Zusätzliche Abfuhrtour
Zu viel Laub – zu wenig Boxen

Ahlen -

Die von den Umweltbetrieben angeschafften Laubboxen werden gut angenommen – sogar zu gut, denn: Die meisten sind permanent gefüllt, so dass die Stadt eine weitere Abholtour einberufen hat. Viele Bürger regten bereits weitere Standorte an.

Dienstag, 24.10.2017, 19:30 Uhr

Einen ganzen Laubteppich entfernt Viktor Gerner vor der St.-Josef-Kirche. Einige Nachbarn haben das Nachsehen: Als sie die Laubboxen benötigen, sind sie bereits rappelvoll. Blätter aufs Gitter und mit der Hand verteilen. Ist zwar etwas aufwendig, weiß Norbert Moor, aber es verhindert, dass Falsches in der Laubbox landet. Zur Not lässt sich der Deckel auch öffnen.
Einen ganzen Laubteppich entfernt Viktor Gerner vor der St.-Josef-Kirche. Einige Nachbarn haben das Nachsehen: Als sie die Laubboxen benötigen, sind sie bereits rappelvoll. Blätter aufs Gitter und mit der Hand verteilen. Ist zwar etwas aufwendig, weiß Norbert Moor, aber es verhindert, dass Falsches in der Laubbox landet. Zur Not lässt sich der Deckel auch öffnen. Foto: Christian Wolff

 „Gestern geleert, heute schon wieder voll“, sagt Norbert Moor und deutet auf die nächste Laubbox. Mit dem Eimer in der Hand macht er sich dennoch auf den Weg, kippt die mühsam aufgelesenen Blätter auf das Containergitter und presst hinein, was noch geht. Und der nächste Eimer? Vielleicht wird er den ja auch noch los. Der Herbst hat nicht nur ihn im Griff.

„Eine gute Sache“, lobt Moor im Gespräch mit der „AZ“, um gleich zwei Einschränkungen zu machen: „Die Behälter kamen zu spät, da waren die Bäume schon halbleer. Und es müssten mehr sein.“ Deswegen gebe es jetzt diese akkuraten Laubhaufen rund um die Kastanien, deutet er auf die gegenüberliegende Straßenseite. Nachbarn hätten das zusammengekehrt, was nicht mehr in die Tonnen passte. Das Pilotprojekt lief im Vorjahr ebenfalls am Vorhelmer Weg. Nun haben die Umweltbetriebe aufs gesamte Stadtgebiet verteilt Laubboxen aufgestellt, die speziell nach Ahlener Anforderungen angefertigt worden sind (wir berichteten).

Während an den öffentlichen Plätzen derzeit täglich die städtischen Laubbläser ihre Runden drehen, schwingen die Ahlener in Vorgärten und auf Bürgersteigen Besen und Kehrblech. Dabei stößt das Angebot trotz anfänglicher Skepsis auf ungeahnten Zuspruch. „Ich finde es toll, dass man die Dinger dahin rollen kann, wo man sie braucht“, sagt Viktor Gerner, während er inmitten eines großen Laubteppichs steht.

Es sei zwar ein bisschen umständlich, gerade für ältere Leute, aber eine bessere Alternative sehe er auch nicht. Der Küster der St.-Josef-Kirche hat am Dienstagmorgen die Schweißperlen auf der Stirn stehen und ist dennoch zufrieden. „Man sieht, wie das Umfeld sauberer wird.“ Nur ein Nachbar, gibt er zu, habe ihn kritisch angesprochen. „Immer wenn er die Laubbox nutzen will, habe ich sie schon bis oben hin gefüllt.“ Es gebe eben viel Laub an der Rottmannstraße. Aber Streit gebe es deswegen nicht.

„Unser Entsorgungsleiter Matthias Krätzig berichtet von durchweg guten Erfahrungen“, bestätigt Stadtsprecher Frank Merschhaus auf Anfrage. „Die 50 im Stadtgebiet und in den Ortsteilen verteilten Behälter werden gut angenommen. Die Auslastung liegt fast durchgehend bei 100 Prozent“, so der Stadtsprecher. Hervor stechen demnach Vorhelmer Weg, Heinrich-Sommer-Straße, Hansastraße und Stapelstraße.

Ich finde es toll, dass man die Dinger dahin rollen kann, wo man sie braucht.

Viktor Gerner

Dass die Befüllung schneller funktioniert als gedacht, ließ die Stadt bereits jetzt reagieren: „Weil die Bereitschaft zur Nutzung so groß ist, wurde eine zusätzliche Abfuhrtour eingeführt. Die Behälter werden jetzt montags, mittwochs und freitags geleert“, lässt Frank Merschhaus wissen.

„Aufgrund von Nichtbefüllung haben wir an drei Behälterstandorten Änderungen vorgenommen“, sagt Matthias Krätzig, Einsatzleiter Stadtreinigung. Konkret seien es Standorte an Rottmannstraße, Twieluchtstraße und Schulstraße. Im Rathaus seien in diesen Tagen zahlreiche Rückmeldungen von Bürgern eingegangen, dass es zu wenig Behälter gebe.

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„Es wurden mittlerweile etwa 25 bis 30 Vorschläge gemacht, wo im kommenden Jahr zusätzliche Behälter aufgestellt werden sollten“, verrät Frank Merschhaus. „Die Umweltbetriebe werden diesen Wünschen gerne nachkommen, da ohnehin die Anschaffung von weiteren Behältern geplant ist.“

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