Luftverkehrsforum der IHK
Wirtschaft und FMO wollen stärker kooperieren

Greven -

Der Flughafen Münster/Osnabrück ist wichtig für die Wirtschaft in der Region – die Feststellung ist so alt wie der FMO selbst. Was er für die Unternehmen der Umgebung wirklich bedeutet, wurde der Öffentlichkeit am frühen Donnerstagabend so deutlich wie selten zuvor: Beim IHK-Luftverkehrsforum.

Donnerstag, 26.10.2017, 20:35 Uhr

Austausch am Abend: Dr. Norbert Tiemann (links) moderierte die Podiumsdiskussion mit (von links) Niklas Sievert (Sievert AG, Osnabrück), Dr. Jürgen Vutz (Windmöller & Hölscher), Harry Hohmeister (Lufthansa) und FMO-Chef Prof. Dr. Rainer Schwarz.
Austausch am Abend: Dr. Norbert Tiemann (links) moderierte die Podiumsdiskussion mit (von links) Niklas Sievert (Sievert AG, Osnabrück), Dr. Jürgen Vutz (Windmöller & Hölscher), Harry Hohmeister (Lufthansa) und FMO-Chef Prof. Dr. Rainer Schwarz. Foto: Gunnar A. Pier

Auf Einladung der Industrie- und Handelskammern Nord-Westfalen und Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim tauschten sich Unternehmer mit dem FMO-Chef und einem Lufthansa-Vorstandsmitglied aus. Es wurde ein konstruktiver Dialog.

Dr. Jürgen Vutz ist Geschäftsführer des Lengericher Maschinenbauers Windmöller & Hölscher, dessen Kunden zu 90 Prozent im Ausland sitzen. „Wir kaufen 5000 Flugtickets pro Jahr“, verdeutlichte Vutz, zudem kämen jährlich mehr als 5000 Besucher nach Lengerich – via FMO. „Das ist ein echter Standortvorteil für uns.“

Es fehlen Verbindungen

Doch: Nur etwa jeder fünfte Flug der W&H-Mitarbeiter geht über den heimischen Airport. Grund sind nicht nur fehlende Verbindungen, sondern es ist oft auch der Preis. Vutz erzählte von einem Flug vom FMO über München nach Boston – der ab Düsseldorf direkt und deutlich billiger möglich gewesen wäre.

„Das ist Marktwirtschaft“, erklärte Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstands bei der Lufthansa. Doch er stellte in Aussicht, dass die Preise fallen werden – zumal die Lufthansa am FMO weiter die Kapazitäten ausbaue.

Sommerflugplan 2017: Alle Ziele ab FMO

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  • Mit dem Flugzeug in die Sonne: Im Sommer 2017 bietet der FMO 21 Ziele an.

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  • Frankfurt: Ein Umsteige-Klassiker. Die Lufthansa fliegt täglich vier mal hin und zurück.

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  • Rhodos: Die Fluggesellschaft Germania fliegt ab 8. April 2017 samstags, ab 2. Mai 2017 zudem dienstags auf die griechische Insel.

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  • Faro: Ab 1. Mai 2017 fliegt Germania jeden Montag nach Faro, am 22. Juni 2017 kommt ein Flug am Donnerstag hinzu.

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  • Varna: Germania fliegt ab 31. Mai 2017 mittwochs nach Varna. Zwischen 5. Juni und 18. September 2017 kommt ein Flug am Montag von Bulgarian Air Charter hinzu.

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  • Teneriffa: Freitags bietet Germania einen Flug auf die Kanaren-Insel an.

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  • Antalya ist eins der am häufigsten angeflogenen Ziele. Täglich gibt es mindestens einen Flug, manchmal bis zu drei. Die Strecke bedienen Turkish Airlines. Germania und Sun Express.

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  • Izmir: Vom 20. Juni bis 29. August fliegt Sun Express dienstags in die türkische Metropole, ab 22. Juni 2017 auch donnerstags.

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  • Kayseri: Die türkische Stadt ist sonntags das Ziel eines Germania-Flugs - jedenfalls zwischen 18. Juni und 17. September 2017.

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  • Lanzarote: Dienstags steuert Germania die Kanaren-Insel an - aber nur bis zum 2. Mai 2017.

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  • Heraklion: Ab 20. April 2017 fliegt Germania donnerstags nach Heraklion, ab 1. Mai 2017 zusätzlich montags, am 28. Mai 2017 kommt ein Flug am Sonntag hinzu.

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  • Mallorca: Die Balearen-Insel wird sie häufig angeflogen wie kaum ein anderes Ziel. Täglich gibt es mindestens einen Flug, auf der Strecken sind Germania, Small Planet, Air Berlin und Eurowings unterwegs.

