Lüdinghausens Aufforstungen trotzen der Hitze
Schaden hält sich (noch) in Grenzen

Seppenrade -

Während andernorts im Kreis Coesfeld die anhaltende Dürre für weitreichende Schäden in den neu angelegten Aufforstungen angerichtet haben, kann sich Bezirksförster Wolf Meyer zumindest über den erstaunlich guten Zustand der Schonungen in Lüdinghausen und Seppenrade freuen.

Dienstag, 21.08.2018, 14:14 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 16.08.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 14:14 Uhr
Zufrieden geht der Blick von Förster Wolf Meyer über eine Schonung in der Bauerschaft Ondrup. Diese jungen Bäume haben die Trockenheit bislang gut überstanden.
Zufrieden geht der Blick von Förster Wolf Meyer über eine Schonung in der Bauerschaft Ondrup. Diese jungen Bäume haben die Trockenheit bislang gut überstanden. Foto: Beate Nießen

Wolf Meyer hat gut lachen. Und das nicht nur, weil sein kleiner Terrierwelpe Blixten gerade mal wieder irgendwelche Faxen macht, statt auf sein Herrchen zu hören. Die Kluft des Försters macht auf den Vierbeiner ganz offensichtlich keinen Eindruck. Ebenso wenig, wie die unscheinbaren jungen Bäumchen, über deren Zustand Förster Meyer geradezu ins Schwärmen gerät. „Das hätte ich nicht erwartet, dass die immer noch so gut aussehen“, meint er und prüft lieber noch mal das Eichenstämmchen im Böckenbusch in der Bauerschaft Ondrup genau. „Die Stieleichen, Rotbuchen und Douglasien haben wir erst im März 2018 gepflanzt. Aber anders als zum Beispiel in Südkirchen, wo wir bis zu 90 Prozent Ausfälle durch die Trockenheit haben, sieht es hier erstaunlich gut aus.“

Das hätte ich nicht erwartet, dass die immer noch so gut aussehen.

Förster Wolf Meyer über den Zustand der Jungpflanzen

Ob es am Boden liegt, an der Art der Pflanzung – selbst der Fachmann ist sich da nicht immer sicher. Seit knapp 30 Jahren ist er als Forstbetriebsbeamter für circa 2000 Hektar Wald im Bezirk Lüdinghausen zuständig. Einen Sommer wie diesen? Daran kann sich der 60-Jährige beim besten Willen nicht erinnern. „Der Sommer 2003 war auch warm und trocken, aber nicht über einen solch langen Zeitraum wie jetzt.“

Die Schonungen mit den jungen Pflanzen hat der Förster derzeit besonders im Auge, sind sie doch aufgrund ihrer noch kaum ausgeprägten Wurzeln extrem anfällig. Aber auch der Rest des Waldes leide unter dem heißen Sommer. „An vielen Stellen ist der Waldboden schon wie im Herbst mit Laub bedeckt.“ Selbst ihre Früchte, wie zum Beispiel die Eicheln, würden die Bäume bereits abwerfen. „Mit dem Laubabwurf schützen sich die Bäume vor einer weiteren Verdunstung und ziehen alle Feuchtigkeit in den Stamm und die Wurzeln zurück“, so Meyer. Ein cleverer Überlebenstrick der Natur. Darum könne man auch das tatsächliche Ausmaß des Schadens erst im nächsten Frühjahr sehen. „Erst dann lässt sich mit Sicherheit sagen, welcher Baum den Stress überstanden hat und welcher nicht.“ Schäden werden jetzt allerdings auch schon unterhalb der Baumkronen sichtbar. „Sowohl der sogenannte Unterstand, also kleinere Bäume wie zum Beispiel Hainbuche oder Haselnuss, als auch die Krautschicht mit Farnen und ähnlichem ist inzwischen an vielen Stellen völlig vertrocknet.“

Mit Laubabwurf schützen sich die Bäume

Den Regen der vergangenen Tage beobachtet Meyer genauestens. „Natürlich freue ich mich über jeden Schauer, der runterkommt. Nötig wären jetzt allerdings mindestens eine Woche lang 20 Millimeter Niederschlag täglich. Davon sind wir leider noch meilenweit entfernt.“

Apropos meilenweit: Blixten, des Försters junger Hund, hat inzwischen seinem schwedischen Namen alle Ehre gemacht und ist wie der geölte Blitz einer Katze hintergesaust – Herrchens Rufe großzügig ignorierend. „Na ja, wir arbeiten dran. Ab morgen geht die Hundeschule los“, meint der schmunzelnd und sammelt seinen Tunichtgut wieder ein.

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