Veto der Flugaufsicht
Rückschlag für Windriesen

Ascheberg -

War der erbitterte Kampf um vier Windriesen in Forsthövel ein Sturm im Wasserglas? Ein Veto der Flugaufsicht legt diesen Gedanken nahe.

Freitag, 04.11.2016, 06:00 Uhr

Mit dem Veto der Deutschen Flugsicherung für vier Windriesen in Forsthövel bleibt es vorerst bei einem Windrad auf Ascheberger Gebiet. Es dreht sich in der Westerbauerschaft.
Mit dem Veto der Deutschen Flugsicherung für vier Windriesen in Forsthövel bleibt es vorerst bei einem Windrad auf Ascheberger Gebiet. Es dreht sich in der Westerbauerschaft. Foto: Theo Heitbaum

Das Damoklesschwert über Windenergieprojekten in der Gemeinde Ascheberg hat ein erstes Mal zugeschlagen: Die vier Windriesen , die in Forsthövel beantragt worden sind, werden von der Deutschen Flugsicherung abgelehnt. Diese Information bestätigte gestern Klaus van Roje, Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen, bei der Gemeinde Ascheberg. Der Projektierer der vier Anlagen wolle das Projekt nun ein halbes Jahr aussetzen, um zu erkunden, ob die Position der Flugsicherung angreifbar sei. Gegen eins der vier 200 Meter hohen Windräder habe auch die Deutsche Telekom wegen einer Richtfunkstrecke Bedenken angemeldet. Das Leuchtfeuer Hamm zwischen Albersloh und Wolbeck hat schon dazu geführt, dass auf Hammer Gebiet zwei Windräder von 200 Metern nicht genehmigt werden. Zwei 150 Meter hohe Anlagen in Barsen an der Grenze zur Gemeinde Ascheberg haben das Nadelöhr „Deutsche Flugsicherung“ hingegen passiert.

Welche Chancen der Projektierer habe, die Bedenken zu zerstreuen, mag Klaus van Roje nicht einschätzen: „Vor Gericht war die Position der Deutschen Flugsicherung bisher gut.“ Soll heißen: Die Chancen stehen nicht gut. Van Roje schließt auf Nachfrage aus, dass bei einem Bauantrag mit 150 Meter hohen Anlagen ein anderes Ergebnis erzielt würde. „Die Flugsicherung toleriert eine Abweichung von einem Grad. Durch Gebäude ist sie in dem Bereich schon nahe an diesem Grenzwert.“ Letztlich liegt es am Projektierer, ob er juristische oder andere Wege findet, das Nein der Flugsicherung in ein Ja abzuwandeln.

Das Leuchtfeuer Hamm war erst spät in die Diskussion gekommen. In einem ersten Entwurf des Regionalplanes waren auch auf dem Gebiet der Gemeinde Ascheberg Windenergiezonen zu finden. Vor dem Hintergrund eines Schutzraumes für die Flugsicherung hatte die Bezirksregierung die Flächen aus dem Plan genommen und den Gemeinden geraten, selbst aktiv zu werden. Schwierigkeit im Planverfahren: Die Deutsche Flugsicherung behielt sich eine Entscheidung für den konkreten Antragsfall vor. Sie lehnte es ab, im Vorfeld deutliche Hinweise zu geben.

Um aber weiter der Windkraft substanziell den nötigen Raum zu geben, plante die Gemeinde Ascheberg über den geänderten Flächennutzungsplan weiter. Immer mit dem Hinweis: Das Risiko auf den Flächen durch die deutsche Flugsicherung und ihr Veto-Recht tragen die Projektierer.

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