Noch keine Lösung für Toiletten-Problem
Schon 1992 wurde über „Stilles Örtchen“ diskutiert

Sendenhorst -

Noch immer gibt es für Besucher der Stadt keine Möglichkeit, im Fall der Fälle eine öffentliche Toilette aufsuchen zu können. Ein Umstand, den vor allem die Sendenhorster FDP endlich ändern möchte. Es vergeht kaum eine Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, in der die FDP dies nicht zum Thema macht – ohne voranzukommen.

Mittwoch, 25.10.2017, 07:33 Uhr

Der Weg zu einer öffentlichen Toilette ist in Sendenhorst sehr lang. Schon vor 25 Jahren wurde darüber diskutiert, und noch immer ist das Problem nicht gelöst.
Der Weg zu einer öffentlichen Toilette ist in Sendenhorst sehr lang. Schon vor 25 Jahren wurde darüber diskutiert, und noch immer ist das Problem nicht gelöst. Foto: Oliver Werner

„Besucher sind in der Stadt Sendenhorst immer und jederzeit willkommen, nur ein bestimmtes Bedürfnis dürfen sie nicht mitbringen. Im Fall eines Falles müssen sie sich jedoch auf die Suche nach einem stillen Örtchen begeben. Denn: Eine öffentliche Toilette existiert in dieser Stadt nicht.“ Diese Aussage – die übrigens aus einem WN-Artikel vom 21. August 1992 stammt – ist 25 Jahre später noch immer vollumfänglich korrekt. Noch immer gibt es für Besucher der Stadt keine Möglichkeit, im Fall der Fälle eine öffentliche Toilette aufsuchen zu können. Ein Umstand, den vor allem die Sendenhorster FDP endlich ändern möchte. Es vergeht kaum eine Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, in der die FDP dies nicht zum Thema macht – ohne voranzukommen.

In jüngster Zeit gab es bei Josef Lammerding und seinen Mitstreitern den Gedanken, eine solche öffentliche Toilette in den bislang geplanten Anbau an das Haus Siekmann zu integrieren. Eine Idee, die der Rest der politischen Landschaft nicht unterstützen wollte. Und auch Bürgermeister Berthold Streffing ist der Meinung, dass man vielmehr versuchen wolle, mit Sendenhorster Geschäftsleuten das Modell „Nette Toilette“ auf die Beine zu stellen – ohne bislang wirklich weitergekommen zu sein, wie er im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss auf erneute Anfrage von Josef Lammerding zugeben musste.

„Wir werden jetzt aber Gespräche mit den Gewerbetreibenden suchen“, erklärte Streffing und räumte ein: „Das dauert sicherlich alles länger als gewollt und gewünscht.“ Eine öffentliche Toilette zu bauen und zu unterhalten, sei „wahnsinnig teuer“, führte der Bürgermeister weiter aus, weshalb er eher auf die Hilfe der Geschäftsleute hofft. Doch so langsam geht der FDP bei diesem Thema wohl die Geduld aus. Denn als auch dieses Mal wieder auf die Frage nach einem konkreten Termin für Fortschritte keine für ihn befriedigende Antwort erfolgte, kündigte Lammerding an, dann bei nächster Gelegenheit den Antrag zu stellen, dass die Stadt ein öffentliches „Stilles Örtchen“ bauen soll.

Ob das zum Erfolg führt, oder ob weitere 25 Jahre bis zur Lösung dieses Problems ins Land ziehen, wird die Zeit wohl zeigen. 1992 übrigens hatten einige Sendenhorster und/oder Besucher das Problem auf ihre Weise gelöst und sich viele eigene „Stille Örtchen“ hinter Hecken und Zäunen, in Hauseingängen oder in der „Liebesgasse“ gesucht, ist dem WN-Archiv-Text zu entnehmen.

Das allerdings war damals eine Unart, über die sich die betroffenen Bürger natürlich sehr geärgert haben. Das dürfte heute nicht anders sein.

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