Amtsgericht Coesfeld
Betrügereien im Internet

Nottuln -

Er bot hochwertige Smartphones im Internet an, kassierte das Geld per Vorkasse, lieferte aber nicht. Deshalb stand ein 24-jähriger Nottuln am Dienstag vor dem Amtsrichter.

Dienstag, 08.11.2016, 00:00 Uhr

Wegen Betruges im Internet musste sich ein Nottulner vor dem Amtsgericht verantworten. 
Wegen Betruges im Internet musste sich ein Nottulner vor dem Amtsgericht verantworten.  Foto: Dieter Klein

Er war arbeitslos und hatte kein Geld. Dafür aber eine fatale Idee: Er bot Smartphones und Schmuck über Kleinanzeigen eines bekannten Internet-Portals an. Kassierte dann die eingegangenen Verkaufserlöse, lieferte aber nie. Das brachte den 24-jährigen Nottulner vor Gericht. Der Staatsanwalt sprach in der gestrigen Verhandlung wegen der Vielzahl der Fälle von „gewerbsmäßigem Betrug “ und forderte eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Der Richter der 3. Strafkammer beim Amtsgericht Coesfeld verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von 19 Monaten mit dreijähriger Bewährung und zu 200 gemeinnützigen Arbeitsstunden.

Es begann im letzten Herbst. Ohne die flüssigen Mittel für einen „angemessenen Lebensstil“ versuchte es der junge Mann, der gestern vor Gericht Reue zeigte, mal mit dem Angebot, ein Handy im Internet zu verkaufen. Die dafür verlangten 520 Euro landeten tatsächlich schon wenige Tage später auf seinem Bankkonto. Das machte ihm „Mut“. Mal bot er ein Armband, dann ein I-Phone zum Verkauf an. Das Geld floss, doch die Geräte hatte er gar nicht. Der Staatsanwalt warf ihm vor, „von Anfang an ohne willens und in der Lage zu sein, die Waren auch liefern zu können“, diese angeboten zu haben „5000 Euro in fünf Monaten kamen so zusammen“, rechnete der Amtsrichter vor. „Ein bisschen viel, nur um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.“

Die Opfer forderten ihr Geld zurück, erwirkten in acht Fällen Strafbefehl. Das floss verschärfend in die Gesamtstrafe ein. Strafmindernd bewertete der Richter das Geständnis des Mannes, dessen festen Wohnsitz mit einer Lebensgefährtin und seine bereits begonnene Ausbildung. Zudem versprach der Nottulner, einen Nebenjob zu suchen, um die finanziellen Verluste seiner Opfer ausgleichen zu können. Zur Schadensregulierung verpflichtete ihn der Richter zu monatlichen Ratenzahlungen von 150 Euro. Und versprach: „Für jede geleistete Arbeitsstunde werden Ihnen 10 Euro gutgeschrieben.“

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