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  • Gran Canaria: Zweimal pro Woche fliegt Germania nach Gran Canaria: mittwochs und sonntags.

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  • Istanbul: Turkish Airlines steuert Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag den Atatürk-Flughafen an. Pegasus fliegt zwischen 20. Juni und 14. September 2017 dienstags und freitags zum Flughafen Sabiha Gökcen, zwischen 25. Juni und 17. September 2017 zudem am Sonntag.

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  • Adana: Am 30. Mai 2017 beginnt Germania mit einem wöchentlichen Flug nach Adana - immer dienstags geht's los.

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  • Burgas: Germania fliegt zwischen den 22. Juni und dem 14. September 2017 donnerstags nach Burgas. Vom 26. Juni bis 4. September 2017 bietet Bulgarian Air Charter einen zusätzlichen Flug am Montag an.

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  • Hurghada: Der ägyptische Badeort ist ab 26. Mai 2017 Ziel eines Fly-Egypt-Flugs am Freitag.

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  • Kos: Samstags fliegt Germania nach Kos, der erste Start ist am 29. April 2017. Am 5. Mai 2017 kommt ein Freitags-Flug dazu.

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  • Fuerteventura: Bis zum 24. April 2017 fliegt Germania montags nach Fuerteventura, am 1. Mai 2017 kommt ein Flug am Samstag hinzu.

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  • Malaga: Germania fliegt mittwochs und sonntags nach Malaga, zwischen 31. Mai und 7. Juni 2017 mittwochs zweimal.

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  • München: 30 mal pro Woche fliegt Lufthansa von Greven nach München - jeden Tag gibt es mindestens zwei Verbindungen.

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  • Stuttgart: AIS Airlines verbindet den FMO mit Stuttgart. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gibt es zwei Flüge, freitags einen.

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Der FMO-Luxus

Zu den Profiteuren des FMO gehört auch die Baustoffgruppe Sievert AG in Osnabrück. „Ich empfinde es als Luxus, dass ich erst eine Stunde vor Abflug in Osnabrück losfahren muss“, verdeutlichte Vorstand Niklas Sievert. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es Wien.“ Doch nicht etwa, um Prater oder Musicals zu sehen: „Wir haben einen Schwerpunkt in Ost-Europa.“ Wien als Tor zu den eigenen Märkten – auch W&H-Chef Vutz würde sich freuen. „Wir buchen im Jahr 700 Flüge nach Wien.“ Doch ab FMO gibt es keine Direktverbindung.

Eine neue Stelle am FMO

Um konkreter als bislang auf die spezifischen Bedürfnisse in der Region reagieren zu können, will der Flughafen künftig mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Dazu wurde eine neue Stelle geschaffen, wie FMO-Chef Dr. Rainer Schwarz verkündete. Denkbar sei, dass sich große Firmen mit Interesse an einer bislang fehlenden Verbindung verpflichten, eine bestimmte Anzahl Tickets abzunehmen. Solche Zusagen würden die Gespräche mit Fluglinien vereinfachen.

Offene Ohren bei Lufthansa

Mit offenen Ohren verfolgte Harry Hohmeister die Anregungen. Seine Airline Lufthansa ist mit zuletzt 600 000 jährlichen Passagieren der größte Kunde des FMO. In seinem Vortrag erläuterte er die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt der weltweiten Flüge, auf dem am Ende nur große Fluggesellschaften überleben könnten. Er versprach eine weitere „gute gemeinsame Zukunft“ mit dem FMO. Und wenn erst die Übernahme der Air Berlin gemeistert und damit die Lufthansa-Billigtochter Eurowings neu organisiert ist, käme auch die Zeit, um über weitere Ziele ab FMO nachzudenken.

Viele Exporte aus der Region

Dass der Flughafen bei allem, was er tut, auf die heimische Wirtschaft bauen kann, versicherten die IHK-Präsidenten Dr. Benedikt Hüffer (Nord-Westfalen) und Martin Schlichter (Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim). Schließlich, betonte Hüffer, verzeichne die Wirtschaft in der hiesigen, einst so ländlich geprägten Region inzwischen einen Exportanteil von 30 bis 40 Prozent.

Der neue Mann für Kontakte in die Region

Die Kontakte in die Wirtschaft der Region sind für den FMO wichtig – dem trägt der Flughafen mit einer neuen Stelle Rechnung. Ab November kümmert sich Christopher Godhoff darum, Unternehmen in der Region zu betreuen und unter anderem deren Bedarfe beispielsweise an neuen Linienverbindungen zu ermitteln.

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