Experten-Tipps
So machen Sie den Garten winterfest

Ochtrup -

Im Herbst gibt es für Gärtner jede Menge zu tun. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins haben einige Tipps, worauf Gartenfans achten sollten und was oft vergessen wird, wenn die kalte Jahreszeit vor der Tür steht.

Freitag, 04.11.2016, 06:00 Uhr

Herbsttrubel: Monika Nadicksbernd freut sich schon darauf, wenn ihre Winterastern blühen.
Herbsttrubel: Monika Nadicksbernd freut sich schon darauf, wenn ihre Winterastern blühen. Foto: Anne Steven

Der Nebel hält sich an diesem Morgen hartnäckig. So dicht sind die Schleier, dass selbst das kunterbunt leuchtende Herbstlaub kaum mehr eine Chance hat. Dazu kühle Temperaturen, brrrrr, nicht schön. Der Garten lockt da wenig. Doch gerade im Herbst, wenn die Natur zur Ruhe kommt, gibt es in den Anlagen und Beeten noch einiges vorzubereiten.

Im Wintergarten von Monika Nadicksbernd ist es muckelig warm. Sie hockt dort mit einigen Mitstreitern vom Obst- und Gartenbauverein zusammen und plaudert. „Jetzt haben wir richtig Herbst“, meint Margret Leugers , legt die Hände um die heiße Kaffeetasse und schaut nach draußen. „Eigentlich fängt die Wintersaison im Garten schon im September an“, meint Monika Nadicksbernd und denkt dabei an den zweiten Heckenschnitt, der dann auf ihrem Grundstück ansteht.

 

Kübelpflanzen reinholen

„Zu Allerheiligen müssen aber die frostempfindlichen Kübelpflanzen reingeholt werden“, weiß Monika Mollen aus Erfahrung. Dazu gehören beispielsweise Fuchsien oder Malven. „Und man sollte die Blätter entfernen wegen des Ungeziefers“, ergänzt Margret Leugers. Grundsätzlich sei es schwierig zu sagen, welche Pflanzen den Winter auch im Freien überstehen und welche nicht. „Die Winter hier bei uns sind ja nicht mehr so kalt“, sagt Monika Mollen. Und so überwintert ihr Oleander immer draußen. Er rückt lediglich ein bisschen näher an die Hauswand heran. Sollte es aber doch kälter als minus fünf Grad werden, muss sie schnell sein. Sonst erfriert die eigentlich im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze. Die 64-Jährige empfiehlt außerdem, hohe Gräser zusammenzubinden, damit „das Herz“ der Pflanze geschützt ist.

Während Obststräucher entweder direkt nach der Ernte oder eben jetzt im Herbst zurückgeschnitten werden können, sollten Gartenliebhaber bei Stauden Vorsicht walten lassen. „Die bilden jetzt noch so viele Samen. Das ist für die Vögel eine tolle Nahrungsquelle“, weiß Margret Leugers. Außerdem habe man dann so viel Grünschnitt, der entsorgt werden müsse.

Monika Nadicksbernd macht es trotzdem, vornehmlich, um die zu groß gewordenen Stauden zu teilen. „Wenn es um diese Jahreszeit noch mild ist, wachsen die Pflanzen noch gut an und sind im Frühjahr schön kräftig“, ergänzt Monika Mollen. Das liege daran, dass der Boden sich im Herbst erst setzte und die vielen feinen Wurzeln dann noch eine Chance hätten, ergänzt Ludger Tombült, der einzige Mann in dieser Hobby-Gärtnerrunde.

Den Pferdemist, den Monika Mollen in diesen Tagen in ihr Gemüsebeet einarbeitet, verwendet Tombült übrigens für seine Pfingstrosen. „Die mögen das gerne“, weiß er aus Erfahrung. Apropos: Auch dem Komposthaufen sollte es im November noch einmal an den Kragen gehen. „Wenn man ihn zwei Mal pro Jahr umsetzt, hat man nach 1,5 Jahren wunderbaren Mutterboden“, empfiehlt Monika Nadicksbernd.

Rasen möglichst laubfrei

Ein wichtiges Thema ist im Herbst der Rasen. Er sollte möglichst laubfrei gehalten werden. „Das Laub muss vom Rasen runter“, da kennen die Gartenfreunde kein Pardon. Andernfalls kann es zu Fäulnis kommen und Moos findet beste Voraussetzungen zum Wachsen, erklärt Ludger Tombült.

All die bunten Blätter werden bei den Gartenfreunden übrigens nicht mit einem Laubbläser oder -sauger entfernt. Solche Gerätschaften seien verpönt, entrüsten sich die Hobbygärtner. „Die Leute sollen eine Laubharke oder einen Besen nehmen. Dann kommt nicht nur das Laub vom Rasen, sondern sie haben gleichzeitig noch Bewegung an der frischen Luft“, findet Monika Mollen. Zudem seien die Maschinen viel zu laut und einfach unnütz.

Ludger Tombült rät außerdem, den Rasen im Herbst noch einmal zu düngen. „Nach dem letzten Schnitt“, ergänzt Monika Mollen. Das Gras sollte aber nicht kürzer als vier oder fünf Zentimeter sein. Dann den entsprechenden Herbstdünger mit Kali versetzt aufbringen und der Winter kann kommen.

Während der Rasen Laub gar nicht mag, sieht das bei Gehölzen und Stauden anders aus. „Ich lasse die Blätter dort immer liegen“, erzählt Monika Mollen. Margret Leugers nickt zustimmend. Schließlich fänden dort zahlreiche Tiere einen Unterschlupf. „Und der Boden trocknet nicht so leicht aus“, ergänzt Ludger Tombült.

Reste des Weihnachtsbaum verwenden

Igel, so erzählt Monika Mollen, haben außerdem gerne etwas Reisig. Letzteres eignet sich auch, um frostempfindliche Pflanzen gegen die Kälte zu schützen. So deckt Margret Leugers ihre Vergissmeinnicht mit den „Resten“ des Weihnachtsbaums ab. „Der richtige Frost kommt ja meistens erst im Januar oder Februar“, hat die 66-Jährige gelernt. Monika Nadicksbernd hat ihren Rhabarber schon mit Kompost eingepackt. Dazu sei aber auch Laub geeignet, sagt sie. Ihre Kamelie schlägt sie übrigens mit Sackleinen ein. „Kamelien tragen jetzt schon die Blüten fürs Frühjahr. Die müssen geschützt werden“, weiß die Hobbygärtner.

Grundsätzlich finden die Gartenfreunde, dass es in den Beeten und Anlagen nicht immer „wie geleckt“ aussehen muss. „Viele wollen es aber ordentlich haben“, weiß Monika Mollen. Und auch sie selbst hat es gerne etwas aufgeräumter – gerade zum Winter hin. Also knipst sie die Blüten der Hortensien schon im Herbst ab. Einkürzen, da sind sich alle einig, sollte man diese Pflanzen allerdings erst im Frühjahr. „Blüten sind immer ein Schutz“, erklärt Margret Leugers.

Eher eine Last kann hingegen Schnee für immergrüne Gewächse werden. „Buchsbaum, Kiefern und dergleichen sollte man, wenn es geschneit hat, von der Schneelast befreien“, rät sie. Und Ludger Tombült erinnert daran, dass Kübelpflanzen auch im Winter Wasser benötigen. „Das vergessen viele“, weiß der Rentner.

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