Internet-Blogger kritisiert Feldscheunen als „Heimat für Raubwild“
Räuberhöhle oder Zufluchtsort?

Saerbeck -

Ignoranz wirft er den Tier- und Naturschützern vor, nennt die Feldscheunen, die sie bauen, „Räuberhöhlen“, die „gezielt die Ansiedlung von Prädatoren fördern und eine ernste Bedrohung für seltene Tierarten darstellen“. Daraus schließt der Autor mit dem Kürzel -mile- auf dem Internet-Blog „Outfox World“: „Nun werden es die seltenen Vögel etwas schwerer haben, weil Menschen es ihren natürlichen Feinden gemütlich machen.“

Montag, 07.11.2016, 12:05 Uhr

Der Autor des Internet-Blogs „Outfox World“ bezeichnet die Feldscheunen in Saerbeck als „Nabu-Räuberhöhlen im Münsterland“ und übt heftige Kritik an deren Zweckmäßigkeit.
Der Autor des Internet-Blogs „Outfox World“ bezeichnet die Feldscheunen in Saerbeck als „Nabu-Räuberhöhlen im Münsterland“ und übt heftige Kritik an deren Zweckmäßigkeit. Foto: Screenshot

Mit seiner Kritik trifft der Blogger die Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt , die das Geld gibt, den Nabu , der das Fachwissen beisteuert, und die Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule, die in Saerbeck neulich die sechste Feldscheune errichtet haben.

Früher, so vor 200 Jahren schon, haben die Bauern diese Scheunen als Wetterschutz für ihr Vieh gebaut. Heute hängen die Schüler Nistkästen darin auf und bauen dem Steinkauz und seinen gefiederten Wald- und Wiesenmitbewohnern ein komfortables Haus. Das der Blogger „Räuber-Scheune“ nennt und noch diese Weisheit beschwört: „Im antiken Griechenland galt der Steinkauz ( Athene noctua ) als Symbol der Weisheit. Ob es der Weisheit letzter Schluss sein kann, die Räuber ausgerechnet dort zu fördern, wo der Schutz anderer Arten auf dem Spiel steht, darf bezweifelt werden.“

Gisbert Lütke , Geschäftsführer des Nabu-Kreisverbandes, sieht das anders: „Mit der Errichtung der Feldscheunen werden mehrere Zielsetzungen verfolgt“, antwortet er auf eine Anfrage unserer Zeitung. „Das verfolgte Ziel, den Erhalt der mittlerweile vielfach im Bestand bedrohten Vogelarten zu erreichen, verbietet eine konventionelle landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen.

Auf den in Rede stehenden Weiden im Saerbecker Feld, ist insbesondere die Beweidung als wirksames Pflegeinstrument vorgesehen. Weidetiere müssen, dem Tierschutzgesetz folgend, einen Unterstand zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus haben diese Weidehütten weitere wichtige Funktionen in der freien Fläche. Mit dem Rückgang derartiger Unterstände haben sich auch die Bestände, insbesondere von Schleiereulen und Steinkäuzen als Kulturfolger des Menschen negativ entwickelt. Gerade für diese beiden Eulenarten, in dem Bericht als Raubvögel verunglimpft- ist ein Unterstand für die Überwinterung wichtig.“

Im eingelagerten Stroh hielten sich zudem viele Kleinnager auf, Singvögel brüten in den schmalen Ritzen, Wespen und Hornissen fänden dort gute Bedingungen und im Kot der Tiere lebten viele Käfer, die Lebensgrundlage für weitere Arten sind. Lütke weiter: „Sicher wird auch einmal ein Marder oder ein Wiesel vorbeischauen.

Wir begreifen Natur aber als Ganzes und teilen nicht in gut und böse auf oder benennen Tierarten gar als Räuber oder Schädlinge. Wir haben uns über die Errichtung der Weidehütte sehr gefreut. Das Engagement der jugendlichen Helfer kann hier gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wir empfinden es als sehr bedauerlich, dass diese Unterstützungsleistung so herabgewürdigt wird.“

► Wer den ganzen Blogger-Text lesen möchte, findet ihn im Internet unter www.outfox-world.de/blog/die-nabu-rauberhohle-im-munsterland

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