dann: am Folgetag noch einmal die kleine Runde mit dem kleinen Wagen. Doch nicht nur die Extratour kostet. Auch das, was hinten rauskommt, wie Umweltberaterin Marianne Dams verdeutlicht: „Der Müllwagen wird in der Zentraldeponie in der Halle ausgekippt und genau kon­trolliert.“ Sortenreine Anlieferungen hätten einen weitaus günstigeren Preis. Der Mix aus allem das Zigfache. Und wer zahle am Ende drauf? Klar – der Bürger über die Gebühr. „Damit das Fahrzeug nicht mit Fehlbefüllungen versaut wird, kontrollieren wir frühzeitig“, verdeutlicht Dams. Und lösen Standorte auf, wenn‘s nicht klappt. Wie jetzt an der Rottmannstraße.

Wir sehen schon, wenn auf einer Kastanienallee auch noch andere Blätter dazwischen liegen, die hier gar nicht fallen.

Marianne Dams

Außerhalb der Problembezirke läuft‘s an 160 Tonnen rund. Allen voran in den Wohnquartieren Wersedamm, Wagner- und Sommer-Straße. „Vorbildlich“, attestiert Kevin Brisbois. Hier funktioniere echte Teamarbeit mit dem Bürger.

Dass gelegentlich auch mal Gartenlaub mit in den Boxen verschwindet, wird hingenommen. Dams: „Wir sehen schon, wenn auf einer Kastanienallee auch noch andere Blätter dazwischen liegen, die hier gar nicht fallen.“ Problematisch werde es aber dann, wenn Rasenschnitt hinzukomme. Selbst der treibe den Entsorgungspreis hoch.

Das muss nun wirklich nicht sein.

Kevin Brisbois

Am Dolberger Feuerwehrgerätehaus kam es den Entsorgern in diesen Tagen aber zu bunt. Weil benachbarte Glascontainer voll waren, wurden Flaschen in der Laubbox entsorgt. Brisbois: „Das muss nun wirklich nicht sein.“

Übrigens: Das Laubaufkommen lag an den ersten Tourtagen bei zwei bis drei Tonnen. In dieser Woche sind es sechs. „Mehr passt auch nicht in den Wagen“, sagt Kevin Brisbois – und lacht. Jetzt sei Hauptsaison. Und sollte der Frost dazwischenfunken, komme der ganze Rest wohl mit einem Schlag runter.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6127560?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker