DOC-Erweiterung erregt die Gemüter
Nachbarn sehen Angriff auf Innenstädte

Gronau/Ochtrup -

Die Beschlüsse des Rates der Stadt Ochtrup zur Erweiterung des Designer Outlet Centers (DOC) sind für die Nachbarkommunen nicht nachvollziehbar. Der Rat der Stadt Ochtrup hat Ende September abschließend über die Bauleitplanung für die Erweiterung des DOC beschlossen und zuvor alle von den benachbarten Kommunen vorgetragenen Bedenken als unbegründet zurückgewiesen

Mittwoch, 25.10.2017, 17:42 Uhr

Die Nachbarkommunen haben massive Bedenken gegen die Erweiterung des Ochtruper DOC auf eine Verkaufsfläche von 19 050 Quadratmeter.
Die Nachbarkommunen haben massive Bedenken gegen die Erweiterung des Ochtruper DOC auf eine Verkaufsfläche von 19 050 Quadratmeter. Foto: Guido Kratzke

Die Beschlüsse des Rates der Stadt Ochtrup zur Erweiterung des Designer Outlet Centers (DOC) sind für die Nachbarkommunen nicht nachvollziehbar. Der Rat der Stadt Ochtrup hat Ende September abschließend über die Bauleitplanung für die Erweiterung des DOC beschlossen und zuvor alle von den benachbarten Kommunen vorgetragenen Bedenken als unbegründet zurückgewiesen.

Mehr zum Thema

Ärger um Outlet-Pläne in Ochtrup [30.12.2016]

Größeres Outlet-Center: Bezirksregierung äußert Skepsis [01.06.2017]

...

Bereits in dem im Herbst 2016 durchgeführten Vorverfahren hatten 25 Kommunen und drei Landkreise massive Bedenken gegen eine DOC-Erweiterung von 11 500 auf fast 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche angemeldet. Befürchtet werden gravierende Beeinträchtigungen der Innenstädte und Ortszentren im Einzugsbereich dieses Großprojekts. Aber nur wenige Bedenken, die sich speziell gegen die Ermittlung der absatzwirtschaftlichen Auswirkungen des Vorhabens richteten, wurden von der Stadt Ochtrup bei der Überarbeitung der Planung berücksichtigt, heißt es jetzt dazu in einer Pressemitteilung der Nachbarkommunen. Die geplante Gesamtverkaufsfläche beträgt nunmehr 19 050 Quadratmeter.

Im Rahmen eines weiteren Planauslegungsverfahrens nahmen erneut 25 Kommunen und vier Landkreise kritisch Stellung. Sie monierten insbesondere eine unzureichende Einschätzung der absatzwirtschaftlichen Auswirkungen und der städtebaulichen Folgewirkungen für ihre Innenstädte und Ortszentren. Sie halten deren Beeinträchtigung nicht für gerechtfertigt, insbesondere weil Ochtrup als kleineres Mittelzentrum mit dem erweiterten DOC seinen mittelzentralen Versorgungsauftrag massiv überschreite.

All diese Bedenken wies der Ochtruper Rat zurück, bevor er jetzt abschließend über die notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplans und des einschlägigen Bebauungsplans beschloss. Dies betrachten die betroffenen Kommunen als Angriff auf ihre Innenstädte.

Offen ist derzeit noch, wie die Bezirksregierung Münster über die zur Erweiterung erforderliche Änderung des Ochtruper Flächennutzungsplans entscheiden wird. Sollte es zu einer Genehmigung kommen, werden die Kommunen unverzüglich die für eine gerichtliche Überprüfung erforderlichen Schritte abstimmen. Die Stadt Rheine plädiert dafür, die Planung für die DOC-Erweiterung gerichtlich prüfen zu lassen. Rheine bereitet zu dieser Frage bereits einen Abstimmungstermin vor.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5246496?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker