Antrieb aus der Steckdose
Bürgermeister mit dem E-Mobil unterwegs

Heek -

Vollgas gibt das Elektroauto von Anfang an. Seit eineinhalb Jahren steht es auf dem Parkplatz der Gemeindeverwaltung, geleast mit Unterstützung des Umweltministeriums. Und das weiße Gefährt hat es Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff durchaus angetan. Wenn da nicht der Preis wäre. 

Samstag, 28.10.2017, 06:00 Uhr

Spaß am Fahren hat Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im Elektroauto auf jeden Fall. Den Stecker zum Laden steckt er meist abends ins Mobil. Denn mal eben aufladen – das funktioniert bei dem Auto nicht.
Spaß am Fahren hat Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im Elektroauto auf jeden Fall. Den Stecker zum Laden steckt er meist abends ins Mobil. Denn mal eben aufladen – das funktioniert bei dem Auto nicht. Foto: Mareike Katerkamp

Vollgas gibt das Elektroauto von Anfang an. Das mulmige Bauchgefühl, das andere nur in der Achterbahn haben, hat Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff nach jeder Ampel. Zumindest wenn er mit dem geleasten Wagen der Gemeindeverwaltung unterwegs ist. Seit eineinhalb Jahren steht dort der BMW i3 Rex auf dem Parkplatz. Und das weiße Gefährt hat es dem Bürgermeister durchaus angetan.

Möglich gemacht wurden die zwei Jahre Leasingzeit im April vergangenen Jahres durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums. Mehr als 100 Fahrzeuge gab es damals für öffentliche Träger in Nordrhein-Westfalen – und die waren auch schnell weg, erinnert sich Weilinghoff. Auf dem Parkplatz des Kreishauses in Coesfeld etwa stehen gleich mehrere solcher Fahrzeuge. Die Universität Duisburg wertet parallel aus, wie zufrieden die Fahrer mit dem Elektromobil sind – und bislang zeigen hier die meisten Daumen nach oben, sagt Weilinghoff.

170 PS stecken in dem Auto, mit dem der Bürgermeister und die anderen Gemeindemitarbeiter vor allem innerhalb des Ortes unterwegs sind. Und diese PS machen sich vom ersten Meter an bemerkbar. „Spaßfaktor ist durchaus dabei“, sagt Weilinghoff, wenn er über die Fahrt mit dem Auto spricht. Eine Kupplung gibt es in dem Auto nicht, Start und Stop funktionieren über einen Knopf über dem Lenkrad. Die Bremse nutzt der Bürgermeister in dem Auto kaum. Sobald er den Fuß vom Gaspedal nimmt, bremst das Auto – und führt dabei Energie zurück in den Akku.

Aufladen an der normalen Steckdose

Aufladen lässt sich das Mobil an einer normalen Steckdose mit 230 Volt. Wenn der Bürgermeister abends den Stecker in die Dose steckt, ist die Batterie am nächsten Morgen wieder vollgeladen. Zu speziellen Säulen muss er mit dem Auto nicht, wenn er den normalen Ladevorgang nutzen will.

Angst, dass er bei längeren Strecken mal auf der Straße liegen bleibt, hat der Bürgermeister nicht. Der Akku reicht für etwa 150 Kilometer – und ist er leer, versorgt sich das Auto über den Benzintank, in den neun Liter passen. Der reicht allerdings nur als Notreserve für noch einmal etwa 150 Kilometer. Danach führt kein Weg mehr an der Tankstelle oder der Ladesäule vorbei.

„Schnellladen“ ist nicht schnell

Auch das Schnellladen – für das ein spezieller Stecker nötig ist – ist nicht gerade schnell, erzählt Weilinghoff. Drei Stunden an der Steckdose sind dafür mindestens nötig. Zwischendurch also mal kurz am Rastplatz einen Kaffee trinken und dann weiterfahren – das funktioniert mit dem Elektroauto nicht. „Es ist kein Auto für Vielfahrer“, gibt Weilinghoff daher auch unumwunden zu. Als Zweitwagen für eher kurze Strecken ist das Gefährt aber seiner Ansicht nach optimal.

Wenn da nicht der Preis wäre. Das Mobil der Gemeinde etwa kostet in der Anschaffung rund 40 000 Euro. Auch privat hat sich Weilinghoff schon einmal informiert. Einen Smart als E-Mobil gibt es nicht unter 20 000 Euro. „Ein erwachsener Preis für ein kleines Auto“, meint er. Selbst, wenn dann noch 4000 Euro als staatlich geförderter Umweltbonus abgezogen würden.

Noch etwa ein halbes Jahr ist die Gemeinde mit dem Auto unterwegs, dann ist der Leasingzeitraum vorbei und sie muss sich nach einem neuen Dienstwagen umsehen.

Carsharing mit E-Mobilen

Gedanken gemacht hat sich der Bürgermeister dazu bereits. Er würde gerne Carsharing und E-Mobilität miteinander verknüpfen. Etwa in Form von Dienstwagen als E-Mobile, die abends und am Wochenende auch von Privatpersonen genutzt werden können. So könnten auch andere Bürger mal unkompliziert in die Elektromobilität reinschnuppern. Denn Interesse ist bei vielen durchaus da, stellt Weilinghoff fest. Doch bislang gebe es nur eine Handvoll Heeker, die mit einem Elektroauto durch die Gegend fahren.

Vorstellen will Weilinghoff die Idee bei der nächsten Leaderkonferenz der Kulturlandschaft Ahaus-Heek-Legden. Denn allein in Heek wäre eine derartige Idee wohl nicht umsetzbar. Aber vielleicht zusammen mit Legden und Ahaus.

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