Ärger um JVA-Angebot
Laerer Bürgermeister pflegt einen ungewöhnlichen Arbeitsstil

Laer -

Etwas mehr als ein Jahr ist Peter Maier im Amt. Staub hat der Bürgermeister von Laer in dieser Zeit aufgewirbelt, wie andere Kollegen es in zehn Jahren nicht schaffen. Das hat dem gebürtigen Franken im Dorf nicht nur Freunde gemacht.

Montag, 31.10.2016, 09:09 Uhr

Nach seiner Wahl schüttelt Laers Bürgermeister Peter Maier (l.) seinem Vorgänger Detlev Prange die Hand. Seitdem hat er sich in dem Dorf bei vielen unbeliebt gemacht. So soll er beim Land für Laer als Standort eines neuen Gefängnisses geworben haben.
Nach seiner Wahl schüttelt Laers Bürgermeister Peter Maier (l.) seinem Vorgänger Detlev Prange die Hand. Seitdem hat er sich in dem Dorf bei vielen unbeliebt gemacht. So soll er beim Land für Laer als Standort eines neuen Gefängnisses geworben haben. Foto: Axel Roll

In der Politik regt sich Widerstand gegen die unkonventionelle Amtsführung des Bauingenieurs. So findet auf Antrag der Grünen und der Unabhängigen Wähler am 8. November eine Sondersitzung des Hauptausschusses statt, bei der hinter verschlossenen Türen Tacheles geredet werden soll. Maiers Kritiker kreiden ihm an, er unternehme Alleingänge, ohne die Fraktionen entsprechend zu informieren.

Jüngstes Beispiel: Der 52-Jährige soll beim Düsseldorfer Justizministerium angeklopft und Laer als Standort für die noch zu bauende Justizvollzugsanstalt vorgeschlagen haben. Ohne in den politischen Gremien oder mit den Bürgern darüber zu diskutieren.

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Jedenfalls können sich weder Grüne noch Unabhängige daran erinnern. Die SPD hingegen, die Maier im Wahlkampf gemeinsam mit der FDP auf den Schild gehoben hat, widerspricht heftig: Der Bürgermeister habe über die Kontaktaufnahme mit Düsseldorf informiert.

Premiere in der Lokalpolitik von Laer 

Einmalig in der Laerschen Kommunalpolitik auch die Sitzung des Sozialausschusses in der vergangenen Woche: Alle Fraktionen waren artig im Sitzungssaal des alten Speichers angetreten. Nur einer fehlte. Ein Mitarbeiter der Verwaltung, in diesem Falle der Bürgermeister höchstpersönlich. Der hatte sich am Nachmittag per Mail beim Vorsitzenden abgemeldet. Aber auch keinen Vertreter geschickt.

So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

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  • Einblick in ein leeres Gefängnis.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das über 160 Jahre alte Gefängnis steht eigentlich unter Denkmalschutz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Jetzt wird trotzdem über einen Abriss nachgedacht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sehen Sie im Folgenden Einblicke in das geräumte Gefängnis.

    Foto: Matthias Ahlke
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Dann gab es da noch diese Bürgerversammlung. Vom Chef im Rathaus gewollt, von der Politik untersagt. So machte Maier aus der Versammlung eine Sprechstunde. Thema war unter anderem der Bau eines Multifunktionsgebäudes auf dem Schulhof – das der Rat nicht will, aber Peter Maier.

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Eigenwillige Amtsführung eines Neulings

Auf große Diskussionen lässt sich der Amtsneuling selten ein. Bei der jüngsten Anhebung der kommunalen Steuern zeigte sich Maier stur. In Anbetracht der desolaten Kassenlage der Gemeinde folgte die Ratsmehrheit dem Bürgermeister da aber noch willig.

Dass der vor einem Jahr im Münsterland noch völlig unbekannte Peter Maier einmal den damaligen Amtsinhaber Detlev Prange – ein echtes Laerer Kind – aus dem Rathaus jagen würde, haben die wenigsten vorausgesehen.

Offensichtlich wollten die Laerer damals dasselbe wie Maier: einen Neuanfang. Der Bewerber der Sozialdemokraten und Liberalen hatte im Wahlkampf mehrfach erklärt, er komme deshalb nach Laer, weil er beruflich wie privat die Wende wolle. Dass Maier im Gegensatz zu seinem Vorgänger keine Erfahrung in der Kommunalverwaltung vorweisen konnte, spielte für seine Wähler keine Rolle.

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