Bahnhof Ahaus
Das tägliche Chaos am Fahrradständer

Ahaus -

Von Unkraut überwucherte Fahrräder. Mit mehreren Schlössern gesicherte Fahrräder, denen das Hinterrad fehlt. Räder, die nicht abgeschlossen im Gestrüpp liegen. Wenn es um den fahrbaren Untersatz geht, dann gibt es an der Rad-Abstellanlage am Bahnhof fast nichts, was es nicht gibt.

Samstag, 13.10.2018, 10:58 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 19:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 10:58 Uhr
Die Fahrrad-Abstellanlage am Ahauser Bahnhof ist ausgelastet.
Die Fahrrad-Abstellanlage am Ahauser Bahnhof ist ausgelastet. Foto: Christian Bödding

„Das ist nicht unsere Baustelle“, sagt ein Mitarbeiter der Pressestelle der Deutschen Bahn. Er scheint nicht ganz unglücklich darüber. „Die Bahn ist nur für die Verkehrssituation zuständig. Für die Schienen, die Bahnsteige und die Überführung zum Beispiel. Aber dann hört es auch schon auf.“

Für eine Park+Ride-Anlage, Fahrradstellplätze oder gar eine Radstation sei die Stadt zuständig. Sie habe die Verkehrssicherungspflicht und müsse sich auch um die Grünflächen kümmern.

Um die Grünpflege ist es dort aktuell nicht ganz so gut bestellt. Eine gute Visitenkarte gibt die Abstellanlage an der Parallelstraße nicht gerade ab. Das Unkraut wuchert zwischen den vier Segmenten hoch, Fahrradbügel sind überwuchert, einige Räder ebenso. Sie scheinen schon länger dort zu stehen.

Über 100 Räder knubbeln sich gegen 13 Uhr unter dem Dach. Der Großteil steht ungeschützt im Freien. Einige, denen die Ständer fehlen, wurden in Sträucher und Hecken gedrückt. Einen freien Stellplatz gibt es nicht.

Ein wenig entspannter ist die Stellplatz-Situation am Copacabana. Acht Räder sind dort in den Bügeln abgestellt, zwei lehnen an der Wand, vier stehen auf dem Gehweg. Es gibt noch zwei freie Abstellplätze. Das dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass der gastronomische Betrieb zu dieser Uhrzeit noch nicht geöffnet hat. Ein Seitenblick hinüber zur Fahrrad-Abstellanlage am Busbahnhof zeigt: Sie ist komplett belegt.

„Ich höre oft, dass hier Räder gestohlen werden“, sagt Robin Kernebeck, der gerade sein Fahrrad abschließt. Würde er Geld dafür bezahlen, wenn er sein Rad gut gesichert in einer Radstation abstellen könnte? „Es kommt darauf an, was das kostet“, sagt der 21-Jährige, der in Dortmund studiert und mit dem Zug dorthin fährt. „Wichtig ist natürlich, dass das Rad sicher steht.“

Zum Beispiel in einer Radstation, wie es sie am Bahnhof in Burgsteinfurt oder am Hauptbahnhof in Münster gibt. Dort kostet der überdachte und gesicherte Stellplatz für ein Rad 80 Cent am Tag, pro Kalendermonat werden acht Euro berechnet, pro Jahr 80 Euro.

Ob es eine solche Radstation – einige Nummern kleiner – auch einmal in Ahaus geben könnte? Marc Frieler vom Büro der Bürgermeisterin weiß noch keine Antwort. Der Fachbereich sei aktuell damit befasst, das Bahnhofsgelände umzuplanen, so Frieler. „Dazu gehören zu gegebener Zeit auch die Abstellanlagen für die Fahrräder.“ Wann die ersten Skizzen vorgestellt werden können, auch dazu gab es keine konkrete Aussage aus dem Rathaus. Veränderungen an der vorhandenen Anlage würden aus diesem Grund nur „bei akutem Handlungsbedarf“ vorgenommen.

Zur Grünflächenpflege am Bahnhof erklärt Marc Frieler, dass damit der Baubetriebshof befasst sei. Es könne durchaus möglich sein, dass abgestellte Fahrräder diese Pflege behinderten.

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