Kritik an Planung der Stadt Ochtrup
Widerstand gegen DOC-Erweiterung in Umland-Städten

Gronau -

Die Stadt Gronau will der geplanten Erweiterung des Designer Outlet-Centers (DOC) in Ochtrup nicht tatenlos zusehen. Der Bauausschuss beschloss in der vergangenen Woche, eine von der Verwaltung erarbeitete Stellungnahme gegen die Ausweitung auf den Weg zu bringen.

Dienstag, 08.11.2016, 09:00 Uhr

Von derzeit 11 500 Quadratmeter auf künftig 19 800 Quadratmeter Verkaufsfläche soll das DOC in Ochtrup erweitert werden. Umlandkommunen wollen das verhindern.
Von derzeit 11 500 Quadratmeter auf künftig 19 800 Quadratmeter Verkaufsfläche soll das DOC in Ochtrup erweitert werden. Umlandkommunen wollen das verhindern. Foto: Anne Eckrodt

Die Stadt Ochtrup muss für die geplante Erweiterung des DOC von heute rund 11 500 Quadratmeter auf künftig 19.800 Quadratmeter Verkaufsfläche ihren Flächennutzungsplan ändern. Im Zuge dieses Verfahrens wurden die Umlandkommunen aufgefordert, eine Stellungnahme zu den Expansionsplänen abzugeben.

Die Gronauer Verwaltung führt für ihre ablehnende Haltung zur Erweiterung unterschiedliche Gründe ins Feld, die übrigens auch von einem regionalen Initiativkreis geteilt werden, dem mehrere Kommunen der Region angehören. So halten die Kritiker der Erweiterung die vom Gutachterbüro Junker + Kruse ermittelten absatzwirtschaftlichen Auswirkungen eines erweiterten DOC auf die Städte und Gemeinden ringsum für eine fehlerhafte Einschätzung. Die Auswirkungen dürften aufgrund verschiedener Faktoren höher ausfallen, als von den Gutachtern angenommen, so die Stadt Gronau in ihrer Stellungnahme. Die Folge: höhere Umsatzumverteilungen und gravierende städtebauliche Folgen für die Innenstädte der Umlandkommunen.

Widerspruch regt sich auch gegen die von der Stadt Ochtrup ins Feld geführten Ziele ihrer Planung. Dass es unter anderem um die „Festigung und Stärkung der mittelzentralen Funktion der Stadt Ochtrup“ gehe, lassen die Kritiker nicht gelten: Ochtrup sei mit 20.000 Einwohnern nur ein kleineres Mittelzentrum, das keineswegs den raumordnerischen Auftrag habe, einen Umkreis von bis zu zwei Stunden Fahrentfernung mit einem innerstädtisch-relevanten Hauptsortiment zu versorgen. Eine DOC-Erweiterung würde diese Versorgungsfunktion noch weiter überschreiten, so die Gronauer Verwaltung. Auch das Argument, die Ochtruper Innenstadt werde durch eine DOC-Erweiterung aufgewertet, lassen die Umlandkommunen nicht gelten: Ob und inwieweit die Ochtruper Innenstadt von einer DOC-Erweiterung profitiere, sei noch völlig offen. Widerspruch auch gegen das Argument, mit der Erweiterung würde eine sinnvolle Nachnutzung für eine Industriebrache gefunden. Dieses Planziel werfe die Frage auf, für wen die Nachnutzung sinnvoll sei – nämlich nur für die Stadt Ochtrup, während die Umlandkommunen beeinträchtigt würden.

Der Bauausschuss beschloss die Stellungnahme am Ende einstimmig: „Die Stellungnahme trifft unsere Intention“, so Jörg von Borczys­kowski (UWG). Die Auswirkungen einer Erweiterung auf Gronau seien „sehr negativ. Deshalb ist es dringend erforderlich, sich dagegen auszusprechen.“ Ochtrup spekuliere mit der Erweiterung in Richtung auf eine Bedeutung wie Münster und Osnabrück. Von Borczys­kowski: „Das ist die Liga, in der man spielt.“

Auch Sprecher anderer Fraktionen riefen in der Sitzung des Bauausschusses dazu auf, sich auf möglichst breiter Front in der Region gegen die Pläne auszusprechen.

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