Pferdefell wird zur Leinwand
Rheinenserin bemalt Kaltblüter für Reitturnier Chio in Aachen

Rheine -

Marlies Brinker, Bodypainting-Künstlerin aus Rheine, hat Pferde bemalt und damit ein Gesamtkunstwerk von gigantischer Größe geschaffen. Bald wird es Tausenden Zuschauern präsentiert - an einem ganz besonderen Ort.

Donnerstag, 12.07.2018, 08:09 Uhr

Pferdefell wird zur Leinwand  : Rheinenserin bemalt Kaltblüter für Reitturnier Chio in Aachen
Marlies Brinker aus Rheine bemalt Pferde. Am Wochenende werden sie und ihr Team beim CHIO 60 Kaltblüter in ein buntes Schaubild verwandeln. Foto: Sven Rapreger

60 Pferde betreten im Scheinwerferlicht die Arena, sie bewegen sich im selben Takt. Ihr Fell glänzt aber nicht etwa braun oder schwarz, sondern ist mit Mustern verziert. Es strahlt in den verschiedensten Farben, rostrot wie Kupfer, weiß wie Perlmutt, blassgelb wie Frühlingsblüten. Marlies Brinker, Bodypainting-Künstlerin aus Rheine, hat die Pferde bemalt und damit ein Gesamtkunstwerk von gigantischer Größe geschaffen. Wie antike Statuen aus einer anderen Zeit wirken die Tiere dank des Farbgewandes. 35 000 Menschen jubeln ihnen von den Rängen aus zu, so, wie sie es jedes Jahr tun, wenn das Reitturnier Concours Hippique International Officiel (CHIO) in Aachen beginnt.

Am 17. Juli wird dieses Bild lebendig. Die Eröffnungsfeier zu Beginn des Turniers werden dann wieder Millionen Menschen weltweit verfolgen, live vor Ort und vor der Mattscheibe. Immerhin wird eine aufwendige Show mit Reitern, Pferden, Künstlern und Akro­baten geboten. Und Marlies Brinker wird das Spektakel in diesem Jahr vollenden – indem sie Pferde bemalt und so zu lebenden, sich bewegenden Kunstwerken werden lässt.

XXL-Schaubild aus Pferden und Statisten

60 Kaltblutpferde und 200 Statisten wird die Rheinenserin mit einem 70-köpfigen Künstlerteam mit Farbe verschönern. Am Ende soll auf diese Weise ein XXL-Schaubild entstehen. Bereits vor einem Jahr bemalte Brinker vier Hengste für das Pferdesport-Event (wir berichteten), doch die diesjährige Darbietung soll alles Dagewesene toppen. Schon jetzt ist der Ablauf durchgetaktet, rund zwölf Stunden wird sie an den zwei- und vierbeinigen Modellen arbeiten.

Brinker erläutert, welche Schwierigkeiten es birgt, eine Leinwand zu bemalen, die lebt, atmet, wiehert. „Pferde stehen natürlich nicht immer still“, sagt sie. „Aber es ist alles durchdacht. Die Farbe ist ungiftig und abwaschbar.“ Die meisten Pferde würden es sogar genießen, bemalt zu werden. Das sei für sie „wie eine Wellness-Behandlung“. Nur wenn sie herumzappeln, kann es brenzlig werden: Dann rutscht Brinker mit ihren Pinselstrichen ab. Das ähnele einem „Diktat im Schönschreiben, und ständig kommt jemand und reißt die Seiten weg“, sagt sie lachend.

Am 17. Juli ist Brinkers Tag – es wird ein Tag der Höchstleistung, des Tatendurstes und zuletzt der Glücksstunden sein. Und schon jetzt blickt sie voller Euphorie auf das bevorstehende Event: „Das wird der Wahnsinn.“

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