Mordprozess
Auf den Vater eingestochen - Urteil erwartet

Münster -

Das Landgericht Münster wird heute (Dienstag, 24. Oktober) sein Urteil über eine 48-jährige Frau fällen, die auf ihren Vater eingestochen haben soll, um ihm angeblich ein Pflegeheim zu ersparen.

Dienstag, 24.10.2017, 06:45 Uhr

Vor dem Landgericht Münster muss sich eine 50-jährige Frau verantworten, die versucht haben soll, ihren Vater zu töten.
Vor dem Landgericht Münster muss sich eine 50-jährige Frau verantworten, die versucht haben soll, ihren Vater zu töten. Foto: Stefan Werding

Am Montag kündigte ein Sprecher das Urteil für 12 Uhr an. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im April mit einem Küchenmesser fünf Mal auf ihren schlafenden Vater eingestochen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft wachte der Vater während der Attacke auf, forderte sie auf aufzuhören und flüchtete blutüberströmt aus dem Zimmer. Die Angeklagte versuchte daraufhin, sich selbst durch Schnittverletzungen an den Handgelenken und in die Brust zu töten.

Im zurückliegenden Verfahren erklärte die Angeklagte, dass sie ihrem dementen und durch Schlaganfälle eingeschränkten Vater einen qualvollen Tod in einem Pflegeheim habe ersparen wollen. Die Idee sei ihr aber spontan gekommen. Die Angeklagte hatte ein ähnliches Schicksal bereits bei ihrer Mutter mitansehen müssen.

Zusätzlich zur Belastung durch die Pflege der Eltern habe sie mit beruflichen und privaten Problemen zu kämpfen gehabt. Darum litt sie an einer Depression, die medikamentös behandelt wurde.

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