Landrat will Linie X 150 in Betrieb halten
Kreis beantragt neue Konzession

Ladbergen -

Der Countdown zur Einstellung der Buslinie X 150 läuft. Die Konzession zum Betrieb der Linie, ausgestellt von der Nahverkehrsgesellschaft des Landes Niedersachsen für die Stadtwerke Osnabrück, läuft am Donnerstag, 30. August, aus. Kurz vor Schluss gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer.

Dienstag, 21.08.2018, 22:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 22:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 22:40 Uhr
Bleibt die Verbindung von Osnabrück zum FMO mit der Linie X 150 doch bestehen? Landrat Dr. Klaus Effing bemüht sich um den Erhalt.
Bleibt die Verbindung von Osnabrück zum FMO mit der Linie X 150 doch bestehen? Landrat Dr. Klaus Effing bemüht sich um den Erhalt. Foto: Stadtwerke Osnabrück

Der Countdown zur Einstellung der Buslinie X 150 läuft. Die Konzession zum Betrieb der Linie, ausgestellt von der Nahverkehrsgesellschaft des Landes Niedersachsen für die Stadtwerke Osnabrück, läuft am Donnerstag, 30. August, aus. Kurz vor Schluss gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer für die – wenn nach Auskunft der Betreiber auch sehr wenigen – Nutzer der Verbindung: Wie aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautet, möchte Landrat Dr. Klaus Effing die X 150 (Osnabrück-Ladbergen-FMO) in Betrieb halten.

Laut einem den Westfälischen Nachrichten vorliegenden Schreiben aus dem Kreishaus hat Klaus Effing sich mit dem Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert verständigt. Dieser habe zugesichert, dass er sich dafür einsetzen werde, dass die Stadt Osnabrück sich „mit einem fünfstelligen Betrag am Defizit dieser Linie beteiligt“.

Wie es weiter heißt, wird die Kreisverwaltung für den Nahverkehrsplan in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch, 12. September, vorschlagen, die Linie X 150 künftig im Auftrag des Kreises Steinfurt zu fahren. „Wenn das so beschlossen wird, dann muss eine neue Konzession bei der Bezirksregierung Münster beantragt werden“, ist dem den WN vorliegenden Schreiben zu entnehmen.

Das Verfahren zum Erlangen einer neuen Konzession dauere nach Erfahrung des Kreises etwa ein halbes Jahr. Zunächst werde dabei zu einem „eigenwirtschaftlichen Angebot“ aufgefordert. „Da wird sich niemand melden, da die Linie hoch defizitär ist“, prognostizieren die Fachleute. Anschließend werde der Verkehr ausgeschrieben und derjenige ermittelt, der den geringsten Zuschuss fordere.

„Wir werden den Umfang des Verkehrs auf der Linie X 150 so kalkulieren, dass die Beteiligung der Stadt Osnabrück die Hälfte des Defizits abdeckt“, heißt es. Das sei offenbar „gut möglich“, da bereits jetzt noch Fahrten angeboten würden, die „so gut wie gar nicht angenommen“ würden. Diese sollen mit der neuen Konzession bei der Bezirksregierung in Münster nicht mehr beantragt werden.

Da es nicht zu verantworten sei, die Linie X 150 zum 31. August einzustellen und nach einigen Wochen oder Monaten den Verkehr wieder aufzunehmen, sollen die Stadtwerke Osnabrück kurzfristig gebeten werden, die auslaufende Konzession bei der niedersächsischen Landesverkehrsgesellschaft zu verlängern und den Verkehr im Auftrag des Kreises vorläufig weiterzuführen. „Dazu benötigen die Stadtwerke Osnabrück eine Kostenübernahmeerklärung“.

Landrat Klaus Effing will die Kämmerei des Kreises „bitten“, eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 50 000 Euro bereitzustellen. Dieser Betrag gewährleiste die Finanzierung des heutigen Betriebs auch ohne Beteiligung eines Dritten für zwei Monate. „Das gesamte Jahresdefizit der Linie X 150 beläuft sich nach Aussagen der Stadtwerke Osnabrück auf etwa 300 000 Euro (großzügig aufgerundet)“, ist der Mitteilung der Verantwortlichen zu entnehmen, die vom Kreis an zahlreiche Beteiligte versandt wurde.

Also alles gut? Mitnichten. Die Nachricht enthält auch einen dicken Wermutstropfen: „Sollte die Linie X 150 nicht in den Nahverkehrsplan des Kreises Steinfurt aufgenommen werden, weil die Politik dem Verwaltungsvorschlag nicht zustimmt“, heißt es, dann werde der Verkehr so schnell wie möglich eingestellt.

Zu berücksichtigen sei, dass mit der Erteilung einer Konzession auch eine Betriebspflicht verbunden sei. „Wenn die Stadtwerke Osnabrück die Konzession für ein halbes Jahr verlängern lassen, dann besteht für ein halbes Jahr auch Betriebspflicht“. Eine Entbindung von dieser sollte nach Ansicht des Kreises aber möglich sein, wenn die erwarteten Beschlüsse („sei es seitens des Kreistages oder auch seitens der Stadt Osnabrück) ausblieben.

Eine von der Stadt Osnabrück gewünschte Kostenübernahmeerklärung des Kreises werde selbstverständlich abgegeben, heißt es abschließend.

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