Geldstrafe aufgebrummt
Verfolgungsjagd endet mit Gerangel in Senden

Dülmen/Senden -

Das Amtsgericht Dülmen verurteilte einen 28-Jährigen wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen die Polizei zu einer Geldstrafe. Verhaftet wurde er im vorigen Juli nach einer Verfolgungsjagd, die spektakulär in Senden endete.

Mittwoch, 03.05.2017, 18:20 Uhr

 
  Foto: Jochen Löbke

Die Liste der Vorstrafen war durchaus lang: Raub, vorsätzliche Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Dafür hatte der 28-Jährige aus Kalletal auch schon im Gefängnis gesessen. Weil er an einer Gefangenen-Meuterei beteiligt war, war er erst im Januar 2015 nach mehrjähriger Haftstrafe entlassen worden.

Am Mittwoch kam der arbeitslose Mann um eine weitere Haftstrafe herum. Dabei waren die Vorwürfe heftig. Am 14. Juli 2017 hatte der heute 28-Jährige gegen 16.30 Uhr einem 22-jährigen Auszubildenden aus Dülmen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Buldern mit einem Springmesser gedroht. „Willkommen in Deutschland. Ich stech´ euch alle ab“, habe er dem jungen Türken zugerufen, der gerade dabei half, einer Flüchtlingsfamilie eine Küche zu besorgen.

„Der Angeklagte hat mit dem Messer vor mir rumgefuchtelt. Ich war geschockt“, sagte der 22-Jährige im Zeugenstand. Dennoch verfolgte er den Angeklagten, der mit dem Auto in Richtung Senden fuhr. Unterwegs rief er die Polizei. Der Streifenwagen mit zwei Polizeibeamten und einem Auszubildenden stoppte die beiden Autos vor einer roten Ampel einer großen Kreuzung in Senden. „Zunächst war der Angeklagte ganz ruhig“, erinnerte sich der Polizei-Azubi.

„Wir wussten von dem Messer, daher sind wir mit größter Eigensicherung herangetreten“, so ein 43-jähriger Polizeibeamter. Als dieser den Beschuldigten am Arm sichern wollte, kam es zu einem Gerangel. Der Angeklagte will vom Beamten mit dem Kopf gegen das Auto gestoßen worden sein. Die Polizisten sagten aus, der Mann habe sich absichtlich fallen lassen und selbst den Kopf gegen die Tür geschlagen habe, um sich Verletzungen zuzufügen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Der Angeklagte schlug und trat daraufhin so um sich, dass eine Polizistin nach hinten stürzte und mit dem Kopf gegen eine Betonwand knallte. Sie musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die beiden anderen Polizisten erlitten Schürfwunden.

Das Amtsgericht Dülmen sah die Aussagen der Polizisten als glaubwürdig an und verurteilte den Angeklagten wegen Bedrohung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu 1400 Euro Geldstrafe. Zudem muss er an die Polizistin 300 Euro Schmerzensgeld zahlen.

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