Baumfällaktion im Naturdenkmal Glockenkuhle schwierig
Sieben Jahre später: Pappeln sollen weg

Warendorf -

Heute, sieben Jahre später, geht es erneut um jene Pappeln im Naturdenkmal Glockenkuhle, die seinerzeit hätten gefällt werden sollen. Jetzt sollen sieben Pappeln weg – ganz offiziell. Zumal eine Pappel bereits beim letzten Sturm umknickte wie ein Streichholz und im Kolk liegt. Die Stadt hat die Baumfällaktion ausgeschrieben – immer in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Planung und Naturschutz des Kreises.

Dienstag, 25.09.2018, 15:06 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 12:03 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 15:06 Uhr
Der sagenumwobene Kolk, das Naturdenkmal Glockenkuhle: Sieben Jahre, nachdem der Streit um eine Baumfällaktion seinen Lauf nahm, geht es erneut um die Fällung von Bäumen – jene Pappeln, die vor sieben Jahren nie gefällt wurden, müssen jetzt weg. Verkehrssicherungspflicht. Eine Pappel knickte beim letzten Sturm bereits um und landete im Kolk.
Der sagenumwobene Kolk, das Naturdenkmal Glockenkuhle: Sieben Jahre, nachdem der Streit um eine Baumfällaktion seinen Lauf nahm, geht es erneut um die Fällung von Bäumen – jene Pappeln, die vor sieben Jahren nie gefällt wurden, müssen jetzt weg. Verkehrssicherungspflicht. Eine Pappel knickte beim letzten Sturm bereits um und landete im Kolk. Foto: Joachim Edler

Es war der Stoff für ein Plattdeutsches Theaterstück. Tatort: der sagenumwobene Kolk, das Naturdenkmal Glockenkuhle. Die Hauptakteure: Nachbarn, Stadt und Kreis. Der Inhalt: Streit, Neid, eine Baumfällaktion und jahrelanges privates Gewohnheitsrecht in eben jenem Öko-Reservat zwischen Kreuztbrede und Emssee. Seit mehr als 40 Jahren hegten, pflegten und nutzten Anlieger, deren Grundstücke unmittelbar an die Glockenkuhle grenzen, eben jenen naturbelassenen Raum, der Grundeigentum der Stadt ist. Unter anderem fanden hier Nachbarschaftstreffen auf dem extra angelegten Grillplatz mit Atriums-Charakter und Blick auf den Kolk statt. Hühner liefen frei herum. Hähne krähten um die Wette. Doch die Idylle trog.

Das Theater begann im Herbst 2011. Ein Nachbar an der Kreutzbrede richtete sich mit der Bitte an die Stadt, einige morsche und vom Pilz befallene Birken und Pappeln aus Verkehrssicherungsgründen zu fällen. Die Stadt beauftragte die Deula mit der Baumfällaktion. Im Rahmen eines Motorsägen-Lehrgangs sollten die Bäume bis spätestens Ende Februar 2012 fallen.

Doch die Baumfäller kamen nicht wie vereinbart, sondern rückten erst am 26. April an, also verbotenerweise in der Vegetations- und Brutphase. Und statt drei legten sie auch noch fünf Bäume um – alles Birken. Die Pappeln, um die es hauptsächlich gehen sollte, stehen noch.

Der kreischende Lärm der Motorsäge rief damals Mechtild Wolff, unmittelbarere Nachbarin der Glockenkuhle, Vorsitzende des Heimatvereins und Besitzerin des Hühnerstalls am Kolk, auf den Plan. Sie reichte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Stadt und Kreis bei der Bezirksregierung Münster ein. Die unendliche Geschichte, die mehreren Gerichtsverhandlungen beinhaltete, ist hinlänglich bekannt.

Heute, sieben Jahre später, geht es erneut um jene Pappeln, die seinerzeit hätten gefällt werden sollen. Jetzt sie weg – sieben an der Zahl. Zumal eine Pappel bereits beim letzten Sturm umknickte wie ein Streichholz und im Kolk liegt. Dicke, herunter gefallene Äste und totes Baumholz unterstreichen, wie morsch die Pappeln zu sein scheinen, die am Stamm einen Durchmesser von über einem Meter haben.

Die Stadt hat die Baumfällung ausgeschrieben – immer in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Planung und Naturschutz des Kreises. Die Akteure von damals sind sensibilisiert. Die zu fällenden Pappeln sind markiert. Doch es findet sich bislang niemand. „Die Ausschreibung läuft noch“, bestätigte Lena Laukötter, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Unternehmen zu finden, das in dem unwegbaren und sumpfigen Gelände die Bäume fällt, gestaltet sich schwierig. Einige Fachfirmen waren vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Spätestens im Oktober/November sollen die Pappeln gefällt sein. Jene Pappeln, die seinerzeit die Deula im Rahmen eines Motorsägenlehrgangs gratis gefällt hätte. Jetzt muss die Stadt die Baumfällung teuer bezahlen.

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