Plötzlich steht ein Reh vor dem Auto
Unfallgefahr steigt nach Zeitumstellung

Schöppingen -

75 Prozent der Wildunfälle geschehen bei Dunkelheit. Diese Quote schätzt zumindest Clemens Freiherr von Oer, Leiter des Hegerings Schöppingen/Legden. Und gerade nach der Zeitumstellung am morgigen Sonntag häufen sich die Unfälle vermutlich wieder.

Samstag, 28.10.2017, 06:00 Uhr

Ein Albtraum für Autofahrer: Plötzlich steht ein Reh vor dem Wagen. Gerade nach der Zeitumstellung erhöht sich die Unfallgefahr.
Ein Albtraum für Autofahrer: Plötzlich steht ein Reh vor dem Wagen. Gerade nach der Zeitumstellung erhöht sich die Unfallgefahr. Foto: mid

Durch das Zurückstellen der Uhr um eine Stunde wird es eine Stunde eher hell, aber auch entsprechend früher dunkel. Dadurch rückt der Berufsverkehr nachmittags mehr in die Dunkelheit.

Der Lebensrhythmus der Tiere selbst richte sich nach der Tageslichtdauer, so von Oer. Ein weiterer wichtiger Faktor neben der Zeitumstellung ist, dass jetzt auch der Körnermais auf den Feldern gedroschen werde. „Dadurch ist gerade für das Rehwild die Tagesdeckung relativ plötzlich weg“, sagt Hegeringsleiter von Oer. Die Tiere liefen mehr umher. Sie wechseln dann häufiger die Plätze zum Ausruhen und zum Fressen.

Unfälle auf Kreisstraßen

Die meisten Unfälle passieren an den Kreisstraßen, so die Erfahrung von Clemens Freiherr von Oer. Vor allem die schweren. Beteiligt sind dabei fast immer Rehe. „Wildschweine nur ganz selten“, sagt von Oer. Hier in der Region gebe es kein Dammwild und auch nur wenige Wildschweine, so der Hegeringsleiter.

Clemens von Oer empfiehlt Autofahrern, mit „einer angepassten Geschwindigkeit“ zu fahren und „das ist deutlich unter 100 Stundenkilometern“. Auch sollten die Autofahrer die Wildwechselwarnschilder ernst nehmen. „Die stehen berechtigt an den Straßen.“ Schließlich kennen die Verantwortlichen die Strecken der Tiere aus langjähriger Erfahrung.

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Nicht ausweichen

Wenn bei einer Fahrt trotzdem einmal Rehe vor dem Wagen über die Straße laufen, empfiehlt von Oer, auf keinen Fall auszuweichen. „Die Autofahrer sollten auf der Bremse stehen und das Lenkrad festhalten.“ Durch ein Verreißen des Lenkrads landeten Autofahrer häufig im Graben oder prallten gegen einen Baum, was noch gefährlicher sei als der Zusammenstoß mit dem Wildtier.

Kommt es zu einem Unfall, sollte sofort die Polizei gerufen werden, so Clemens von Oer. Alleine schon deshalb, damit der Schaden dokumentiert und später von der Teilkassko-Versicherung erstattet wird. Bei Unfällen mit Rehen übersteige der Schaden schnell 3000 bis 4000 Euro, so von Oers Erfahrung.

Die Polizei verständigt den zuständigen Jagdausübungsberechtigten. Die Jäger haben mit der Landesregierung eine Vereinbarung getroffen, dass die Jäger die toten Tiere nach Wildunfällen entsorgen.

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