Kürbishof Eckervogt in Ahlen
Hype zu Halloween

Ahlen -

Zu Halloween erreicht die Kürbissaison auf dem Ahlener Hof Eckervogt ihren Höhepunkt. Dann zeigt der eigens gezüchtete Halloween-Kürbis sein wahres Gesicht...

Samstag, 28.10.2017, 07:00 Uhr

Gerade ihr Größter. Jutta Eckervogt ist die Frau hinter dem kreativen Kürbiszauber. Mit 100 fing‘s vor zehn Jahren an. Jetzt sind es zigtausende, die durch ihre Hände gehen.
Gerade ihr Größter. Jutta Eckervogt ist die Frau hinter dem kreativen Kürbiszauber. Mit 100 fing‘s vor zehn Jahren an. Jetzt sind es zigtausende, die durch ihre Hände gehen. Foto: Ulrich Gösmann

Steigt gerade die Stimmung? Dann könnte es an Jutta Eckervogt liegen. Genüssliches Grinsen ist gleichwohl garantiert, wer ihren gut gelaunten Gesellen leibhaftig begegnet, ihnen in die Augen schaut und knuffig kuriose Gesichter auf sich wirken lässt. Der Hof Eckervogt an der Walstedder Straße zieht Vorbeifahrende alle Jahre wieder im Herbst geradezu magisch an. Zu Halloween greift der ganz große Kürbis-Hype.

Wir sind am Limit.

Jutta Eckervogt

„Am Anfang waren es 100 Kürbisse“, erzählt die 35-Jährige, die auf den Hof einheiratete und seit zehn Jahren ihre Kreativität an Gewächsen aus eigener Aufzucht auslebt. Wie viele es sind, die in dieser Saison – teils mit Schnitzwerkzeug und Lack-Edding – durch ihre Hände gehen? „Ich bin nicht gut im Schätzen“, lacht Jutta Eckervogt. Zigtausende seien es aber wohl – und diesmal mehr denn je. Fakt sei: „Wir sind am Limit.“

Passanten können sich der orangenen Offensive nur schwer entziehen: Kürbisse die Straße lang dran runter, die Einfahrt rein und auch rund um die Scheune, in der die Schau munter weitergeht. Kleine, Große, Dicke, Dünne, einige mit naturgewollten Pickeln – alles dabei. „Wow, Wahnsinn“, höre sie immer wieder, wenn Leute anhalten. Und sei es auch nur, um Fotos zu machen.

Ihre immer wieder neuen Ideen holt sich die Ahlenerin aus dem Internet – oder lässt ihren Kindern Lotte, Henri und Ferdi freien Lauf. Aber Vorsicht: Finger weg vom Küchenmesser! Das rutsche bei dem glitschigen Innenleben schnell mal ab. Besser gleich der Griff zum kleinen Schnitzwerkzeug, mit dem es sich sicher und sauber sägen lasse.

Kaum zu glauben: Auf dem ein Hektar großen Feld gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite kommen bis zu 150 verschiedene Sorten in Form. Von 200 Gramm aufwärts bis zu 40 Kilo schwer. Zierkürbisse machen im September den Anfang. Gefragt, um so manche Ahlener Wohnung herbstlich herzurichten. Dann ist auch Saison für die Speise-Spezies. Zu Halloween dann die letzte Welle. Und die Stunde des speziell gezüchteten Halloween-Kürbisses. „Der heißt richtig so“, lacht Jutta Eckervogt einmal mehr. Man könne ihn zwar essen, er schmecke aber „nicht ganz so doll“. Zum Schnitzen bringe er aber beste Voraussetzungen mit, weil er von innen relativ hohl sei.

Viele Geschäfte laufen auf Vertrauen über die Selbstzahler-Kasse. Andere Kunden schellen an, suchen das persönliche Gespräch, die Beratung für die eigene Bearbeitung oder wollen einfach nur ihre Begeisterung loswerden.

Der Hype um die grellen Gesellen ist wie der Halloween-Spuk selbst nur von kurzer Dauer. Zehn Tage gibt Jutta Eckervogt ihren Kreationen. Dann sacken sie ein und werden matschig.

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