Gerichtsbeschluss und Zahlungsbefehl
Betrüger fordern von Aschebergerin 489,49 Euro

Ascheberg -

Zuerst war eine Aschebergerin erschrocken. Per Gerichtsbeschluss und Zahlungsbefehl sollte sie 489,49 Euro überweisen, sonst werde ihr Konto gesperrt, hieß es. Bei genauem Hinsehen erkannte sie, die Autoren sind Betrüger.

Mittwoch, 25.10.2017, 08:00 Uhr

489,49 Euro fordern die Betrüger.
489,49 Euro fordern die Betrüger. Foto: hbm

489,49 Euro – diesen Betrag soll Angelika Högemann überweisen, damit ihr Konto nicht gesperrt wird. Die Post aus Berlin hat der Aschebergerin zuerst einen Schrecken eingejagt, doch dann hat sie schnell erkannt: „Gerichtsbeschluss“ und „Zahlungsbefehl“ sind ihr in betrügerischer Absicht zugeschickt worden. Darüber täuscht das Benutzen stempelähnlicher Abzeichen mit Unterschriften nicht hinweg. „Ganz schlecht gemacht, so sieht kein amtliches Anschreiben aus“, stellt Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding fest.

Schon beim „Gerichtsbeschluss“ ist zu erkennen, dass hier etwas faul ist. Es gibt keine Betreffzeile, es fehlt unten die Unterschrift. „Und wenn gesiegelt wird, dann unten“, bemerkt Werenbeck-Ueding zu den kopierten Pfuschereien auf dem Anschreiben. Geübte Empfänger werfen das Schreiben gleich weg. Andere lassen sich durch den Text vielleicht verunsichern. Ein gesperrtes Konto – das möchten viele Menschen vermeiden.

IBAN-Nummer mit BE

Noch dreister werden die Betrüger im „Zahlungsbefehl“. Dort ist sogar von Arrest die Rede. Andererseits: Der Autor des Schreibens hat Defizite in der Rechtschreibung. Und die Kostenaufstellung ist auch nicht von Pappe: Alleine die Zinsen belaufen sich auf 82,17 Euro.

Wer sich vom Aussehen des Schreibens aus Berlin und dem Inhalt nicht irritieren lässt, der sollte spätestens beim Überweisungsträger auf der zweiten Seite stutzig werden. Denn die IBAN-Nummer des Empfängers beginnt mit BE. Das steht für Belgien und eine deutsche Behörde, die ihre Geldforderungen im Nachbarland begleichen lässt, die gibt es nicht.

Das Konto ist bei der Belfius Bank angesiedelt. „Wenn nur einer von 100 Personen, die angeschrieben wurden, überweist, hat sich das Schreiben schon gelohnt“, rechnet Werenbeck-Ueding vor. Der Polizeisprecher informiert, dass solche Post nicht an der Tagesordnung ist: „Oft gibt es Wellen mit diesen Anschreiben.“

Weil gerade ein Brief in Ascheberg angekommen ist, sollte das im Zweifel die Skepsis fördern.

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