Nitrat im Grundwasser
Hohe Belastung auch im Münsterland messbar

Brüssel/Steinfurt -

Es wird ernst: Die EU-Kommission hat Deutschland wegen der anhaltend hohen Nitratbelastung des Grundwassers verklagt. Brüssel wirft der Bundesrepublik vor, zu wenig für eine Reduzierung der Schadstoffe im Grundwasser und in Oberflächengewässern getan zu haben.

Montag, 07.11.2016, 20:51 Uhr

Nitrat im Grundwasser  : Hohe Belastung auch im Münsterland messbar
Foto: colourbox.de

Die Bundesregierung hatte eingeräumt, dass an 18 Prozent aller Messstellen in Deutschland der gesetzliche Nitrat-Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten wurde. Zum Vergleich: 2011 lag der Anteil der Messstellen, an denen zu hohe Nitratwerte gemessen wurden, bei 15 Prozent.

Ein Grund ist neben dem Einsatz von künstlichen Düngemitteln vor allem Gülle, die durch Schweine-, Rinder- oder Hühnerhaltung entsteht. Die Bundesregierung arbeitet schon länger an einer Reform der Düngeverordnung, die das Problem angehen soll. „Es muss in unser aller Interesse sein, zeitnah und gemeinsam eine praxistaugliche Düngeverordnung zu verabschieden, statt sich von Brüssel verurteilen zu lassen“, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU).

Allein in NRW sind derzeit 40 Prozent der Flächen betroffen, in dem durch Geflügelzucht besonders geprägten Niedersachsen sind es sogar mehr als 60 Prozent. Auch im Münsterland verzeichnen die Messstellen nach wie vor eine sehr hohe Belastung durch Nitrat . Im Kreis Steinfurt wurde nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im Zeitraum zwischen Januar 2013 und August 2014 25-mal der Grenzwert überschritten, der höchste an einer Messstelle gemessene Wert lag dort bei 370 Milligramm.

Die Belastung des Grundwassers ist laut Bundesumweltamt für den Verbraucher gesundheitlich unbedenklich, da die Aufbereitung durch die Versorgungsunternehmen den Nitratwert sinken lässt. Bedenklich kann es für die Verbraucher werden, die Wasser aus Brunnen beziehen. Zudem schlägt sich die hohe Belastung auf die Wasserrechnung aller Haushalte nieder, da die Reinigungsverfahren teuer sind.

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