Rechtsabteilung prüft
Top-Act sagt ab: Kirmes ohne den „King“

Ahlen -

Ahlens Herbstkirmes startet am Freitag ohne ihre Hauptattraktion durch. „Th King“ hat kurzfristig abgesagt.

Mittwoch, 26.09.2018, 14:56 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 14:56 Uhr
Hier sollte „The King“ stehen. Nach der Absage der Hauptattraktion spannt Dietmar Kisolowski die „Petersburger Schlittenfahrt“ vor.
Hier sollte „The King“ stehen. Nach der Absage der Hauptattraktion spannt Dietmar Kisolowski die „Petersburger Schlittenfahrt“ vor. Foto: Ulrich Gösmann

Für Dietmar Kisolowski „ein Knaller“, wie er kopfschüttelnd sagt. Mehr noch: „Zu dieser Jahreszeit ein Albtraum“. Die Ahlener Kirmes steigt am Freitag ohne den „King“. „Unsere Hauptattraktion hat gestern abgesagt“, lässt der Marktmeister am Dienstagmorgen mit langem Gesicht wissen – und zeigt auf blanken Asphalt hinten im Eck. Die Nachricht hatte ihn am Montag via „Whats App“ erreicht.

Einfach absagen? So einfach geht‘s nicht. „Angeblich haben sie technische Probleme“, hält sich der Kirmeskoordinator mit klaren Worten zurück. Verweist aber gleich auf einen privatrechtlichen Vertrag, den Schausteller mit der Stadt abschließen, wenn sie Ahlen als Spielplatz buchen. Und nun? Die Kollegen der Rechtsabteilung seien schon in der Prüfung. Sollte nicht eine besondere Härte vorliegen, sei das Standgeld trotzdem fällig. Was den Chefplaner drei Tage vor dem Kirmesstart kaum weiterhilft. Jetzt in der Hochsaison einen adä­quaten Ersatz mit Überschlag und Loopings zu finden – schier unmöglich. „Wir hätten die Chance gehabt, etwas Gleichwertiges dahinzustellen, wenn wir es rechtzeitig gewusst hätten“, murmelt Kisolowski vor sich hin. Jetzt steht die gute alte „Petersburger Schlittenfahrt“ noch unausgepackt an einer Stelle, die weite Ausschläge erlaubt hätte.

Wir hätten die Chance gehabt, etwas Gleichwertiges dahinzustellen, wenn wir es rechtzeitig gewusst hätten.

Dietmar Kisolowski

Ein anderes, kleineres Problem erledigt sich am Dienstagmorgen fast von selbst. Ein Wohnwagen war in der Nacht nicht ganz an seiner vorgesehenen Stelle eingeparkt worden. Jetzt steht eine Imbissbude direkt davor. Die, die im Wohnwagen die Nacht verbrachten, haben ihre liebe Mühe, durch die Tür zu kommen. Also geht‘s durchs Fenster. Auch das Alltag(sirrsinn) eines Kirmeskoordinators.

Erste gute Laune verbreitet unterdessen das „Crazy Island“, dessen Palmen sich schon am Morgen in die Sonne recken. Die Schneiders aus Bayern sind mit ihrem fünfgeschossigen Laufgeschäft am Platz und machen den Standortspagat. Zeitgleich dampft ihr Imbiss auf den Münchener Wies‘n.

Jetzt kriegen wir den Altweibersommer.

Elisabeth Kaiser

Bestimmen am Morgen noch parkende Wohnwagen das Bild auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz, soll es kurz vor Mittag mit der Ruhe vorbei sein: Die großen Fahrgeschäfte sind unterwegs. Aus Aachen, Brilon und Minden. Darunter das „Heroes“, der große „Break Dance“ und die bekannten Dauerbucher. Die Kaisers satteln diesmal auf und sind nicht nur mit dem Ponyreiten dabei. Mit ihrer Familienachterbahn nehmen sie die Platzmitte großflächig auf 35 Metern Länge in Beschlag. Derweil freut sich Elisabeth Kaiser – das Gesicht aus dem „Bonanza“-Kassenhäuschen – auf ihre private Familienzusammenführung – und strahlt mit der Sonne um die Wette. In Ennigerloh hätten sie gerade mit den Tieren ganz schlechtes Wetter gehabt. „Jetzt kriegen wir den Altweibersommer. Die Ahlener waren alle brav“, versucht sich das Kirmes-Urgestein als charmante Wetterfee.

Im Mai 2019 sogar sieben Tage Kirmes

Durch den Einheitsfeiertag verlängert sich die Herbstkirmes diesmal auf einen sechsten Tag. Im Mai 2019 sollen es sogar sieben sein, weil der Feiertag noch mitgenommen werde, kündigt Marktmeister Dietmar Kisolowski an – und wittert die Chance, dann an noch größere Geschäfte zu kommen.

Weniger auffällig gestaltet sich auf dieser Herbstkirmes eine Neuerung zwischen den Wohnwagen: Erstmals ist ein Schulmobil auf dem Platz, in dem Schaustellerkinder bei ihren Hausaufgaben pädagogisch betreut werden, während drum herum die Kirmesmusik spielt.

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