Beschwerde gegen das Krankenhaus
„In Notaufnahme muss man mit Wartezeiten rechnen“

Greven -

Das passiert immer wieder: Patienten, die sich verletzt und die Notaufnahme des Krankenhauses angesteuert haben, beschweren sich über lange Wartezeiten. „In der Notaufnahme eines Akutkrankenhauses müssen Patienten immer mit Wartezeiten rechnen“, sagt eine Sprecher des Krankenhauses uns verweist auf einige akute an dem betreffenden Abend.

Sonntag, 16.09.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 11:33 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 12:00 Uhr
Wenn in einem Akutkrankenhaus schwer verletzte Patienten versorgt werden müssen, könne es für Patienten in der Notaufnahme zu Wartezeiten kommen, sagt das Krankenhaus.
Wenn in einem Akutkrankenhaus schwer verletzte Patienten versorgt werden müssen, könne es für Patienten in der Notaufnahme zu Wartezeiten kommen, sagt das Krankenhaus. Foto: dpa

Anna E. (Name von der Redaktion geändert) war sauer, richtig sauer. Denn das, was ihr Mann am vergangenen Freitag erlebt hat, findet sie skandalös. Die Vorkommnisse spielen sich im Grevener Krankenhaus ab und brachten die Frau so auf die Palme, dass sie sogar den Gesundheitsminister Jens Spahn darüber informierte und anschrieb.

Was war passiert? Ihr Mann hatte sich in den Finger geschnitten. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig tief. Daraufhin fuhr er mit einem Freund zum Krankenhaus und wartete in der Chirurgischen Ambulanz. Und das dauerte. Immer mehr Patienten kamen nach seiner Schilderung, Ärzte oder Schwestern ließen sich aber nicht blicken. Unter den Wartenden seien auch zwei verletzte Kinder und eine über 80 Jahre alte Frau gewesen. Erst nach über einer Stunde sei eine Schwester gekommen, die erstaunt gewesen sei über die vielen Patienten. Und die habe gefragt, wer es denn am schlimmsten habe. „Um das beurteilen zu können hätte ein Arzt anwesend sein müssen“, schreibt die Frau.

Jedenfalls seien ihr Mann und sein Bekannter unverrichteter Dinge nach Hause gefahren. Am Abend sei der Finger von einem zufällig anwesenden Altenpfleger versorgt worden. Der habe aber auch klar gesagt, dass der Finger hätte genäht werden müssen. „Ist es unser Gesundheitssystem, oder ist das ein spezielles Problem des Maria-Josef-Hospitals in Greven?“, fragt die Grevenerin in dem Schreiben.

Auf den Umstand am Freitag angesprochen antwortet ein Sprecher des Krankenhauses so: „Wir hatten am vergangenen Freitag sehr viel zu tun in der Notaufnahme. Es gab einige Akutfälle mit schwerstverletzten Patienten, die dringend versorgt werden mussten.“ Dadurch sei es zu den Wartezeiten für die anderen Patienten gekommen.

Grundsätzlich gelte: „In der Notaufnahme eines Akutkrankenhauses müssen Patienten immer mit Wartezeiten rechnen.“ Das Personal in der Notaufnahme des Krankenhauses sei gut organisiert und nehme eine Sichtung vor, bei der eingeschätzt werde, welcher Patient als nächstes behandelt werden müsse.

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