Laubboxen am Vorhelmer Weg
Der Testlauf funktioniert nicht

Ahlen -

Der Testlauf mit den Laubboxen am Vorhelmer Weg hat nach vierwöchigem Praxistest wohl keine Aussichten auf stadtweite Ausdehnung.

Dienstag, 08.11.2016, 05:30 Uhr

Geäst und Blätter von einem Trompetenbaum in der Laubbox. Matthias Krätzig sieht den Testlauf gescheitert.
Geäst und Blätter von einem Trompetenbaum in der Laubbox. Matthias Krätzig sieht den Testlauf gescheitert. Foto: Ulrich Gösmann

Zwei ernüchternde Worte nach einmonatigem Testlauf : „Funktioniert nicht!“ Matthias Krätzig , Einsatzleiter Straßenreinigung bei den Ahlener Umweltbetrieben, gibt den Laubboxen , die versuchsweise am Vorhelmer Weg stehen, einen Korb. Was Wunsch der Politik gewesen sei, werde so nicht angenommen. Die Paradebeispiele des Scheiterns liegen zum Wochenstart im Testbezirk auf der Straße, aber auch in den Körben.

Montagmittag, Vorhelmer Weg: Kaum ein Blatt auf der privaten Rasenfläche dreier Mietblocks. Was der Ahorn abgeworfen hat, türmt sich in städtischen Sammelstellen. Private Landschaftsgärtner hätten wohl im Auftrag des Vermieters „klar Schiff“ gemacht, mutmaßt Krätzig. Kastanienlaub von städtischen Bäumen, das eigentlich in die Gitterboxen sollte, klebt in der Gosse und auf dem Parkstreifen, teils auch auf dem Gehweg.

„Genauso sollte es nicht sein“, sagt der Mann von den Umweltbetrieben – und zeigt ein Stück weiter, wie es hätte laufen sollen: Saubere Gossen und Gehwege entlang kleiner Einfamilienhäuser. Eigentümer geführte Häuser hätten den Testlauf vorbildlich umgesetzt. Bis auf kleine Ausnahmen – und einen Ausreißer: Großflächige Blätter eines Trompetenbaums verdecken in einem Laubkorb klein geschnittene Äste, das so nicht in der Kehrmaschine hätte landen dürfen. Von Hand müsse hier zuerst aussortiert werden. Was auf der Teststrecke durchaus machbar sei, flächendeckend aber undenkbar, sollte der Probelauf auf die ganze Stadt ausgedehnt werden. Wofür im Moment nichts spreche.

Genauso sollte es nicht sein.

Matthias Krätzig

Und auch das: Mülltouristen! „Ein Autofahrer stand in der Dunkelheit hinten an der Langst in der Kurve und wurde dabei beobachtet, wie er sackweise seinen Gartenabfall auslud und einwarf“, erzählt der Stadtreiniger. Ein Anwohner habe sich das Kennzeichen notiert, der Vorfall werde jetzt ordnungsrechtlich verfolgt. Derartige Fehlbefüllungen seien bisher vier aktenkundig. Wobei der befürchtete Missbrauch durch Rest- und Sperrmüll bislang erfreulicherweise ausgeblieben sei.

Interessant auch: Das Laubvolumen schwankt trotz ähnlicher Ausgangslage mächtiger Kastanienbäume von Korb zu Korb – zwischen einem Viertel und randvoll. Immerhin bringen es die neun Gitterboxen auf eine komplette Kehrmaschinenfüllung.

Dass sich an seinem Fazit noch groß was ändern wird, wagt Matthias Krätzig mit Blick in kahle Baumkronen zu bezweifeln. Das meiste Laub sei runter. Und zu wenig noch oben, um an seiner Meinung noch Grundlegendes ändern zu können, die da lautet: „Funktioniert nicht!“

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