Aus 20 sollen vier werden
Reduzierung der Bahnübergänge in Richtung Warendorf

Telgte -

Von den 20 Bahnübergängen zwischen Telgte und Raestrup sollen künftig nur vier überbleiben. An diesem Projekt arbeiten verschiedene Behörden bereits seit Jahren. Die Ziele sind klar definiert: Eine deutliche Verringerung der Unfallzahlen, die Anhebung der durchschnittlichen Streckengeschwindigkeit und der Entfall des Pfeifens sind wesentliche Aspekte. Über den aktuellen Stand der Planungen wurden am Mittwochabend mehr als 150 Interessierte im Bürgerhaus informiert.

Freitag, 04.11.2016, 16:44 Uhr

Mehr als 150 Anwohner und andere Interessierte kamen ins Bürgerhaus, um die neusten Planungen für eine Beseitigung von Bahnübergängen zwischen Telgte und Raestrup zu hören und zu sehen.
Aus 20 werden vier. Zwischen Telgte und Raestrup werden die Bahnübergänge reduziert. Foto: colourbox.de

Warum Bürgermeister Wolfgang Pieper eingangs von einem „sehr komplexen Verfahren“ sprach, wurde im weiteren Verlauf der Veranstaltung deutlich. Die Planer haben die Strecke in vier Abschnitte eingeteilt. Die Arbeitstitel für die einzelnen Teilstücke lauten: Haus Droste, Wallfahrt, Hegemann und Raestrup.

Die vier Abschnitte

Abschnitt Haus Droste: Aus bislang vier Bahnübergängen soll künftig einer werden, der an die K 50 (Haupterschließung des Baugebietes Telgte-Südost) angeschlossen und entsprechend gesichert wird. Die bestehende Bebauung wird über eine rückwärtige Erschließung angebunden. Dieses Teilverfahren ist nach Angaben der Verantwortlichen am weitesten. Anfang kommenden Jahres rechnet die Stadtverwaltung mit ersten Ergebnissen.

Abschnitt Wallfahrt: In diesem Bereich sollen sieben Übergänge auf einen reduziert werden. Auch dieses Verfahren sei recht weit, so die Vertreter der Bahn in der Versammlung. Ein Ersatzweg längs der Bahnlinie soll die Erschließung sicherstellen. In den nächsten Wochen finden vorbereitende Arbeiten statt, um ein Bodengutachten zu erstellen.

Abschnitt Raestrup: Dieses Verfahren ist nach Angaben der Behörden besonders komplex. Insgesamt fünf mögliche Varianten sind in den vergangenen Monaten auf ihre Realisierbarkeit, Finanzierbarkeit, Auswirkungen auf den Schallschutz und andere Aspekte geprüft worden. Favorit der Planer ist die Variante drei. Diese sieht eine Verschwenkung der Straße nach Everswinkel (K 19) um rund 230 Meter in Richtung Telgte vor. Das Projekt ist mit Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro veranschlagt und soll ein deutliches Plus an Verkehrssicherheit bringen. Die Auswirkungen auf die Nachbarschaft, unter anderem durch Lärmimmissionen, bewerten die Planer als hoch.

Abschnitt Hegemann: Dieser Teilbereich ist nach Angaben der Planer aktuell ins Stocken geraten, konkrete Pläne wurden daher nicht vorgestellt.

Bei der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Sicherheit der Schulkinder in Raestrup. Carsten Rehers vom Kreis Warendorf sicherte ein Gespräch zu, um nach dem Wegfall des Bahnhaltepunktes nach Möglichkeit eine Verbesserung des Ist-Zustandes zu erreichen.

Ebenfalls ein Thema war das Pfeifen der Züge. Guido Göldner von der DB Netz betonte, dass das nicht aus Willkür geschehe, sondern die Lokführer verpflichtet seien, etwa vor unbeschrankten Bahnübergängen, das Signal drei Sekunden lang zu betätigen. Kritik gab es diesbezüglich von einigen Anwohnern, die monierten, es werde deutlich länger und öfter als notwendig das Signal betätigt.

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