Unternehmer müssen lange auf Antworten warten
Ahauser Rat beklagt schlechte Wirtschaftsförderung

Ahaus -

Ein Wirtschaftsförderer kümmert sich vordringlich um die Wirtschaftsförderung – sollte man glauben. In Ahaus scheint das nicht so zu sein, hat die CDU-Fraktion festgestellt.

Samstag, 13.10.2018, 10:58 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 19:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 10:58 Uhr
Die Ahauser Firmen zeigen, was sie können, hier zum Beispiel bei der Gewerbeschau in Wüllen. Der Ahaus e.V. vermisst derzeit Unterstützung aus dem Rathaus in Sachen Wirtschaftsförderung.
Die Ahauser Firmen zeigen, was sie können, hier zum Beispiel bei der Gewerbeschau in Wüllen. Der Ahaus e.V. vermisst derzeit Unterstützung aus dem Rathaus in Sachen Wirtschaftsförderung. Foto: Archiv

„Der Wirtschaftsförderer ist stark mit dem Thema Glasfaserausbau im Außenbereich beschäftigt“, erklärte Ausschussvorsitzender Thomas Vortkamp (CDU) im städtischen Wirtschaftsausschuss. Deshalb regte der Christdemokrat eine Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsausschuss der Stadt und dem Wirtschaftsausschuss von Ahaus e.V. an. Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Tourismus und die Wirtschaft in Ahaus zu fördern.

Ausschussmitglied Johannes Terhaar (CDU) berichtete von einem Unternehmer, der sich bei der Verwaltung nach einem freien Gewerbegrundstück erkundigt habe. Der Firmenchef habe erst nach vier Wochen eine Antwort von der Stadt erhalten. „In Heek werden alle drei Tage ansiedlungswillige Unternehmer angerufen, um zu erfragen, ob noch Interesse besteht.“

Er würde sich mehr Zusammenarbeit zwischen den beiden Ausschüssen wünschen, erklärte Reinhard Horst (FDP). „Ich merke, wie die Kommunen um uns herum in diesem Bereich sehr gute Arbeit machen. In Ahaus ist die Wirtschaftsförderung schon ein bisschen das Stiefkind.“

Ruth Marx bezog für Ahaus e.V. Stellung: „Die Wirtschaftsförderung läuft fast gar nicht.“ Nicht nur, weil der Stelleninhaber mit dem Projekt Breitband-Ausbau befasst sei, „sondern auch krankheitsbedingt.“ Der Wirtschaftsausschuss des Ahaus e.V. sei geprägt von dem Interesse, die Ahauser Wirtschaft zu stärken.

Doch die originäre Aufgabe der Wirtschaftsförderung, „das können wir nicht leisten. Das muss die Wirtschaftsförderung der Stadt leisten“, sagte Ruth Marx. Natürlich sei der Breitband-Ausbau eine Mammutaufgabe. „Aber es darf nicht sein, dass die Wirtschaftsförderung dadurch fast gar nicht läuft. Dazu machen wir uns viele Gedanken.“ Das Thema werde im Vorstand des Ahaus e.V. immer wieder angesprochen. „Und wir sind bei der Verwaltung immer wieder am Ball, auch wenn es um Gewerbeflächen geht.“

Bürgermeisterin Karola Voß notierte sich vieles. „Schön wäre es, über dieses Thema zu reden, wenn der Wirtschaftsförderer dabei wäre“, sagte sie zu den Ausschussmitgliedern. Die Stadt habe nicht viele Gewerbeflächen im Angebot, so Voß. „Das mag in anderen Kommunen anders sein.“

Klaus Ikemann forderte als Mitglied beider Ausschüsse, die Position des Wirtschaftsförderers zu stärken. „Damit er auch Zeit hat, als Wirtschaftsförderer zu arbeiten.“

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