Bahnübergänge in Telgte
Rotphasen sorgen für lange Staus – und für Unmut

Telgte -

Lange Staus bilden sich Tag für Tag an den Bahnübergänge im Telgter Stadtgebiet. Für Ärger sorgen zudem die langen Rotphasen auf der B 51. Verbesserungen sind nicht in Sicht.

Montag, 24.09.2018, 21:11 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 21:11 Uhr
An den beiden innerstädtischen Bahnübergängen bilden sich im Tagesverlauf immer wieder lange Staus, wenn die Ampeln Rot zeigen.
An den beiden innerstädtischen Bahnübergängen bilden sich im Tagesverlauf immer wieder lange Staus, wenn die Ampeln Rot zeigen. Foto: Flockert

Die beiden Bahnübergänge im Telgter Stadtgebiet sorgen Tag für Tag für lange Staus und damit auch für Unmut. Aber auch an den Kreuzungen entlang der B 51 zwischen Telgte und Münster bilden sich im Berufsverkehr mit schöner Regelmäßigkeit lange Fahrzeugschlangen. So mancher Autofahrer denkt sich während der Warterei: Eigentlich wäre das doch gar nicht notwendig, wären die Ampeln nur anders geschaltet.

Ampeln für alle Richtungen auf Rot

Verwunderlich ist, dass an einigen Kreuzungen entlang der Bundesstraße vor und während der Zugdurchfahrt die Ampeln für alle Richtungen auf Rot stehen. Zumindest die parallel zur Schiene verlaufende B 51 könnte Grün haben. Bei den innerstädtischen Übergängen wünschten sich viele, dass sich die Schranken während der Zeit höben, während der Zug im Bahnhof steht. Dann könnte zumindest ein Teil des Verkehrs abfließen.

Unsere Experten sagen, mehr als ein paar Sekunden sind nicht drin.

Sprecherin der Deutschen Bahn

Doch bei der Deutschen Bahn sehen die Techniker keine Möglichkeit, Änderungen an den Bahnübergängen Münstertor/Orkotten und Steintor/Wolbecker Straße vorzunehmen. „Unsere Experten sagen, mehr als ein paar Sekunden sind nicht drin“, erklärt eine Bahnsprecherin. Das liege daran, dass der Fahrdienstleiter aus Sicherheitsgründen ein relativ weit vorgelagertes Einfahrtsignal freischalten müsse. Daraufhin schlössen sich sofort die Schranken. Wenn der Zug den Bahnhof erreiche, werde bereits das Ausfahrtsignal auf Grün gestellt, woraufhin die zweite Schranke auch geschlossen werde. Im Telgter Bahnhof komme hinzu, dass sich dort oft Züge begegneten und aufeinander warten müssten. „Das ist der Grund dafür, weshalb es in Telgte schon mal länger dauert“, so die Sprecherin.

Züge müssen aufeinander warten

Etwas anders gelagert ist die Sache bei den Bahnübergangssteuerungsanlagen (Büstra) außerorts. Dort werde von dem herannahenden Zug ein Kontakt berührt. Alle Ampeln an Kreuzungen schalteten automatisch auf Rot, die Schranken gingen herunter, so dass der gesamte Verkehr zum Stehen komme. „Allerdings müsste dann sofort wieder das Straßenprogramm der Steuerung greifen“, sagt die Bahnsprecherin, so dass zumindest die Geradeaus-Spuren wieder fahren könnten.

 

 

Die DB wird gemeinsam mit den Städten prüfen, ob das Bahn- oder das Straßenprogramm der Ampelschaltung verändert werden kann oder ob es sicherheitstechnische Gründe gibt, die Ampelschaltung in Rotstellung zu belassen.

Sprecherin der Deutschen Bahn

In der Regel könne eine Ampelschaltung im Geradeausverkehr nämlich wieder auf Grün geschaltet werden, wenn der Schließvorgang der Bahnschranken auf der Abbiegespur komplett abgeschlossen sei, fügt die Sprecherin hinzu. „Die DB wird gemeinsam mit den Städten prüfen, ob das Bahn- oder das Straßenprogramm der Ampelschaltung verändert werden kann oder ob es sicherheitstechnische Gründe gibt, die Ampelschaltung in Rotstellung zu belassen.“

Darum ist die Bahnstrecke Münster-Warendorf-Bielefeld so gefährlich

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  • Die eingleisige Nebenbahn von Münster über Warendorf nach Rheda-Wiedenbrück gilt als eine der unfallträchtigsten Bahnstrecken Deutschlands.

    Foto: Rüdiger Wölk, imago
  • An über 40 ungesicherten – offiziell „technisch nicht gesicherten“ genannten – Bahnübergängen kommt es immer wieder zu schweren Zusammenstößen. Oft stehen Autos und Lkws, die auf die parallel zur Bahnlinie verlaufende B 64 abbiegen wollen, noch auf den Gleisen.

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  • Eher die Ausnahme sind Unfälle an beschrankten Bahnübergängen. Zu einem solchen kam es im Januar in Warendorf.

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  • Zwölf Menschen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro.

    Foto: Joachim Edler
  • Die Bahnschranke hatte sich genau zwischen der Zugmaschine und dem Aufleger des Lastwagens gesenkt, so dass der Lokführer grünes Licht, also freie Fahrt, signalisiert bekam.

    Foto: Joachim Edler
  • Die meisten Unfälle passieren jedoch an unbeschrankten Bahnübergängen. Selbst im bundesweiten Vergleich gehört die Bahnstrecke zu denen mit den meisten Unfällen mit Todesfolge. In einem Leserbrief wurde die Strecke deshalb schon einmal als „Westfalentöter“ bezeichnet.

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  • Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die zahlreichen ungesicherten Bahnübergänge sollen verschwinden und durch wenige gesicherte ersetzt werden.

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  • 2018 sollen in Telgte die ersten ungesicherten Übergänge geschlossen werden.

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