Extremwetterereignisse
Klimawandel fordert Reaktion auch im Münsterland

Tecklenburger Land -

Der Klimawandel und dessen Folgen – das ist längst nicht mehr nur Thema der Staats- und Regierungschefs. Zunehmende Extremwetterereignisse wie Starkregen, Stürme und Hitze sowie Trockenperioden wie in diesem Sommer beschäftigen über die Ballungsräume hinaus auch ländlich geprägte Gebiete.

Dienstag, 09.10.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2018, 08:22 Uhr
Sinnflutartige Regenfälle gab es in den vergangenen Jahren – wie hier im Sommer 2014 aufgenommen – auch in Westerkappeln. Experten empfehlen den Kommunen, sich den Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.Dr. Tobias Kemper und Dr. Nicole Müller von der EnergieAgentur. NRW lieferten mit ihren Referaten eine gute Diskussionsgrundlage für die Tagung in Riesenbeck mit Vertretern von Kommunen aus dem Münsterland.
Sinnflutartige Regenfälle gab es in den vergangenen Jahren – wie hier im Sommer 2014 aufgenommen – auch in Westerkappeln. Experten empfehlen den Kommunen, sich den Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.Dr. Tobias Kemper und Dr. Nicole Müller von der EnergieAgentur. NRW lieferten mit ihren Referaten eine gute Diskussionsgrundlage für die Tagung in Riesenbeck mit Vertretern von Kommunen aus dem Münsterland. Foto: Frank Klausmeyer

Die Stadt Hörstel unter der Regie von Klimaschutzmanagerin Sandra Osowski sowie die EnergieAgentur.NRW hatten jetzt kommunale Vertreter des Münsterlandes nach Riesenbeck eingeladen, um sich gemeinsam über die Klimaanpassung im Münsterland auszutauschen.

„Herausfinden, was uns im ländlichen Raum betrifft“, das solle im Mittelpunkt der ganztägigen Tagung stehen, sagte Sandra Osowski zur Begrüßung, bei der sie Ziele der Stadt Hörstel zum Klimaschutz vorstellte.

Wasserfluten und Wassermangel

Einige markante Zahlen zum Klimawandel in NRW und im Münsterland stellte Dr. Nicole Müller vom NRW-Umweltamt vor. Auf lange Sicht seien Temperatursteigerungen nachzuweisen: Die Zahl der Sommer- und heißen Tage nehme zu, die der Frost- und Eistage hingegen ab. Der Herbst dauere länger, der Winter hingegen kürzer. Winterweizen komme im Schnitt zehn Tage früher, der Grundwasserstand verringere sich um 80 Zentimeter. Die Tendenz in unserer Region gehe dahin, dass im Sommer weniger Regen falle, in den anderen Jahreszeiten dafür mehr.

Der Klimawandel erfordere eine Doppelstrategie, machte Dr. Tobias Kemper von der EnergieAgentur.NRW deutlich. Neben der Vermeidung des Klimawandels müsse es auch eine Anpassung geben, an die bereits heute zu denken sei. Zu den Herausforderungen gehören Wasserfluten ebenso wie der Wassermangel.

Auswirkungen im Münsterland

Im Grunde müssten sich die Kommunen auf alle Eventualitäten einstellen: „Extremwetterereignisse im Münsterland nehmen zu, und sie treten punktuell auf – sie sind daher nicht vorhersehbar.“

Die dramatische Lage auf den Feldern, die Zunahme der Waldbrände (kürzlich des Meppener Moors), sinkende Wasserpegel, der umgekippte Aasee von Münster – das seien nur einige Beispiel, wie sich Klimawandel in unserer Heimat auswirke.

Extremwetterereignisse im Münsterland nehmen zu, und sie treten punktuell auf – sie sind daher nicht vorhersehbar.

Dr. Tobias Kemper, EnergieAgentur.NRW

Jede Kommune müsse für sich eigenverantwortlich klären, in welchem Bereich sie am ehesten verwundbar ist, so der Referent. Zum Beispiel bei Starkregen gelte es zu verhindern, dass Tiefgaragen und Keller volllaufen.

Fischsterben im Aasee

1/18
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke

Sorge vor teurer Vorsorge

Bei starker Hitze rücke die Aufenthaltsqualität in den Blickpunkt, so Dr. Kemper: „Da gibt es einiges, was die Kommunen tun können, um sich bestmöglich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und um das Mikroklima zu verbessern. Dazu gehört Entsiegelung, mehr Grünanlagen, mehr Wasserflächen in verdichteten Bereichen.“

Er rät den Kommunen, über alle Ressorts hinweg dazu, durch koordiniertes Handeln Schaden abzuwenden und Kosten zu vermeiden. Auch im Tagesgeschäft sollen bei Planungen und Entwicklungen Folgen des Klimawandels bedacht werden. Ob das gerade im Tagesgeschäft immer umsetzbar ist ? Der Hörsteler Bürgermeister David Ostholthoff begrüßt den Vorschlag, sieht aber auch Hindernisse. Bereits jetzt befinde sich die Verwaltung personell „an der Kante“, wie es Stadtkämmerer Willi Peters formulierte. Aktuell ist in Hörstel im Gespräch, Fördermittel beim Land zu beantragen, um Analysegrundlagen zu schaffen. „Welchen Extremfall sollten wir annehmen?“, fragte Ostholthoff während der Diskussionsrunde. Wenn man sich, zum Beispiel beim Abwasser, überall auf extreme Wetterlagen einstellen sollte, dann könnte sich die Abwassergebühr für die Bürger erheblich verteuern.

Zum Thema

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz gibt Informationsangebote zum Klimawandel in NRW: www.klimaatlas.nrw.de ; www.klimafolgenmonitoring.nrw.de ; www.klimaanpassung.nrw.de

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6110151?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker